Porsche-Bremsen im Vergleich: PCCB, PSCB oder Serienbremse – welche passt zu Ihnen?
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Wer über Porsche spricht, kommt an einem Thema nicht vorbei: den Bremsen.
Porsches Bremssysteme gelten als „die besten Bremsen der Welt“ und sind genauso wichtig wie die Beschleunigungsleistung. Wer schon einmal einen Porsche gebremst hat, dürfte es kennen: Diese Bremsen sind nicht einfach nur dafür da, das Auto anzuhalten. Sie vermitteln die Freude daran, die Verzögerung präzise zu dosieren – echte Ingenieurskunst.

Reifen des Boxster GTS
Als ich zum ersten Mal in einem 981 Boxster GTS saß, war ich von der Qualität der Bremsen wirklich beeindruckt.
Autos, die viel Fahrspaß beim Beschleunigen bieten, gibt es viele. Doch nur bei Porsche habe ich das Verzögern als ebenso begeisternd erlebt wie das Beschleunigen. Leser fragen mich immer wieder, ob sich die PCCB lohnt. Deshalb schauen wir uns Porsches Bremssysteme und die Unterschiede zwischen Serienbremse, PSCB und PCCB genauer an.
Die Porsche-Serienbremse: Leistung auf höchstem Niveau
Porsches Serienbremsen haben Bremsscheiben aus Grauguss.
Die meisten sind innenbelüftet; je nach Ausführung kommen auch gelochte Bremsscheiben zum Einsatz. Vier- oder Sechs-Kolben-Bremssättel sorgen für hohe Steifigkeit und ein präzises Ansprechverhalten.

Boxster Black Edition
Typisch für Porsche ist der kurze Pedalweg. Innerhalb dieses kurzen Weges lässt sich die Bremskraft über den Pedaldruck präzise dosieren. Das kann zunächst ungewohnt sein, doch sobald man sich daran gewöhnt hat, ist es schlicht großartig: So wie das Gaspedal die Beschleunigung steuert, lässt sich mit dem Bremspedal die Verzögerung kontrollieren. Dieses Gefühl ist in kaum einem anderen Auto so erlebbar.
Auch die reine Bremsleistung ist überzeugend. Die besondere Stärke der Porsche-Bremse liegt jedoch in ihrer hervorragenden Dosierbarkeit.
PSCB und PCCB: Die Unterschiede im Überblick
PSCB steht für Porsche Surface Coated Brake. Dabei werden Grauguss-Bremsscheiben mit einer Keramikschicht versehen. Die weißen Bremssättel sind ein Erkennungsmerkmal; außerdem entsteht deutlich weniger Bremsstaub.
Das Bremssystem wurde vom japanischen Unternehmen Akebono entwickelt und ist unter anderem für Modelle wie den Cayenne erhältlich. Für echte Sportwagen wie den 718 oder den 911 wird es jedoch nicht angeboten.

Fahrzeug mit PCCB
Berühmt für ihre gelben Bremssättel ist die PCCB.
Die Porsche Ceramic Composite Brake besitzt Bremsscheiben aus Keramik, die über 50 Prozent leichter sind als Graugussscheiben. Sie bietet über einen breiten Temperaturbereich eine gleichmäßige Bremsleistung, auch bei wiederholten Bremsungen. Das deutlich geringere Gewicht der ungefederten Massen lässt die Fahrwerkskomponenten schneller auf Unebenheiten reagieren und verbessert Grip, Lenkansprechen und Fahrstabilität bei hohem Tempo spürbar.
Meine erste PCCB wählte ich für einen 991 GT3 Touring. Die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten übertraf meine Erwartungen. Selbst bei zwei GT3-Modellen macht sich die PCCB in der Fahrcharakteristik deutlich bemerkbar. Bei niedrigem Tempo wirkt die Serienbremse etwas komfortabler, doch mit zunehmender Geschwindigkeit zeigt die PCCB ihre Stärken. Das ganze Auto fühlt sich leichter und agiler an. Wer diesen Unterschied selbst erlebt, kann den Preis von meist mindestens 1,5 Millionen Yen – je nach Modell auch mehr – gut nachvollziehen.
PCCB: Häufige Irrtümer und die richtige Wahl
Oft höre ich die Sorge, dass die PCCB bei niedrigen Temperaturen nicht richtig bremse. Diese Annahme ist längst überholt.
Zumindest die PCCB-Systeme, die ich seit der 991-Generation kenne, bremsen vom ersten Losfahren an ganz normal. Manche finden das Pedalgefühl zunächst ungewohnt. Die meisten gewöhnen sich aber schon nach wenigen Bremsungen daran. An die abrupt ansprechenden Bremsen mancher japanischer Autos gewöhnt man sich oft deutlich schwerer.

Wer häufig auf der Rennstrecke unterwegs ist, sollte die PCCB allerdings nicht wählen.
Der Einsatz unter extremen Bedingungen ist nicht ideal, und ein Austausch kann sehr teuer werden. Wer hauptsächlich auf öffentlichen Straßen fährt und höchstens ein- oder zweimal im Jahr gelegentlich auf die Rennstrecke geht, sollte sich die PCCB dagegen unbedingt ansehen. Auch mein Spyder RS ist damit ausgestattet. Selbst nach 2.000 oder 3.000 Kilometern bleiben die Räder praktisch sauber. Diesen Komfort möchte man, wenn man ihn einmal erlebt hat, nicht mehr missen.
Ich finde: Für den Porsche, der einem wirklich am Herzen liegt, lohnt sich die PCCB.
Das gilt für einen Porsche, den man lange behalten möchte, ebenso wie für ein besonderes Modell – etwa einen RS oder eine limitierte Edition. Bei solchen Fahrzeugen ist die PCCB eine sinnvolle Investition. Wer sich für das Spitzenmodell entscheidet, möchte schließlich oft auch die bestmöglichen Bremsen. Das ist durchaus nachvollziehbar.

Tatsächlich ist die Verbesserung des Fahrerlebnisses, die die PCCB mit sich bringt, ihren Preis wert.
Die Stabilität bei hohem Tempo, das agile Lenkansprechen und nicht zuletzt die sauberen Räder machen den Porsche-Besitz noch angenehmer. Am Ende hängt die Entscheidung natürlich vom Budget ab – wichtig ist, dass Sie mit Ihrer Wahl zufrieden sind. Porsches Bremsen sind mehr als nur Bauteile: Sie können das Fahrerlebnis mit Ihrem Porsche auf ein neues Niveau heben.
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