911 Dakar der zweiten Generation in Schweden gesichtet – Wie verändert das T-Hybrid-System den „besten 992-Vorfacelift“?

ポルシェ911 ダカール
Porsche 911

Dakar auf 992.2-Basis: Prototyp in Nordeuropa erblickt

Der 911 Dakar kehrt zurück.

Im März 2026 wurde im nördlichen Schweden ein Prototyp des neuen 911 Dakar auf Basis des 992.2 gesichtet. Die erhöhte Bodenfreiheit, breiten Kotflügel und Offroad-Reifen erinnern klar an den Stil des ersten Dakar-Modells. Eine äußerliche Veränderung ist, dass die vorderen Blinker nun in die Scheinwerfer integriert sind – ein typisches Merkmal der 992.2-Generation. Der Heckflügel war beweglich, wie bei den Standardmodellen, statt fest installiert. Dies könnte auf den Entwicklungsstand zurückzuführen sein.

Besonders spannend ist der Antriebsstrang. Der neue Dakar soll das T-Hybrid-System aus dem späten 992 Carrera GTS erhalten. Der 3,6-Liter-Einzelturbo wird mit elektrischer Unterstützung kombiniert und soll etwa 541 PS leisten. Das sind rund 60 PS mehr als die 480 PS des ersten Dakar. Allradantrieb und PDK-Getriebe bleiben erhalten. Innenraum-technisch wird man mit den digitalen Instrumenten und dem aktualisierten Infotainment der 992.2-Reihe rechnen können. Der Verkaufsstart wird für die zweite Hälfte 2026 beziehungsweise als Modelljahr 2027 prognostiziert.

Mit dem Bruder-Dakar gefahren – was macht ihn zum „besten 992 Vorfacelift“?

Zum ersten 911 Dakar habe ich eine sehr persönliche Bindung.

Mein Bruder besitzt einen Dakar, und ich hatte die Gelegenheit, ihn ausführlich zu fahren. Obwohl er auf dem 992 Vorfacelift Carrera GTS basiert, ist der Dakar deutlich einfacher zu fahren und bietet mehr Komfort als der GTS. Die erhöhte Sitzposition sorgt für optimale Übersicht, und selbst im Stadtverkehr fühlt er sich angenehm handhabbar an. „Guter Fahrkomfort“ ist bei einem 911 kein häufiges Lob, doch der Dakar schafft genau das – trotz des höheren Schwerpunkts durch die Bodenfreiheit. Tatsächlich fährt er sich im Alltag souverän und entspannt.

Porsche 911 Dakar

Vor allem aber: der Sound begeisterte. Der Auspuffsound kommt sehr nahe an den des Vorfacelift Carrera T heran und vermittelt das pure Vergnügen eines hochdrehenden Boxermotors. Für mich sind Carrera T und Dakar die „beiden spaßigsten 992 Vorfacelift-Modelle“. Der Carrera T punktet mit manuellem 7-Gang-Getriebe und purer Fahrfreude, der Dakar mit seinem einzigartigen Charakter und überraschender Alltagstauglichkeit. Beide zeigen Facetten des 992, die sich deutlich von GTS und Turbo-Modellen unterscheiden.

Erwartungen an den T-Hybrid Dakar – und die Sorgen

Die zweite Generation macht wirklich Lust auf mehr. Trotzdem gibt es auch Bedenken.

Viele Besitzer des späten 992 GTS mit T-Hybrid äußern interessante Meinungen: „Er ist zwar schnell, aber nicht so spannend wie der frühe 992“ oder „Der Sound fehlt etwas“. Tatsächlich wurde bei T-Hybrid nur noch ein Einzelturbo verbaut, und die Wastegate-Klappe entfällt. Zudem sorgt ein Partikelfilter für eine gedämpftere Abgasanlage als in der Twin-Turbo-Phase der frühen 992. Dass Porsche den Innenraumklang elektronisch über Lautsprecher verstärkt, spricht Bände über die Herausforderungen.

