Porsche 911 (996) 40 Jahre: Fahrbericht zum Jubiläumsmodell
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Porsche 911 (996) zum 40. Jubiläum: eine seltene Ikone
Ich hatte die Gelegenheit, das weltweit auf 1.963 Exemplare limitierte Jubiläumsmodell auf Basis des Porsche 911 Carrera (996) zu fahren. Porsche legt seit einigen Jahren zu runden Jubiläen Sondermodelle auf: zum 30., 40. und 50. Geburtstag – und zuletzt zum 60. Jubiläum den bekannten 911 Sport Classic.
Das 40-Jahre-Modell auf Basis des 996 bekommt man nur äußerst selten zu Gesicht. Das 50-Jahre-Sondermodell auf Basis des frühen 991 taucht gelegentlich auf dem Gebrauchtwagenmarkt auf. Diesen 996 zum 40. Jubiläum jedoch habe ich selbst zum ersten Mal live gesehen.
Der 996 gilt bei vielen als unbeliebt. Bei dieser Probefahrt habe ich aufs Neue entdeckt, welche besonderen Qualitäten in ihm stecken.

Die Besonderheiten und das Design des 40-Jahre-Modells
Das Jubiläumsmodell basiert offenbar auf dem Carrera S. Unter der Haube arbeitet ein 3,6-Liter-Saugmotor in Boxerbauweise mit sechs Zylindern und 345 PS. Das Fahrzeug wiegt 1.420 Kilogramm. Das Exemplar, das ich gefahren bin, hatte rund 50.000 Kilometer auf dem Tacho.
Optisch unterscheidet sich der Jubiläums-911 vom normalen 996 durch eine Frontpartie, die an das Turbo-Modell erinnert. Am Heck sitzt neben dem 911-Schriftzug dezent ein Jubiläumsbadge. Auf den ersten Blick wirkt er wie ein gewöhnlicher 996 – wer genauer hinsieht, erkennt jedoch ein ganz besonderes Modell.


Die Karosserie ist in GT-Silbermetallic lackiert – eine Farbe mit besonderer historischer Bedeutung.
Sie wurde einst als exklusiver Farbton für den legendären Carrera GT eingeführt. Als erstes Modell übernahm der 911 zum 40. Jubiläum diese Farbe. Auch die Räder tragen ein exklusives Design mit polierter Oberfläche und unterstreichen den reizvollen Auftritt.
Hochwertiger Innenraum mit besonderem Flair
Auch der Innenraum ist speziell gestaltet: Ein 911-Emblem auf der Mittelkonsole sorgt für eine persönliche Note. Das Exemplar, das ich gefahren bin, war innen erstaunlich gut erhalten. Selbst die Sitze waren straff und wirkten beinahe wie neu. Angesichts von mehr als 50.000 Kilometern auf dem Tacho war der Zustand beeindruckend – die Atmosphäre ließ sogar an den Duft eines Neuwagens denken.


Stark auf Landstraßen: Fahrleistung und Komfort des 996
Das 40-Jahre-Modell hat ein manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe. Den 996 GT3 hatte ich schon einmal gefahren, bei den Carrera-Modellen kannte ich bisher jedoch nur die Tiptronic. Entsprechend gespannt war ich auf das Fahrgefühl mit Handschaltung.
Beim Starten erwacht der Motor überraschend lebhaft zum Leben.
Auch die Drehzahlnadel schnellt flink nach oben und vermittelt sofort, wie spontan der Motor anspricht. Die Kupplung hat einen angenehmen Widerstand, und auch das Schalten fühlt sich präzise an. Anders als beim modernen 992, dessen Gänge knackig einrasten, hat das Getriebe hier etwas mehr Spiel – genau das sorgt für eine angenehm ausgewogene Schaltcharakteristik.

Im Stadtverkehr fallen vor allem die Laufruhe und die geringe Geräuschentwicklung des Motors auf. Beim Hochschalten vom ersten über den zweiten bis in den dritten oder vierten Gang beschleunigt der 996 gleichmäßig und ohne Mühe. Der drehzahlfreudige Saugmotor macht die Beschleunigung besonders reizvoll; Vibrationen und Geräusche bleiben dabei angenehm zurückhaltend.
Selbst wenn man den ersten Gang bis knapp 4.000/min ausdreht, wirkt weder der Motor noch das Getriebe angestrengt. Das ist bemerkenswert: Nur wenige Autos beschleunigen im ersten Gang so mühelos und bieten dabei so wenig Motorgeräusch und Drehzahlschwingungen.
Auch im Alltag macht das Beschleunigen deshalb richtig Freude. Man kann den ersten Gang schön ausdrehen und anschließend nahtlos in den zweiten schalten – das Ergebnis ist ein wunderbar gleichmäßiger Schub.
Der Fahrkomfort ist ebenfalls ausgezeichnet und erinnert an den Carrera S des frühen 991. Vibrationen sind kaum spürbar, der Komfort kann es durchaus mit modernen Autos aufnehmen. Da der 996 außerdem schmaler ist als die aktuellen Modelle, lässt er sich im Stadtverkehr leicht manövrieren. Wie auch der Besitzer sagte, erinnert das Fahrgefühl an Mercedes-Modelle jener Zeit wie den R129 oder W124: gelassen, satt und vertrauenerweckend. Insgesamt wirkt der 996 ausgesprochen hochwertig.
Was den 996 zum 40. Jubiläum so besonders macht
Für mich verkörpert der 996 zum 40. Jubiläum den Kern dessen, was einen Porsche ausmacht. Vielleicht beschleunigt er nicht so schnell wie die neuesten Modelle, doch sein fahrerisches Vergnügen und die enge Verbindung zwischen Auto und Fahrer sind unvergleichlich.
Der Besitzer, der bereits zahlreiche Porsche erlebt hat, ist von diesem Auto so begeistert, dass er sagt: „Endlich habe ich ihn gefunden.“ Nach all den verschiedenen Porsche-Modellen, die er besessen hat, kennt er wohl dieses Gefühl: Am Ende zieht es einen wieder zu genau diesem Auto zurück.

Gerade wer schon einmal leistungsstärkere Porsche-Modelle gefahren ist, dürfte die Qualitäten dieses 996 zum 40. Jubiläum zu schätzen wissen. Wer nicht vor allem modernste Technik oder überwältigende Performance sucht, sondern die Beziehung zwischen Auto und Fahrer und die Freude am Fahren in den Mittelpunkt stellt, findet in diesem 911 eine ideale Wahl.
Die GT-Silbermetallic-Lackierung, die exklusiven Räder und die limitierte Stückzahl machen ihn zudem zu einem begehrten Sammlerstück. Der 996 zum 40. Jubiläum vereint Porsche-Geschichte und Technik und ist zweifellos ein besonderer 911 – einer, von dem viele Porsche-Fahrer träumen.
Auch ich habe mich in dieses Auto regelrecht verliebt. „Mehr 911 brauche ich nicht.“ Genau dieses Gefühl hat er in mir geweckt.
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