Probefahrt mit dem Mazda Spirit Racing Roadster: Die Unterschiede aus Sicht eines Boxster-Fahrers
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Als Boxster-Fahrer eine Probefahrt im MSpR Roadster
Ich hatte die Gelegenheit, den Mazda Spirit Racing Roadster, im Folgenden MSpR Roadster genannt, zu fahren. Deshalb möchte ich aus der Perspektive eines Boxster-Fahrers einen Vergleich ziehen. Fangen wir mit den technischen Daten an: Der verbaute 2-Liter-Reihenvierzylinder leistet 184 PS bei 7000 U/min und entwickelt ein maximales Drehmoment von 205 Nm bei 4000 U/min. Dieser Motor entspricht im Wesentlichen dem des Roadster RF. Das Getriebe ist ausschließlich ein 6-Gang-Schaltgetriebe.
Am Fahrwerk sind 17-Zoll geschmiedete Aluminiumräder von Rays montiert, bereift mit 205/45R17 Bridgestone Potenza S001. Leichtgewichtige und steife Bremssättel von Brembo aus Hochleistungs-Aluminiumlegierung sind Serie. Die Dämpfer stammen von Bilstein und verfügen über eine Höhenverstellung, ähnlich wie auch beim NR-A. Das Gesamtgewicht beträgt dabei nur 1.070 kg.

Optisch fällt der MSpR Roadster kaum auf: Ein Aero-Kit und ein Heckspoiler sind die einzigen Abweichungen zum normalen Roadster. Doch im Innenraum ändert sich der Eindruck dramatisch. Semi-Buckets von Recaro und Alcantara-Veredelungen sorgen für ein hochwertiges Ambiente. Auch angesichts des Preises von rund 50.000 Euro wirkt die Ausstattung sehr stimmig.
Der 2-Liter-Sauger füllt die Lücke zum 1,5-Liter perfekt
Beim Starten klingt der Motor etwas kerniger als beim 1,5-Liter. Der Unterschied fällt durch die stärkere Stimme des 2-Liter-Aggregats sofort auf. Das Einsteigen und Handling vermitteln ein vertrautes Gefühl wie beim bisherigen ND Roadster. Kupplung und Schaltung sprechen sehr direkt an, so dass auch Einsteiger problemlos klarkommen sollten. Diese leichte Bedienbarkeit überzeugt nach wie vor.

Die Beschleunigung ist agil und das Drehmoment deutlich spürbar stärker als beim 1,5-Liter. Ich habe das kleinere Modell ebenfalls gefahren und sehe hier einen klaren Vorteil. Dennoch sind 184 PS bei einem Sauger kein gigantischer Leistungsausbruch. In den unteren drei Gängen schaltet sich flott hoch. Selbst bei stärkerem Gasgeben im dritten Gang merkt man keine dramatischen Schubwellen. Ehrlich gesagt hätte ich mir etwas mehr Drehmoment gewünscht. Allerdings ist der Motor darauf ausgelegt, in hohen Drehzahlbereichen zu brillieren, daher ist das natürlich ein subjektives Empfinden. Für diejenigen, denen der 1,5-Liter zu schwach war, ist der 2-Liter definitiv eine echte Aufwertung.
Der größte Unterschied: Das überarbeitete Fahrwerk mit mehr Grip
Die größte Veränderung im Vergleich zu meinem Gefühl beim Roadster ist das Fahrwerk. Es vermittelt nun deutlich mehr Stabilität. Ich bin auch schon den komplett serienmäßigen ND gefahren, der sich durch eine weichere Federung und ausgeprägtere Wankbewegungen auszeichnet – das Fahren dort setzt auf große Lastwechsel zum Einlenken. Der MSpR Roadster dagegen dämpft Wankbewegungen spürbar und ermöglicht gleichzeitig eine sehr gute Kurvenlage. Es fühlt sich weniger „fluffig“ als vielmehr deutlich solider an. Das erinnert mich an ein ND 1.5 S Special Package mit HKS-Fahrwerk, das ich früher gefahren bin.

