【Porsche Owners File #1】Panamera 4 E-Hybrid, Teil 2: Fahrleistungen und Alltagstest
Veröffentlicht: 2018.09.28
5) Laden
Der Ladeanschluss des Panamera 4 E-Hybrid: SAE J1772
Erst nach der Auslieferung habe ich durch eigene Recherche bei „EVsmart“ und in anderen Informationsquellen rund ums Laden herausgefunden, dass es bei den Steckern von Plug-in-Hybriden und Elektroautos im Wesentlichen zwei gängige Standards gibt:
・CHAdeMO (sprich: „Tschademo“; ein Steckersystem des gleichnamigen Branchenverbands)
・SAE J1772(man findet dafür offenbar auch die Bezeichnung IEC 62196?)
Der Panamera 4 E-Hybrid lässt sich offenbar nur mit einem J1772-Stecker laden. Da ich das zunächst nicht wusste, fuhr ich nach der Auslieferung zu einer Einrichtung mit kostenlosen Ladepunkten. Dort ließ sich der Wagen wegen der abweichenden Steckerform jedoch nicht laden.

Bei der Auslieferung habe ich zwar die Ladeanleitung gelesen, konnte sie als Übersetzung aus dem Deutschen aber nicht vollständig verstehen. Zumindest den Hinweis, dass sich der Wagen nicht an allen Ladestationen laden lässt, hätte ich gern direkt bei der Übergabe bekommen. Außerdem lag ein Ladekabel-Set bei, das in Japan offenbar nicht verwendet werden kann.
Die Registrierung beim Japan Charge Network (JCN) ist unerlässlich
Schließlich fand ich heraus, dass ein Unternehmen namens Japan Charge Network (JCN) Ladedienste für Nutzer von Elektroautos und Plug-in-Hybriden anbietet. (Bis ich diese Information gefunden hatte, musste ich ganz schön suchen! Lacht.) Wer keine Mitgliedskarte besitzt, muss sich vorher beim „Japan Charge Network“ anmelden und ein Besucherpasswort anfordern. Der Ablauf ist vergleichsweise einfach:
〘So funktioniert die Anmeldung〙
① Auf dem Smartphone im Anmeldebildschirm auf „Passwort anfordern“ tippen
② „Als Besucher registrieren und Passwort erhalten“ auswählen
③ „Präfektur Tokio“ und den jeweiligen Bezirk auswählen; anschließend erscheinen die verfügbaren Ladestationen
④ Auf „Bestätigen“ tippen
⑤ „Zustimmen“ auswählen
⑥ Kreditkartendaten, Mobilfunknummer und weitere Angaben eingeben
⑦ Das Passwort wird erstellt und eine Bestätigung an die registrierte E-Mail-Adresse geschickt
*Der gesamte Vorgang von ① bis ⑦ dauert etwa eine Minute.
*Nach dem Laden erhält man umgehend eine E-Mail mit Ladedauer, Strommenge und Kosten – sehr praktisch.
Laden in Tokyo Midtown nicht möglich, in Roppongi Hills schon?
Nachdem ich mich beim Japan Charge Network (JCN) registriert hatte, prüfte ich bei „EVsmart“, ob die Ladestation in Tokyo Midtown einen J1772-Anschluss hat, und fuhr zum Laden hin.

Zuerst gibt man am Controller das Passwort und weitere Daten ein, um den Ladevorgang zu starten. Ich probierte es an mehreren Ladepunkten, doch es funktionierte nicht. Der Stecker saß richtig, aber der Controller erkannte ihn nicht – deshalb konnte ich auch kein Passwort eingeben. Nach mehreren Rückfragen beim Händler erhielt ich die Auskunft, dass die Ladestationen in Tokyo Midtown nicht kompatibel seien, das Laden in Roppongi Hills hingegen möglich sei. Also versuchte ich es dort.
Ich fuhr gleich zum Ladepunkt in Roppongi Hills und steckte das Kabel ein. Daraufhin leuchtete die rote Kontrollleuchte rechts auf (in Midtown war sie aus geblieben). Anschließend gab ich das Passwort am Controller ein und der Ladevorgang startete. Ende gut, alles gut! Lacht.

Im Parkhaus P2 von Roppongi Hills gibt es auf den drei Ebenen B2 bis B4 insgesamt sage und schreibe 240 Ladepunkte. Trotzdem sind bei meinen Besuchen immer nur zwei oder drei davon belegt. Warum hat Mori Building so viele Ladepunkte eingerichtet? (Nicht, dass ich mich darüber beschweren würde! Lacht.)

