Porsche Taycan bei der Langstreckenleistung wieder an der Spitze – Was der P3 Charging Index 2024 über die Entwicklung von Elektroautos zeigt
Veröffentlicht: 2024.12.24
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Was ist der P3 Charging Index?
Der P3 Charging Index bewertet, wie gut sich Elektroautos für lange Strecken eignen.
Die Kennzahl wird von der auf Elektromobilität spezialisierten Beratungsgesellschaft P3 ermittelt. In die Berechnung fließen vor allem zwei Faktoren ein: der Energieverbrauch und die Ladeeigenschaften. Der Index berücksichtigt also nicht nur die Größe der Batterie, sondern auch den tatsächlichen Stromverbrauch und die Ladegeschwindigkeit – beides ist für die Langstreckentauglichkeit entscheidend.
Als Referenzwert gilt ein Index von 1,0: Er steht dafür, dass sich mit 20 Minuten Laden eine Reichweite von 300 Kilometern erzielen lässt. Wer in derselben Zeit mehr Reichweite nachladen kann, erreicht einen Wert über 1,0. Beim dritten Index 2022 fuhr erstmals der Kia EV6 aus Südkorea mit einem Wert von 1,03 an die Spitze.
Die Ergebnisse des P3 Charging Index 2024
Die Ergebnisse für 2024 stehen fest: Der Porsche Taycan belegt den ersten Platz.
Bereits bei der Premiere des Index 2019 hatte der Taycan den Spitzenplatz erreicht. Fünf Jahre später holt er den Titel zurück – mit einer beeindruckenden Leistung: In nur 20 Minuten Ladezeit soll er 383 Kilometer Reichweite nachladen können.
Für den aktuellen Index wurden die Fahrzeuge in zwei Kategorien eingeteilt:
1. Mittelklasse: unter 62.500 Euro
2. Luxusklasse: ab 62.500 Euro
Der Taycan sicherte sich den ersten Platz in der Luxusklasse. In der Mittelklasse lag der Hyundai Ioniq 6 vorn.
Analyse der Ergebnisse in der Luxusklasse
In der Luxusklasse überzeugte der Taycan mit einer besonders starken Ladeleistung. Seine Ladekurve zeigt, dass er Ladeleistungen von mehr als 300 kW bis zu einem Ladezustand von über 60 Prozent halten kann. Damit nimmt er über einen längeren Zeitraum deutlich mehr Leistung auf als die anderen Modelle im Vergleich.
Mit einer durchschnittlichen Ladeleistung von 282 kW liegt der Taycan klar vor dem zweitplatzierten Xpeng G9 mit 233 kW. Zugleich kommt er auf einen Verbrauch von 19,7 kWh/100 km – der drittniedrigste Wert in der Luxusklasse. Das Zusammenspiel aus hoher Ladeleistung und niedrigem Verbrauch sorgt für seine herausragende Langstreckenleistung.
Der Indexwert bestätigt das starke Ergebnis: Der Taycan erzielt mit 1,28 einen neuen Rekord.

Der Nio ET5 Touring und der Kia EV9 teilen sich mit 0,98 den zweiten Platz. Dahinter folgt der Xpeng G9 mit 0,96. Bemerkenswert: Sowohl Nio als auch Kia erreichen trotz 400-Volt-System eine konstant hohe Ladeleistung. Der Nio ET5 Touring erzielt dabei den bislang besten Charging-Index aller 400-Volt-Modelle.
Analyse der Ergebnisse in der Mittelklasse
In der Mittelklasse steht der Hyundai Ioniq 6 an der Spitze. Er verbindet einen niedrigen Verbrauch mit überzeugender Ladeleistung. Im EcoTest liegt sein Verbrauch bei nur 15,5 kWh/100 km. Damit unterbietet er sogar den effizientesten Vertreter der Luxusklasse, den BMW i5, der auf 19,1 kWh/100 km kommt.
Beim Laden erreicht der Ioniq 6 eine durchschnittliche Leistung von 193 kW. Ein wichtiger Grund dafür ist sein 800-Volt-System. In 20 Minuten kann er Reichweite für 346 Kilometer nachladen und erzielt einen Charging-Index von 1,15.
Der Kia EV6 belegt mit 1,03 den zweiten Platz, gefolgt vom Polestar 2 mit 0,93. Das Tesla Model 3 erreicht einen Indexwert von 0,84 und landet auf Platz fünf.
Auffällig ist, dass auch vergleichsweise günstige Modelle gute Indexwerte erzielen. Der MG4 Luxury kommt beispielsweise auf 0,71 und nähert sich damit dem Wert des Siegers von 2019.

Insgesamt zeigt sich: Modelle mit 800-Volt-Systemen sind häufig weit vorn. Doch auch 400-Volt-Fahrzeuge können mit effizientem Energieeinsatz und einer optimierten Ladekurve konkurrenzfähig sein. Mit zunehmender Batteriekapazität dürfte der Vorteil der 800-Volt-Technik künftig noch deutlicher werden.
Die Ergebnisse des P3 Charging Index 2024 zeigen, dass die Langstreckentauglichkeit von Elektroautos kontinuierlich zunimmt.
Besonders auffällig ist der Aufstieg asiatischer Hersteller: Sie stellen sieben der zehn bestplatzierten Fahrzeuge. In Japan hält sich zwar noch immer das Vorurteil, dass asiatische Autos leistungsschwach seien. Doch während viele das nicht bemerkt haben, sind die Hersteller längst weit voraus. Auch deutsche Autobauer setzen zunehmend auf 800-Volt-Systeme – die weitere Entwicklung bleibt spannend.
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