Porsche 911 GT3 (991.2) Clubsport-Paket mit Handschaltung im Test
Veröffentlicht: 2021.05.01
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Porsche 911 GT3 (991.2) im Fahrbericht
Vor Kurzem durfte ich dank der Großzügigkeit eines Bloglesers einen Porsche 911 GT3 (991.2) mit Clubsport-Paket und Handschaltung fahren. Mit dem 991 GT3 hatten wir schon einige Erfahrungen gesammelt: Bis vor Kurzem stand ein 911 GT3 Touring (991.2) mit Handschaltung bei uns zu Hause, außerdem durfte ich bereits einen 991.1 mit PDK und einen 991.2 mit PDK probefahren. Dabei wird mir immer wieder bewusst, wie unterschiedlich sich ein und dasselbe Modell je nach Ausstattung, Spezifikation und Laufleistung anfühlen kann.

Der 911 GT3 mit Clubsport-Paket und Handschaltung, den ich kürzlich fahren durfte, war mit den serienmäßigen Stahlbremsen und einem Überrollkäfig ausgestattet. Abgesehen vom Getriebe entsprach er also dem 911 GT3 (991.2) mit PDK, den ich zuvor gefahren hatte. Hier teile ich die Eindrücke meines Mannes und meine eigenen.
Porsche 911 GT3: Unsere Eindrücke von der Probefahrt
Fahrkomfort im GT3
Bei niedriger Geschwindigkeit fuhr sich der GT3 bei der Probefahrt komfortabler als unser GT3 Touring. Zunächst saß ich auf dem Beifahrersitz, und schon kurz nach dem Losfahren sagten mein Mann und ich: „Der fährt sich aber sanft!“

In unserem GT3 spürt man Unebenheiten stärker, mit einem deutlicheren, leicht harten Abrollen. Bei diesem Fahrzeug wirkte das alles sanfter – der Fahrkomfort erinnerte mich ein wenig an den serienmäßigen 992. Dazu meinte mein Mann:
Vielleicht liegt es daran, dass er keine PCCB hat. Bei höherem Tempo vermittelt die PCCB aber stärker das Gefühl, förmlich an der Straße zu kleben. Auf der Autobahn würde ich deshalb wohl die PCCB bevorzugen.
In letzter Zeit habe ich PCCB und normale Stahlbremsen öfter miteinander verglichen und kann die Unterschiede inzwischen besser einordnen. Am treffendsten lässt es sich so beschreiben: Die PCCB fühlt sich an wie Reifen mit höherem Luftdruck, die normalen Bremsen eher wie Reifen mit niedrigerem Luftdruck.
Mit PCCB wirkt das Auto leichtfüßig. Bei sehr niedrigem Tempo spürt man zwar ein leichtes Stoßen, bei höherer Geschwindigkeit liegt es aber außergewöhnlich stabil und fährt sich ausgesprochen komfortabel. Die normalen Bremsen sorgen dagegen bei niedriger Geschwindigkeit für ein ruhiges, geschmeidiges Fahrgefühl.
So beschrieb er es.

Wie bequem sind die Sportschalensitze im GT3?
Ich durfte diesmal in den Sportschalensitzen Platz nehmen. Sie boten ausgezeichneten Seitenhalt und waren dabei sehr bequem. Die Sitzschalen bestehen laut Porsche aus glasfaser- und kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (GFK/CFK) und bieten hervorragenden Seitenhalt. Genau diesen Eindruck hatte ich auch.

In einem früheren Beitrag habe ich darüber geschrieben, dass sich der Fahrkomfort je nach Sitz verändert. Vielleicht trägt also auch der Sitz zum angenehmen Fahrgefühl bei niedriger Geschwindigkeit bei.
So bequem und sportlich gestaltet die Sportschalensitze auch sind: Für mich als Frau waren sie leider nicht ideal. Ich setzte mich ans Steuer und wollte den Sitz einstellen, doch eine Höhenverstellung gab es nicht. Selbst ganz nach vorn geschoben konnte ich das Kupplungspedal nicht weit genug durchtreten.
Vielleicht liegt es einfach an meinen kurzen Beinen – ich bin knapp 1,60 Meter groß. Jedenfalls konnte ich den GT3 nicht so fahren, wie ich es von unserem eigenen GT3 gewohnt bin.

