Warum mich ein Artikel mit „Tipps zum Einparken in Längsrichtung“ irritiert hat

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Unser Auto‑Leben

Über das Einparken in Längsrichtung

Gestern holte ich meine Tochter vom Kindergarten ab. Der Kindergarten liegt an einer Hauptstraße und hat keinen eigenen Parkplatz – deshalb bleibt mir oft nichts anderes übrig, als am Straßenrand längs einzuparken. Wenn dort schon viele Eltern mit ihren Autos stehen, ist es schwierig, noch eine passende Lücke zu finden. Deshalb versuche ich, möglichst spät zu kommen. Ganz vermeiden lässt sich das Einparken in Längsrichtung aber trotzdem nicht.

Mit einem großen Auto wie dem Panamera längs einzuparken,ist alles andere als einfach.

In der Nähe gibt es zwar auch einen gebührenpflichtigen Parkplatz, doch dort kostet eine halbe Stunde 200 Yen. Wenn ich jeden Tag dort parke, komme ich auf etwa 5.000 Yen im Monat – aufs Jahr gerechnet sogar auf 60.000 Yen. So viel möchte ich für die tägliche Abholung vom Kindergarten wirklich nicht ausgeben. Also bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als längs einzuparken.

Gestern war gerade noch eine Parklücke frei. Als ich sah, dass von hinten kein Auto kam, setzte ich mit ordentlich eingeschlagenem Lenkrad zurück – und stand tatsächlich beim ersten Versuch perfekt in der Lücke.

Puh, geschafft … ε-(´∀`*)

Erleichtert stieg ich aus und ging die Treppe zum Eingang hinauf. Dort klatschten die Erzieherinnen lächelnd und riefen mir zu:

„Das war ja beeindruckend, wie Sie gerade eingeparkt haben! Mit so einem großen Auto so nah am Rand zu stehen – wirklich toll!“

Äh … echt jetzt? ( ̄ー ̄)!?

„Ach, das war doch nichts“, sagte ich – und konnte mir dabei ein breites, vermutlich ziemlich albernes Grinsen nicht verkneifen. Das brachte mich dazu, mich ein wenig näher mit dem Thema zu beschäftigen. Also suchte ich online nach „Tipps zum Einparken in Längsrichtung“ – und stieß dabei auf einige Artikel, die mich ziemlich irritierten.

Die Schritte beim Einparken in Längsrichtung

In einem der Artikel stand sinngemäß Folgendes:

Prüfen Sie, ob die Parklücke groß genug ist (etwa eineinhalbmal so lang wie Ihr Auto). Halten Sie etwas vor dem nebenstehenden Fahrzeug und mit einem Meter seitlichem Abstand an. Sobald sich Ihr hinterer Stoßfänger auf gleicher Höhe wie der des anderen Autos befindet, bleiben Sie stehen und schlagen das Lenkrad im Stand ganz nach links ein …

… Moment mal – da fährt einem doch das Auto von hinten auf!

Wenn es beim Einparken in Längsrichtung darum geht, die Fahrprüfung zu bestehen, mag diese Anleitung passen. Und auf einer ruhigen Landstraße auf dem Land kann man sich Zeit lassen und denken: „Also, zuerst prüfe ich, ob die Lücke anderthalbmal so lang ist … und dann …“ (Dort kann man vermutlich sowieso überall parken – da muss man sich über so etwas kaum Gedanken machen.)

Wenn man längs einparken muss,sind die Straßen oft stark befahren und die Parklücken eng. Hält man dort plötzlich an und lässt sich alle Zeit der Welt, wird einem entweder das nachfolgende Auto auffahren oder man bekommt ein endloses Hupkonzert zu hören. Und unter dem Druck macht man womöglich einen Lenkfehler und schrammt am eigenen oder einem anderen Auto entlang.

Der wichtigste Grund für mein Unbehagen war jedoch, dass viele dieser Artikel lediglich dazu auffordern, sich eine feste Abfolge von Schritten einzuprägen.

„Sobald Sie den Fahrersitz des anderen Autos neben sich sehen, schlagen Sie das Lenkrad ganz nach links ein“ oder „Sobald Sie die Kante im Außenspiegel sehen, machen Sie dies und jenes“ – das ist, als würde man für eine Prüfung stumpf auswendig lernen und dann bei einer anders gestellten Aufgabe nicht weiterwissen. Schließlich hängt die richtige Vorgehensweise auch davon ab, wie groß das eigene Auto ist und wie viel Platz in der Lücke zur Verfügung steht.

Grundlagen sind wichtig,aber eine feste Abfolge einfach auswendig zu lernen, bringt meiner Meinung nach nichts –und kann sogar gefährlich sein.

Also habe ich mir selbst ein paar Gedanken zum Einparken in Längsrichtung gemacht.

Drei Tipps zum Einparken in Längsrichtung

1 Längs einzuparken möglichst vermeiden

Das ist für mich der wichtigste Punkt. Wenn ein Parkmanöver riskant ist und man dabei leicht mit einem anderen Auto zusammenstoßen oder es streifen könnte, sollte man es nach Möglichkeit vermeiden.

2 Zunächst provisorisch anhalten

Wenn man unbedingt beim ersten Versuch perfekt einparken möchte, gerät man wegen der nachfolgenden Autos leicht unter Druck. Es ist völlig in Ordnung, zunächst mit etwas Abstand zum Bordstein anzuhalten. Schalten Sie die Warnblinkanlage ein und bleiben Sie kurz stehen. Die Fahrer hinter Ihnen denken vielleicht: „Rück doch näher ran!“ – da bleibt einem nur, sich innerlich zu entschuldigen. (Auch wenn sie es nicht hören können.) Wichtig ist erst einmal, das Auto provisorisch zum Stehen zu bringen.

3 Erst in Ruhe fertig einparken, wenn kein Auto mehr folgt

Lässt man den nachfolgenden Verkehr erst einmal vorbeifahren, kann sich beispielsweise durch den Wechsel einer Ampelphase eine Lücke im Verkehrsstrom ergeben. Prüfen Sie im Rückspiegel, ob die Straße bis etwa 200 Meter hinter Ihnen frei ist. Fahren Sie dann zunächst ein Stück nach vorn und setzen Sie mit einem passenden Winkel erneut zurück. Ohne nachfolgende Autos hat man deutlich mehr Zeit und kann sich an den üblichen Grundlagen fürs Einparken in Längsrichtung orientieren.

Aber das ist natürlich nur meine persönliche Meinung …

Wie auch immer: Längs einzuparken sollte man nach Möglichkeit vermeiden.

 

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