„Wer Porsche fährt, sollte sich keine Gedanken über den Verbrauch machen“ – stimmt das?
公開日:2018.09.25
„Auf den Verbrauch sollte man nicht schauen“
Vor Kurzem traf ich jemanden, der meinem Mann und mir schon lange verbunden ist. Er hatte sich einen 981 Boxster Black Edition gekauft, und wir nutzten die Gelegenheit, uns ausführlich darüber zu unterhalten. (Über unser Gespräch möchte ich später noch in der Reihe „Porsche Owners File“ berichten.)
Wir kennen uns inzwischen seit gut zehn Jahren. Doch selten habe ich ihn so begeistert erlebt: „Der Boxster ist einfach großartig!“, sagte er mit leuchtenden Augen. Da wurde mir einmal mehr bewusst, welche besondere Wirkung ein Porsche haben kann.
Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir seine Aussage zum Verbrauch:
„Auf kurvigen Bergstraßen gebe ich ordentlich Gas und fahre den Boxster auch im Alltag. Dabei liegt der Verbrauch meistens bei etwa 10 bis 11 km/l – das finde ich völlig in Ordnung. Aber ganz ehrlich: Wenn man Porsche fährt, sollte man sich über den Verbrauch grundsätzlich keine Gedanken machen. Es wäre doch schade, beim Fahren ständig darauf zu achten. Ein Porsche ist dafür da, den Fahrspaß voll auszukosten!“
Das leuchtet ein. Und solche Aussagen habe ich nicht nur ein- oder zweimal gehört. Die meisten Porsche-Fahrer, die ich bisher getroffen habe, meinten, man solle sich beim Porschefahren keine Gedanken über den Verbrauch machen.
Ein Leser, der damals auf die Auslieferung seines Panamera 4 E-Hybrid wartete, schrieb einmal einen Kommentar in diesem Blog:
„Persönlich hat mich der Porsche 919 Hybrid, der in Le Mans so erfolgreich war, für Porsche begeistert. Ich wollte diese Technologie selbst erleben und habe mich deshalb für den Panamera 4 E-Hybrid entschieden. Das Thema Umweltfreundlichkeit steht für mich nicht im Vordergrund.“
Auch mein Mann sagt immer wieder: „Wenn du einen Panamera Turbo fährst, solltest du dir über den Verbrauch keine Gedanken machen.“
Natürlich verbrauchen aktuelle Porsche deutlich weniger als die früheren Modelle – seit dem Wechsel von luft- zu wassergekühlten Motoren und von Saugmotoren zu Turbos hat sich einiges getan. Und angesichts der Größe und Leistung unseres Panamera Turbo ist sein Verbrauch vermutlich gar nicht schlecht.
Was sagen Porsche-Fahrer im Internet?
Wer vor allem auf einen niedrigen Verbrauch Wert legt, ist mit einem sparsamen Auto vermutlich besser beraten. Aber heißt das, dass Menschen, die einen Porsche kaufen, weder Umweltfreundlichkeit noch Effizienz wichtig finden? Aus Neugier habe ich online nachgelesen und dabei unter anderem diese Kommentare zum Porsche-Verbrauch gefunden:
Man fährt schließlich einen Porsche – was bringt es da, die Leistung zurückzuhalten, nur um den Verbrauch zu senken?
*https://automove.jp/?p=58224
Meiner Meinung nach ist der Verbrauch des Cayenne nicht niedrig. Angesichts seiner Fahrleistungen lässt sich das aber wohl kaum vermeiden. Wer einen kaufen möchte, sollte sich mit dem Verbrauch arrangieren können. Der Cayenne ist ein faszinierendes Auto – wenn man ihn erst einmal besitzt, macht man sich über den Verbrauch keine Gedanken mehr.
*https://www.navikuru.jp/review/porsche/cayenne/2010/fuel/
Man entscheidet sich für einen Sportwagen in dieser Preisklasse, weil man Fahrspaß sucht. Da wäre es doch ärgerlich, wenn man dafür beim Fahren Abstriche macht, nur um Sprit zu sparen.
*https://detail.chiebukuro.yahoo.co.jp/qa/question_detail/q13137438173
Wer einen 911 Turbo S kaufen möchte, macht sich möglicherweise nicht allzu viele Gedanken über den Verbrauch.
*https://www.autocar.jp/firstdrives/2013/08/27/48553/
Das klingt einleuchtend. Diesmal habe ich zwar vor allem Stimmen von Menschen gesammelt, die sich wenig Gedanken über den Verbrauch machen. Trotzdem fiel mir auf, dass es überraschend wenige Artikel gibt, die den Porsche-Verbrauch überhaupt thematisieren. Vielleicht zeigt schon das, dass viele von einem Porsche gar keinen besonders niedrigen Verbrauch erwarten.
Was meint der Motorjournalist Gorō Okazaki?
Bei meiner weiteren Recherche stieß ich auf einen Artikel mit einer Aussage des Motorjournalisten Gorō Okazaki. Darin ging es um seine persönlichen Kriterien bei der Autowahl:
„Ich habe noch nie ein Auto nach seinem Verbrauch ausgewählt. Das heißt nicht, dass mir der Verbrauch völlig egal wäre. Ich möchte ein Auto fahren, das ich mag, das Spaß macht, zu mir passt und meine Stimmung hebt. Wenn es dann auch noch sparsam ist, umso besser.“
*Gorō Okazaki: „Mit dem Auto unterwegs“, Folge 85 – Die richtige Wahl des Autos
Ganz genau! Motorjournalisten bringen solche Gedanken einfach auf den Punkt – daran merkt man die Erfahrung vom Fach. Ich vermute, viele Porsche-Fahrer sehen das ähnlich.
Auch ich habe mir zum Ziel gesetzt, eines Tages meinen eigenen Porsche zu kaufen (in letzter Zeit geht mir der 911 Targa nicht aus dem Kopf). Wenn ich mir einen Porsche leisten möchte, sollte ich wohl vor allem genug verdienen, damit ich mir über den Verbrauch keine Gedanken machen muss. Also: Ärmel hochkrempeln!
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