Porsche Cayenne Coupé im Test (Teil 2): Motor, Fahrverhalten und Fahrspaß
公開日:2020.06.27
Vor Kurzem haben wir den ersten Teil unseres Fahrberichts zum Cayenne Coupé veröffentlicht. Nun folgt der langersehnte zweite Teil – mit dem Urteil meines Mannes.
An einem Tag während der Regenzeit, an dem das Wetter eine seltene Pause einlegte, hatte ich Gelegenheit, das neue Cayenne Coupé zu fahren. Es handelt sich um das S-Modell, dessen vollständiger Name „Cayenne S Coupé“ lautet.
Im Vergleich zum regulären Cayenne hat das Coupé eine flacher abfallende Dachlinie und eine etwas geringere Höhe. Dadurch wirkt es deutlich tiefer und breiter und insgesamt sehr sportlich. Auch die Seitenansicht erinnert an die klassische Dachlinie des Porsche 911. Vergleicht man beide Modelle direkt miteinander, ist der Unterschied sofort erkennbar.

Ich bin früher bereits den regulären Cayenne gefahren – damals das Basismodell. In diesem Fahrbericht möchte ich deshalb vor allem darauf eingehen, wie groß der Unterschied zum Cayenne S ausfällt und wie sich die verschiedenen Optionen auf das Fahrverhalten auswirken.
Cayenne S Coupé: Motor und Antrieb
Im Cayenne S Coupé arbeitet ein 2,9-Liter-V6. Dieser Motor soll vollständig von Porsche entwickelt worden sein – ohne Unterstützung von Volkswagen. Zum ersten Mal habe ich ihn im aktuellen Panamera 4S erlebt und damals einen ausgesprochen positiven Eindruck gewonnen.
Sein agiler V6-Sound und die sportliche, leichtfüßige Art, hochzudrehen, sind mir besonders in Erinnerung geblieben. Nun steckt derselbe Motor nicht in einem Panamera, sondern in einem Cayenne. Gespannt darauf, wie Porsche ihn hier abgestimmt hat, drehte ich den Zündschlüssel.

Der zuvor gefahrene Basis-Cayenne mit seinem 3,0-Liter-V6 war beim Start sehr leise gewesen. Deshalb lauschte ich diesmal ganz genau. Mit einem eher dezenten „Fwoom!“ erwachte der V6 zum Leben.
Anders als bei manchen anderen Porsche-Modellen schnellt der Drehzahlmesser nicht mit einem kräftigen „Wumm!“ nach oben, begleitet von einem kurzen Aufbrüllen. Der Cayenne S klingt beim Start zwar etwas lauter als das Basismodell, bleibt aber angenehm zurückhaltend. Überrascht hat mich, wie leise er trotz Sportabgasanlage ist.
Natürlich klingt er dennoch kerniger als ein gewöhnlicher Pkw oder eine Limousine.
Schon beim vorsichtigen Gasgeben fiel mir ein Unterschied zum Basis-Cayenne auf. Ganz sicher bin ich mir wegen der Zeit, die seit der letzten Fahrt vergangen ist, zwar nicht mehr, aber das Gaspedal des Basis-Cayenne hatte sich für mich leichter angefühlt. Beim Cayenne S Coupé bietet das Pedal einen angenehmen Widerstand, wie man ihn von einem Porsche erwartet. Damit dürfte es auch auf längeren Autobahnfahrten leichtfallen, die Geschwindigkeit konstant zu halten.
Das traditionelle achtstufige Tiptronic-S-Automatikgetriebe des Cayenne – kein PDK – sorgt für ein ausgesprochen sanftes Anfahren. Das ist besonders bemerkenswert: Kraftübertragung und die ersten Radumdrehungen wirken sehr geschmeidig und hochwertig – besser als bei so mancher weniger gelungenen Luxuslimousine.
Im Stadtverkehr schaltet das Getriebe im Normalmodus schnell in den fünften oder sechsten Gang. Gibt man dann behutsam Gas, bringt der drehmomentstarke Motor den Wagen mühelos auf Tempo. In den meisten Situationen reicht das vollkommen aus. Wird es einem jedoch zu träge, genügt ein etwas kräftigerer Tritt aufs Gaspedal: Das Getriebe schaltet gleich zwei Gänge zurück und macht den Cayenne bereit zum vehementen Beschleunigen.
Der anschließende Kraftschub kann etwas abrupt wirken und manchen Fahrern die Dosierung erschweren. Das Verhalten erinnert stark an den Panamera Turbo.