Bei meinem Testwagen war das Fahrwerk noch werkseitig eingestellt und wenig gefahren. Der Besitzer will das Auto noch etwa 2 cm tieferlegen. Tatsächlich wirkt das Fahrverhalten im serienmäßigen Setup etwas „hochbeinig“. Ein Absenken um 2 cm dürfte das Handling und das optische Gesamtbild deutlich verbessern.
Auch die Sitze tragen zur agilen Fahrweise bei. Die Standard-ND-Sitze sind recht weich und vermitteln wenig Seitenhalt, was beim sportlichen Kurvenfahren auffällt. Die festen Recaro-Sitze sitzen präzise, stützen den Körper während der Kurvenfahrt gut und bieten trotz straffer Polsterung hohen Komfort.
Fahrspaß durch kontrolliertes Übersteuern
Wenn ich den MSpR Roadster mit einem anderen Fahrzeug vergleichen sollte, fällt mir mein 987 Boxster Spyder ein. Der 981 Boxster GTS fühlt sich ein wenig „weichfüßiger“ an und tendiert eher zum Untersteuern. Der MSpR Roadster zeigt eine deutliche Neigung zum Übersteuern und will förmlich tief in die Kurven hineinstechen. Dadurch unterscheidet er sich zwar von meinem Spyder, teilt aber die gleiche lebendige und direkte Fahrcharakteristik.

Besonders faszinierend ist das Verhalten in Kurven: Selbst wenn der Lenkwinkel konstant bleibt, verändert sich das Fahrzeugverhalten spürbar, sobald man das Gas pedal dosiert betätigt oder löst – der Roadster „zieht“ dann förmlich nach innen. Dies ist das typische Spiel von Lastwechseln, das den Reiz am Roadster-Fahrerlebnis ausmacht. Es macht unglaublich viel Spaß und spielt sogar auf dem Niveau eines Boxsters, in manchen Situationen vielleicht sogar darüber.
Der entscheidende Unterschied: Wie sich der Schwerpunkt anfühlt
Das Fahren ist ein Vergnügen, aber ich hatte immer das Gefühl, dass sich der Roadster vom Boxster doch unterscheidet. Natürlich liegt der Motor beim Boxster im Mittelmotor-Bereich (MR), während der Roadster einen Frontmotor-Heckantrieb (FR) hat. Doch meiner Meinung nach ist das nicht der einzige Grund. Nach konzentriertem Fahren kam ich zu dem Gefühl, dass die Lage des Fahrzeugschwerpunkts der Knackpunkt ist. Das möchte ich hier näher erläutern.

Beim Boxster vom 986 bis zum 718 fühlt sich der Schwerpunkt der Karosse immer etwa auf Nabel- bis Hüfthöhe an. Beim Roadster hingegen scheint der Schwerpunkt etwas höher zu liegen, eher im Bereich von Brust bis Schulter. Deshalb spürt man zwar die Wankbewegungen weniger durch die Federung, aber gerade beim schnellen Richtungswechsel in einem S-Kurven-Slalom oder beim Lenkeinschlag während der Kurvenfahrt kommt ein leichtes Nachwippen hinzu. Das ist der große Unterschied zum Boxster. Eine Tieferlegung um 2 cm könnte dieses Gefühl merklich verringern.
Warum Porsche-Fahrer den Roadster so gern modifizieren
In meinem Umfeld gibt es viele Porsche-Fahrer, die neben ihrem Porcshe auch einen Mazda Roadster besitzen. Der Besitzer dieses MSpR Roadsters fährt ebenfalls einen Boxster oder Spyder. Wunderbarerweise verzichtet kaum jemand darauf, den Roadster im Originalzustand zu belassen. Es wird immer an Fahrwerk, Optik oder Teilen geschraubt, um ihn dem Porsche-Gefühl anzunähern.
Warum ist das so? Weil der Roadster die richtigen Voraussetzungen mitbringt und großes Potenzial hat. Wenn er nicht von Haus aus faszinierend wäre, würde man sicher nicht so viel Zeit und Geld investieren. Das individuelle Anpassen und Verfeinern ist ein wesentlicher Bestandteil des Fahrspaßes und zeigt die enge Verbindung zum Porsche-Gedanken – maßgeschneiderte Performance und Fahrgenuss.

Ich selbst habe den Wunsch, einen Roadster zu kaufen, schon oft geäußert, konnte es bisher aber nicht umsetzen.
Wenn ich wählen müsste, wäre dieser MSpR Roadster mein Favorit aus den bisher gefahrenen Varianten. Da er auf 2.200 Stück limitiert ist, dürfte ein Neuwagen schwer zu bekommen sein. Alternativ könnte ich mir vorstellen, ein günstigeres 1,5-Liter-Modell gebraucht zu kaufen, mit Recaro-Sitzen und modifiziertem Fahrwerk auszustatten und so viel Freude damit zu haben. Auch eingefleischte Fahrer importierter Fahrzeuge, die auf straffe Fahrwerke und hohe Verarbeitungsqualität Wert legen, dürften mit dem Roadster rundum zufrieden sein.
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