Mazda MX-5 (ND) im Fahrbericht: Wie erlebt ein Boxster-Fahrer den Roadster?

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Tests & Fahrberichte

Der Roadster-Fahrbericht meines Mannes, eines Porsche-Fahrers

Der erste Eindruck

Als ich langsam losfuhr, fiel mir zuerst der ziemlich gewöhnliche Motorensound auf. Er klang wie bei einem ganz normalen Pkw. Dabei liest man in Berichten über die Entwicklung des Roadsters oft, man habe dem Sound besondere Aufmerksamkeit gewidmet und ihn sorgfältig abgestimmt. Da dachte ich zunächst: „Hm, klingt er wirklich so zurückhaltend und gewöhnlich?“

Ich schaltete vom zweiten in den dritten Gang und beschleunigte. „Moment, der kommt ja kaum vom Fleck. Und die Drehzahl steigt langsam.“ So fühlte es sich jedenfalls an. Kein Wunder: Mein Körper hatte gerade noch einen 500 PS starken GT3 mit Schaltgetriebe bewegt – da war mein Maßstab völlig verrutscht.

Kurvenverhalten

Ich beruhigte mich, legte meine Vorurteile ab und konzentrierte mich ganz auf das Auto.

Zunächst nahm ich die Kurven langsam und achtete dabei auf die Kraftentfaltung und den Charakter des Motors. Da waren die Eindrücke, die ich eben noch als Schwächen empfunden hatte, mit einem Schlag wie weggeblasen. Der Kontakt der Reifen zur Straße war klar über Lenkrad und Fahrwerk zu spüren, und von einer nachgiebigen Karosserie war nichts zu merken. Das Fahrwerk rollte ausgewogen und in angemessenem Maß; dabei wurde das kurvenäußere Rad spürbar belastet.

Der Roadster zog seine Bahnen angenehm geschmeidig und stabil durch die Kurven.

Vor langer Zeit hatte ich einmal kurz einen NB und einen NC gefahren. Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass ein Roadster so überzeugend fährt.

Im Vergleich zum Boxster neigt sich der Roadster stärker zur Seite, doch dieses Wanken wirkt keineswegs unsicher. Die Karosserie neigt sich auch nicht endlos weiter, sondern fängt sich nach einem gewissen Maß. So lässt sich die Seitenneigung nutzen, um das Auto mit der Gewichtsverlagerung durch die Kurve zu führen. Bei diesem Exemplar waren die Stabilisatoren ausgetauscht worden; wie sich die Serienversion fährt, kann ich daher nicht sagen. Diese Abstimmung fühlte sich jedenfalls sehr ausgewogen an.

Der Boxster bleibt im Vergleich flacher auf der Straße und fährt sich für mich eher so, als würde er Kurven über die Gewichtsverlagerung zwischen Vorder- und Hinterachse nehmen. Als Mittelmotorauto dreht er sich außerdem gefühlt um sein Zentrum – fast wie ein Kreisel. Beim Roadster hingegen schien die Drehachse weiter vorn zu liegen, ungefähr in der Nähe des Fahrersitzes.

Beim Fahren macht der Roadster unglaublich viel Spaß. Mühelos und leichtfüßig flitzt man durch die Serpentinen, als wäre man plötzlich ein besserer Fahrer. Es machte so viel Spaß, dass ich am Steuer immer wieder laut vor mich hin sagte: „Das Auto ist ja richtig klasse!“ (schwitz)

Im dritten und vierten Gang klang der Motor ganz anders als zunächst erwartet. Der Sound ist nicht spektakulär, aber einfach angenehm. Mit Lautmalerei ließe er sich nur als „Brrrm, brrrm“ beschreiben – doch dahinter steckt ein schöner Rhythmus und ein spürbarer Puls. Das ergibt einen wirklich wohltuenden Klang.

Der Sound lässt einen sofort daran denken, wie schön es wäre, auf einer Landstraße durch die ländliche Gegend ein oder zwei Gänge niedriger dahinzurollen.

Motorleistung

Auch bei der Motorleistung änderte sich mein erster Eindruck deutlich. Sie passt hervorragend zur leichten Karosserie, die nur etwa eine Tonne wiegt. Aus dem Stand mag die Beschleunigung tatsächlich etwas verhalten sein. Auf einer kurvigen Strecke fühlt sich die Leistung aber nicht zu knapp an: Sie lässt sich genau so dosieren, wie man es möchte – und vollständig nutzen. Gerade dieses Gefühl, den Motor richtig ausfahren zu können, macht großen Spaß.

Während der Fahrt wirkt die Leistung also genau richtig und vollkommen ausreichend. Das hat mich wieder daran erinnert, dass man ein Auto nicht allein nach der Motorleistung beurteilen sollte.

Bremsen

Bei den Bremsen hatte ich den Eindruck, dass sich die Verzögerung eher über den Pedalweg als über die Pedalkraft dosieren lässt. Persönlich hätte ich mir etwas mehr Bremsleistung gewünscht. . Natürlich gibt es noch weitere Unterschiede, doch dieser blieb mir besonders im Gedächtnis.

Bei Porsche hat das Bremsen bei allen Modellen etwas Eigenes – ein Gefühl, das Spaß macht und sich richtig gut anfühlt. Die Freude am Beschleunigen über das Gaspedal kennt man von vielen Autos. Porsche bietet aber auch beim Gegenteil, beim Verzögern, ein besonderes Fahrerlebnis: Man tritt auf die Bremse und das Auto wird genau so langsamer, wie man es erwartet.

Die Bremsen des Roadsters vermittelten mir nicht dieselbe besondere Freude. Trotzdem möchte ich betonen, dass sie mir zu keinem Zeitpunkt Anlass zu Unsicherheit oder Bedenken gaben.

Fazit

Das war mein kurzer Fahrbericht. Wenn ich mich unter den japanischen Autos entscheiden müsste, wäre der Roadster auf jeden Fall in der engeren Auswahl. Ehrlich gesagt würde ich, wenn ich keinen Boxster hätte, wohl sofort zum Mazda-Händler fahren.

Im Vergleich zum ersten Modell ist der Roadster zwar teurer geworden. Für die gebotenen Fahreigenschaften ist der Preis aber angemessen – vielleicht sogar ein echtes Schnäppchen. Natürlich liegen Boxster und Roadster in ganz unterschiedlichen Preisklassen. Vergleicht man technische Werte und reine Leistungsdaten wie Motorleistung und Bremskraft, hat der Boxster selbstverständlich die Nase vorn.

Doch auch wenn beide Autos unterschiedliche Ziele verfolgen, ist der Roadster beim Fahrspaß auf subjektiver Ebene mindestens auf Augenhöhe mit dem Boxster. Gerade auf einer kurvigen Strecke wie dem Royu Driveway ist das Fahrerlebnis fantastisch. Natürlich hängt die persönliche Bewertung vom eigenen Geschmack ab – doch der Unterschied im Fahrspaß ist längst nicht so groß wie der Preisunterschied.

Ein bekannter Autohersteller wirbt mit dem Slogan „Fun to Drive“. Ich finde, diesen Spruch müsste eigentlich der Roadster für sich beanspruchen. So viel Spaß macht dieses Auto.

Vielen Dank an den Besitzer für die Probefahrt!

Mina

ポルシェブログ「ポルシェがわが家にやってきた」管理人、3児の母。数年前までは、車に全く興味が無かったが、夫がポルシェを買ってきたことをきっかけにポルシェの素晴らしさを知り、ついには自分でMT車を購入するなどし、現在に至る。 ブログでは、クルマオタクの夫と、夫に洗脳されていく妻の日常を書いています。

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