Im Alltag gibt sich der Cayenne S kultiviert. Fordert man ihn jedoch heraus, baut der Turbolader schnell Ladedruck auf. Zusammen mit der kürzeren Übersetzung nach dem Herunterschalten kann das zu mehr Beschleunigung führen, als man eigentlich wollte. Beim Herausbeschleunigen aus einer Mautstelle ist das willkommen. Im Stadtverkehr kann sich die Leistung beim leichten Überholen oder beim zügigen Einfädeln dagegen etwas übertrieben anfühlen.
Um das zu vermeiden, könnte man dauerhaft im Sportmodus fahren. Mit der niedrigeren Gangwahl schaltet das Getriebe dann seltener herunter und der Wagen lässt sich geschmeidiger bewegen. Für Verbrauch und Umwelt ist das allerdings nicht unbedingt die beste Wahl. Bei solchen Manövern im Stadtverkehr finde ich den Basis-Cayenne daher einfacher zu fahren.
Cayenne Coupé: Fahrkomfort und Federung
Der Fahrkomfort ist außergewöhnlich gut. Meiner Meinung nach gehört der neue Cayenne zu den komfortabelsten Autos, die man derzeit kaufen kann. Ich bin auch schon viele SUVs anderer Hersteller gefahren, aber nur wenige bieten ein derart ruhiges, ebenes Fahrgefühl und so geschmeidig abrollende Reifen.
Schon bei meiner früheren Fahrt im Basis-Cayenne hatte mich der Komfort beeindruckt. Auch das Cayenne Coupé hat mich diesmal überrascht. Beide Modelle bieten einen hervorragenden Fahrkomfort, der sich kaum vergleichen lässt. Besonders beachtlich: Selbst mit den optionalen 21-Zoll-Rädern ist der Komfort so hoch.
Wer ein breiteres Spektrum an Fahrwerksabstimmungen und Komfort wünscht, sollte außerdem die Luftfederung in Betracht ziehen. Mit der Höhenverstellung lässt sich das Fahrverhalten deutlich variieren.

Im Vergleich zum Vorgänger unterscheiden sich Fahrkomfort und Fahreindruck deutlich. Der alte Cayenne vermittelte noch stärker das typische SUV-Gefühl: Bei niedrigen Geschwindigkeiten schaukelte er spürbar hin und her. Der neue Cayenne fährt sich dagegen noch ausgeglichener, hochwertiger und sportlicher. (Es fühlt sich an, als hätte man dem Vorgänger die Leichtfüßigkeit und Sportlichkeit des Macan hinzugefügt.)
Das Testfahrzeug war nicht mit PDCC ausgestattet. Der zuvor gefahrene Basis-Cayenne hatte dagegen PDCC an Bord. Ob sich das bemerkbar macht? Meiner Meinung nach ganz eindeutig. Mit PDCC wirkt das Fahrverhalten noch ausgeglichener. Da der Cayenne von Haus aus hoch baut, sind seitliche Bewegungen im Vergleich zu einem Panamera auch bei komfortabler Abstimmung nicht ganz zu vermeiden. Mit PDCC werden sie jedoch deutlich reduziert: Die Karosserie bewegt sich seitlich viel weniger auf und ab und schaukelt spürbar weniger.

Doch auch ohne PDCC bietet der neue Cayenne einen sehr ausgewogenen Fahrkomfort. Ich kann mir nur wenige vorstellen, denen die Bewegungen unangenehm auffallen würden. Wer im Cayenne jedoch ein ähnlich ruhiges Fahrgefühl wie in einer Limousine oder einem Coupé sucht, sollte meiner Meinung nach PDCC wählen. Ich persönlich mag ein besonders ausgeglichenes Fahrwerk – für mich wäre PDCC deshalb ein Muss.
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