Lädt man zwangsläufig öfter beim Porsche Zentrum?
In der Nähe meiner Wohnung gibt es außer Porsche Zentren nur wenige Ladestationen. Wer ein Porsche Zentrum in der Nähe hat, wird dort daher wahrscheinlich öfter laden. Allerdings sind die Ladepunkte grundsätzlich nur werktags verfügbar und müssen im Voraus reserviert werden. Am besten erkundigt man sich vorher. (*Nicht jedes Porsche Zentrum verfügt über einen Ladepunkt.)
Bei meinem Panamera 4 E-Hybrid liegt der angezeigte Stromverbrauch bei etwa 3,5 kWh pro Kilometer (bisher lag die Anzeige zwischen 3,4 und 3,6). Wird der Wagen etwa vier Stunden an einer normalen Ladestation geladen, steigt die elektrische Reichweite um rund 41 bis 42 km.

Die angezeigte elektrische Reichweite von 50 km gilt unter optimalen Bedingungen. Im Stadtverkehr sind bei voller Ladung eher 35 bis 40 km realistisch; im Sommer mit eingeschalteter Klimaanlage können selbst 25 km schwierig werden.

Außerdem waren alle Ladestationen, die ich an Autobahnraststätten zwischen Süd-Tohoku und der Tokai-Region besucht habe, vom Typ CHAdeMO mit NCS-Authentifizierung. Beim Panamera 4 E-Hybrid dauert es an einer normalen 200-Volt-Ladestation 4,4 Stunden, um die Batterie von leer auf voll zu laden. Für eine kurze Ladepause an einer Autobahnraststätte ist das daher wahrscheinlich keine besonders praktische Lösung.
6) Parken
Wie ich schon im ersten Teil geschrieben habe, war ich elf Jahre lang nicht selbst gefahren. Als ich den über fünf Meter langen und fast zwei Meter breiten Panamera zum ersten Mal in einem 1.950 mm breiten Parklift abstellte, war ich trotz des winterlichen Wetters schweißgebadet. Anfangs konnte ich die Fahrzeugbreite nur schwer einschätzen, und die Warnsignale des Parkassistenten ertönten ununterbrochen. Inzwischen klappt das Einparken problemlos – beim ersten Mal ging es allerdings im wahrsten Sinne des Wortes einen Schritt vor und zwei zurück. Lacht.