Mein Mann meinte dazu:
Bei den Sportschalensitzen wäre für kleinere Fahrerinnen vielleicht ein Sitzkissen sinnvoll. Mit PDK ist das womöglich kein so großes Thema, aber bei einem Handschalter muss man die Kupplung durchtreten können – da ist ein Kissen wirklich wichtig.
Der ähnlich benannte und geformte Vollschalensitz, auch „918-Sitz“ genannt, lässt sich in der Höhe verstellen. Für kleinere Fahrerinnen und Fahrer dürfte deshalb der Vollschalensitz besser geeignet sein.
So seine Einschätzung.
Da man in diesem Sitz tief sitzt, ist er außerdem nicht besonders praktisch, wenn zum Beispiel eine Frau im Rock einsteigt oder mitfährt. Das Ein- und Aussteigen dürfte ziemlich umständlich sein – für ein Date also eher nicht die beste Wahl (lacht).

Karosseriesteifigkeit und Fahrgefühl
Der GT3 war mit einem Überrollkäfig ausgestattet. „Der wirkt wirklich noch verwindungssteifer!“, meinte mein Mann. Auch ich hatte den Eindruck, dass das Auto beispielsweise in Kurven noch stabiler lag.

Motor und Motorsound
Der GT3 hatte erst 2.000 Kilometer auf dem Tacho, und der Auspuff war vermutlich noch nicht richtig eingefahren. Vielleicht klang deshalb unser eigener GT3 für mich kraftvoller. Beim 991.2 GT3 öffnen sich die Abgasklappen normalerweise erst oberhalb von 4.000 U/min. Bei diesem Fahrzeug ließ sich der Klappenmodus jedoch per Fernbedienung schon von Anfang an aktivieren.
So war der typische Rennmotor-Sound des GT3 bereits bei niedriger Drehzahl zu hören – das gefiel mir richtig gut.
Mein Mann sagte nach seiner Fahrt:
Im Vergleich zu unserem GT3 Touring war dieser hier – vielleicht ist das einfach eine Frage des einzelnen Fahrzeugs – insgesamt leiser, auch was die mechanischen Geräusche angeht. Auch der Auspuffsound, besonders oberhalb von 4.000 U/min, kam mir etwas zurückhaltender vor. Vielleicht verändert sich durch das Touring- beziehungsweise Clubsport-Paket oder den Überrollkäfig, wie viel Geräusch in den Innenraum gelangt.
Der Motor des GT3 ist und bleibt einfach großartig. Diese Drehfreude ist immer wieder faszinierend.
Und mal ehrlich: Wie viele Menschen auf der Welt dürften schon so viele unterschiedlich konfigurierte GT3 miteinander verglichen haben? (lacht)
Nach all den GT3-Erfahrungen würde ich, wenn ich noch einmal einen kaufen würde, derzeit wohl diese Kombination wählen: Clubsport-Paket, PCCB und PDK. Wobei es natürlich auch davon abhängt, wofür man das Auto nutzen möchte.
Das war sein Fazit.
Porsche 911 GT3: PDK oder Handschaltung?
Die Probefahrt im GT3 mit Handschaltung hat mich wieder daran erinnert: Ein Auto selbst mit der Hand zu schalten und zu kontrollieren, macht einfach Spaß.

Fahre ich einen GT3 mit PDK, sage ich: „Im leistungsstarken GT3 ist das PDK die beste Wahl!“ Sitze ich in einem Handschalter, heißt es: „Handschalten macht einfach Spaß!“ Meine Meinung ändert sich also jedes Mal komplett …
Gerade daran zeigt sich, wie unterschiedlich und reizvoll beide Varianten sind. Sowohl das PDK als auch die Handschaltung haben ihren ganz eigenen Charakter – und beide machen jede Menge Freude.
Der Besitzer wird sich bald von diesem GT3 verabschieden. Umso schöner, dass ich ihn noch kurz vor dem Verkauf fahren durfte. Vielen Dank, dass du mir dein wertvolles Auto anvertraut hast!
Ich würde mich freuen, wenn ich auch dein nächstes Auto einmal fahren dürfte (lacht).
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