Nicht zu vergessen sind die Euro-7-Abgasnormen, deren Verschärfungen die nächste Entwicklung stark beeinflussen werden. Der rohe, unverfälschte Sound wie beim ersten Dakar oder Carrera T könnte bei der zweiten Generation schwer zu erwarten sein. Jedoch bringt das T-Hybrid-System auch Vorteile: Der elektrische Turbolader eliminiert Turboloch und verbessert die Ansprechgeschwindigkeit, was vor allem im Offroad- und niedrigen Drehzahlbereich ein echtes Plus ist. Für den Dakar-Charakter ist das sicher ein Willkommenszeichen, auch wenn das „drehfreudige Fahrvergnügen“ etwas in den Hintergrund rückt – was trotzdem bedauerlich wäre.

Ist der Ruf als „meistverkaufter 911 auf dem Gebrauchtwagenmarkt“ gerechtfertigt?

Internationale Medien bezeichneten den ersten Dakar als „den meistweiterverkauften 911“. Ich habe etwas tiefer recherchiert.

In der Tat gibt es mehrere dokumentierte Fälle von Weiterverkäufen. Auf dem japanischen Car Sensor-Portal sind gerade vier Fahrzeuge gelistet. Alle haben weniger als 1.000 Kilometer und liegen preislich zwischen 45 und 50 Millionen Yen. Vor kurzem gab es sogar einen mit über 30.000 Kilometern für knapp 30 Millionen Yen. Das spricht für eine sehr gute Wertstabilität. International gibt es Beispiele, in denen Fahrzeuge mit nur etwa 800 Kilometern für über 100.000 US-Dollar Gewinn verkauft wurden. Autauktionen zeigen einen durchschnittlichen Handelspreis von rund 319.000 US-Dollar, bei einem Neupreis von etwa 220.000 bis 240.000 US-Dollar. Im Januar 2026 wurde sogar ein Rekordverkauf für 550.000 US-Dollar dokumentiert.

Trotzdem wirkt die Bezeichnung „meistverkaufter 911“ etwas übertrieben. Von den 2.500 limitierten Einheiten ist nicht klar, wie viele wirklich gehandelt wurden. Die hohe Aufmerksamkeit rührt vor allem von den beeindruckenden Reseller-Preisen her, während die meisten Besitzer ihre Fahrzeuge ganz normal fahren. Klar ist, dass sich mit dem Dakar Geld verdienen lässt, doch das definiert nicht das Wesen dieses Autos.

Dakar

Begrenzte Modelle zum Fahren – genau das macht ihren Reiz aus

In letzter Zeit gab es eine Flut an Limited Editions von Porsche, die auf Dauer etwas ermüdend wirken.

Sitzbezüge im Pepita-Muster, braune Innenausstattung, Heritage Design Pakete – die historischen Werte sind nachvollziehbar, und als Sammlerstücke haben sie zweifellos ihren Reiz. Aber persönlich suche ich nach „einem Auto, das man täglich fahren kann und das bei jeder Fahrt Freude bereitet“. Kein Fahrzeug, das nur in der Garage steht. Aus dieser Warte ist der 911 Dakar eines der wenigen limitierten Modelle, die wirklich zum Fahren gemacht sind.

Der erste Dakar hinterließ bei mir einen bleibenden Eindruck: Diese Kombination aus Komfort und Fahrspaß ist einzigartig. Wie sich die zweite Generation mit T-Hybrid verändert, ob Porsche das Thema Sound löst – das bleibt spannend. Trotz aller Bedenken bin ich auch voller Vorfreude. Sollte es eine erneute limitierte Auflage geben, würde ich diesmal selbst zuschlagen wollen. Nicht nur für ein paar Hundert Kilometer als Spekulationsobjekt, sondern um ihn auf Kieswegen und Alpenpässen richtig zu genießen. So verstehe ich den Dakar.

Hiro

Minaの夫です。 ファッションやステータスシンボルのためにクルマは乗りません。 運転して楽しく、工業製品として優れ、作り手の意思が感じられるようなクルマを好んで乗ります。長距離ツーリングをこよなく愛し、「クルマは走らせてナンボ」と思ってます。休日には日本全国を愛車で旅しています。 ブログでは主に試乗レポートやツーリング記などを執筆しています。またブログのシステム周りやチューニングなども担当しています。

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