Mit öffentlichen Münzparkplätzen in der Stadt lieber nicht rechnen
Auf einem öffentlichen Münzparkplatz mitten in der Stadt habe ich noch nie geparkt. Unter den Parkplätzen, die ich bisher gesehen habe, war keiner in der Innenstadt, dessen zulässige Fahrzeugmaße zum Panamera 4 E-Hybrid gepasst hätten. In Tokio habe ich bisher hauptsächlich in Parkhäusern von Roppongi Hills oder anderen Einrichtungen der Mori Building geparkt.
Man könnte fragen, ob mich die wenigen Parkmöglichkeiten und der große Wendekreis stören. Ganz und gar nicht! Lacht. Hat man einmal die beeindruckenden Fahrleistungen und den besonderen Reiz des Panamera erlebt, ist die Parkplatzsuche kein großes Problem mehr.
Vor der Reise beim Hotel nach dem Parkplatz fragen
Ich liebe Reisen in Onsen, also japanische Thermalbäder. Vor dem Kauf des Panamera bin ich dafür oft mit dem Flugzeug durchs Land gereist. Dieses Jahr war ich bereits etwa fünfmal mit dem Panamera 4 E-Hybrid unterwegs. Vor jeder Reise frage ich beim Hotel oder Ryokan nach den Parkmöglichkeiten.
Ich möchte den Panamera nicht auf einen engen Stellplatz quetschen, wo das Auto nebenan beim Öffnen der Tür „Bumm!“ gegen ihn schlägt.
Bei der Buchung frage ich deshalb immer: „Unser Auto ist etwas größer. Wäre es möglich, für uns zwei Stellplätze zu reservieren?“ Bisher haben alle Hotels und Ryokans, in denen ich übernachtet habe, freundlich auf meine Bitte reagiert.
7) Optionen, die ich gern gewählt hätte, und mögliche Verbesserungen
Diese Optionen hätte ich gern dazubestellt
Rund ein halbes Jahr nach der Auslieferung weiß ich schon besser, welche Optionen ich bei einem erneuten Kauf des Panamera 4 E-Hybrid unbedingt wählen würde:
① 20-Zoll-Räder … Eigentlich wollte ich 20-Zoll-Räder, doch auf den Rat hin, dass der Fahrkomfort darunter leiden könnte, entschied ich mich für 19 Zoll. Später las ich den Artikel „Die Räder des Panamera Turbo: Warum mein Mann sich bewusst für 21 Zoll entschieden hat“ und dachte: „Ach, hätte ich doch 20-Zoll-Räder genommen!“
② Hinterachslenkung … Ich würde gern selbst erleben, wie das Auto zunächst einen größeren Bogen zu fahren scheint und dann plötzlich unglaublich präzise einlenkt.
③ Soft-Close-Türen … Sie verhindern, dass die Türen nicht richtig geschlossen sind und der Warnton ertönt.
Außerdem würde ich gern den Abstandsregeltempostat und die Sportabgasanlage ausprobieren. Allerdings steigt mit jeder zusätzlichen Option auch das Fahrzeuggewicht – ich mache mir daher Sorgen, ob der Panamera dann noch innerhalb der Gewichtsbeschränkung unseres Parklifts liegt.
Das genaue Gewicht des Fahrzeugs mit den gewählten Optionen lässt sich im Moment nur schwer ermitteln. Es wäre schön, wenn wir solche Informationen künftig ebenfalls in der Reihe „Porsche Owners File“ teilen könnten.
Das Navigationssystem ist nicht ganz intuitiv
Große Kritikpunkte habe ich nicht. Wenn ich mir allerdings eine Verbesserung wünschen dürfte, wäre es das Navigationssystem, das sich manchmal etwas ungenau anfühlt. Entfernungen und Ankunftszeiten sind korrekt, aber die Reaktion beim Wechseln von Kartenposition und beim Vergrößern oder Verkleinern der Karte wirkt gelegentlich etwas verzögert. Manchmal frage ich mich: „Warum wurde ausgerechnet diese Route gewählt?“
Die Tankklappe lässt sich nicht so leicht schließen
Auch eine Kleinigkeit ist mir aufgefallen: Die Tankklappe lässt sich nicht besonders leicht schließen. Als mir ein Mitarbeiter an der Tankstelle anfangs dabei half, meinte er: „Ich verstehe nicht so recht, wie das geht …“ Lacht. Mit etwas Übung ist es aber kein Problem.
8) Fazit zum Panamera 4 E-Hybrid
No Panamera, No Life!
Die ausgiebigen Fahrten in den Modi Sport und Sport Plus stehen noch aus, deshalb möchte ich mir kein abschließendes Urteil anmaßen. Aber der kraftvolle Sound und der kräftige Schub nach vorn sind einfach fantastisch. Ein so großes Auto, das sich gleichzeitig geschmeidig und dicht am Asphalt entlang auf der Straße anfühlt – das bietet in dieser Fahrzeugklasse vielleicht nur der Panamera. Wenn ich das Auto noch besser beherrsche, kann ich womöglich ein echtes Zusammenspiel zwischen Fahrer und Fahrzeug erleben.
In anderen Autos muss man kräftig Gas geben, um 150 km/h zu erreichen. Im Panamera 4 E-Hybrid ist man plötzlich schneller unterwegs, als man beabsichtigt hat. (Selbstverständlich halte ich mich normalerweise an die geltenden Tempolimits.) Das ist ein großer Unterschied. Als Allradler mit einer Höchstgeschwindigkeit von 278 km/h verfügt der Wagen über enorme Reserven – und genau deshalb kann man sich als Fahrer vertrauensvoll auf ihn verlassen.
Vor Kurzem war ich zur Probefahrt mit einem deutschen Auto einer anderen Marke. Ehrlich gesagt fand ich es „nicht aufregend, irgendwie langweilig“. Es stimmt schon: Wenn man einmal Porsche fährt, kann es schwerfallen, auf ein anderes Auto umzusteigen. Ein bisschen beängstigend ist das schon! Lacht. Ganz nach dem Motto: „No Panamera, No Life!“
Eine persönliche Sache noch: Seit einigen Jahren geht mir das „Kani“, das berühmte Krabbengericht des Nishimuraya Honkan in Kinosaki Onsen, nicht aus dem Kopf. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Anreise von Tokio aus umständlich, deshalb überlege ich, mit dem Panamera hinzufahren. Ich freue mich jetzt schon sehr darauf.
Allerdings ist der Wagen erst seit gut einem halben Jahr bei mir. Ich stehe noch ganz am Anfang, die besonderen Qualitäten des Panamera 4 E-Hybrid wirklich kennenzulernen. Das macht Vorfreude – und aus irgendeinem Grund spüre ich dabei auch eine gewisse Anspannung.
9) Was bedeutet Porsche für Sie?
Zum Schluss: Was bedeutet Porsche für Sie?
„Porsche ist pure Begeisterung!“
Ich wollte ein Auto, das mich begeistert. Schon ein Tritt aufs Gaspedal lässt dieses Gefühl aufkommen – und auch die Aussicht auf eine lange gemeinsame Zeit mit dem Wagen sorgt für Vorfreude!
Auch ich habe mich ursprünglich in den Panamera verliebt und deshalb diesen Blog gestartet. Beim Lesen von Poruporu 4Es Bericht dachte ich immer wieder: „Genau! Ganz genauso ist es!“ Ich hoffe, dass noch viel mehr Menschen die Faszination dieses ultimativen Sportwagens, des Panamera, entdecken. Vielen Dank, Poruporu 4E, dass Sie Ihre Erfahrungen mit uns geteilt haben.
Wenn Ihnen dieser Blog gefällt, folgen Sie ihm.


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