Tesla zieht bei uns ein: Warum ein Porsche-Fahrer das Model 3 bestellt hat
Veröffentlicht: 2024.05.02
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Der Reiz des Elektroautos – entdeckt im Porsche Taycan
Seit einem Monat steht ein Porsche Taycan Cross Turismo bei uns zu Hause. Meine Frau fährt ihn hauptsächlich, aber auch ich komme hin und wieder ans Steuer – und entdecke dabei immer wieder aufs Neue, was ein Elektroauto so reizvoll macht.
Natürlich haben Elektroautos auch Nachteile. Doch im Alltag sind sie so praktisch, dass es schwerfällt, die Vorteile von Benzinern oder Dieseln zu erkennen.
Der wichtigste Grund dafür ist die einfache Bedienung. Gerade im Stadtverkehr mit vielen langsamen Passagen spielt der spontane Antritt des Elektromotors seine Stärken aus. Das unmittelbare Ansprechverhalten und das kräftige Drehmoment können selbst V8- oder V12-Motoren nicht bieten. So flink und mühelos unterwegs zu sein, fühlt sich an, als wäre das Auto in seinem Element. Besonders beim Beschleunigen nach dem Abbremsen an einer Kreuzung fragt man sich schnell, ob man überhaupt noch zu einem Verbrenner zurückmöchte.

Hinzu kommt das unkomplizierte Laden, ein weiterer großer Vorteil des Elektroautos. An unserem Stellplatz gibt es eine Steckdose, sodass wir den Taycan zu Hause laden können. Derzeit nutzen wir eine 100-Volt-Steckdose. Damit lässt sich zwar nur etwa eine Kilowattstunde pro Stunde nachladen, aber über Nacht kommen so rund acht Kilowattstunden zusammen – genug für etwa 30 bis 40 Kilometer.
Für Einkäufe und Fahrten, um jemanden abzuholen oder hinzubringen, kommen im Alltag kaum 30 Kilometer zusammen. Selbst bei einem Arbeitsweg von rund 50 Kilometern lässt sich ein Großteil des Bedarfs über Nacht nachladen. Ein Elektroauto ist also wie ein Smartphone: Zu Hause einfach an die Steckdose anschließen – und am nächsten Morgen ist es wieder startklar. Im Grunde hat man damit eine Tankstelle direkt zu Hause, bequemer geht es kaum. Und selbst ohne eigene Ladeeinrichtung gibt es inzwischen zahlreiche öffentliche Ladestationen. Oft lässt sich das Auto laden, während man ohnehin einkauft oder bei der Arbeit parkt – die Zeit wird also sinnvoll genutzt.
Wer wegen der begrenzten Reichweite Bedenken hat, muss sich meiner Meinung nach nicht allzu viele Sorgen machen. Das ist ähnlich wie beim Wechsel vom klassischen Handy zum Smartphone: Früher hielt eine Handyladung häufig etwa eine Woche. Als Smartphones aufkamen, hörte man oft: „Ein Handy, das nur einen Tag durchhält, wird doch niemand benutzen.“ Und heute? Die meisten nutzen ihr Smartphone ganz selbstverständlich, obwohl der Akku meist nur einen Tag reicht. Bei Elektroautos ist es ähnlich: Die Ladeinfrastruktur wird immer besser, und häufig kann man ganz nebenbei laden.
Wie ich Tesla kennenlernte – und welchen Eindruck die Marke hinterließ
Nachdem ich die Fähigkeiten eines Elektroautos so unmittelbar erlebt hatte, musste ich plötzlich an Tesla denken. Tatsächlich hatte ich schon kurz nach dem Marktstart der Marke in Japan einmal Gelegenheit, ein Model S zu fahren.
Mein damaliger Eindruck war ausgesprochen positiv. Ich hatte die typischen Klischees über amerikanische Autos im Kopf, doch die Karosserie wirkte sehr solide verarbeitet und fühlte sich fast so hochwertig an wie bei einem europäischen Auto. Das Fahrgefühl erinnerte an Mercedes-Benz: unaufgeregt, souverän und vertrauenerweckend.
Die Beschleunigung war beeindruckend, doch das Auto ließ sich leicht fahren. Von dem schwammigen Fahrgefühl, das man vielleicht von einem US-Wagen erwarten würde, war nichts zu spüren. Seit dieser ersten Begegnung hatte ich ein gutes Bild von Tesla.
Vier Stärken des neuen Tesla Model 3
Zu dieser Zeit hörte ich, dass Tesla das Model 3 überarbeitet und ihm ein noch schärferes Design verpasst hatte. Es ist die kompakteste Limousine im Tesla-Programm und spielt in derselben Klasse wie der BMW 3er und die Mercedes-Benz C-Klasse.
Das Design des Model 3 vor dem Facelift hatte mir ehrlich gesagt nicht besonders gefallen. Das neue Model 3 wirkte dagegen stilvoll und sportlich – da wusste ich sofort: Das möchte ich unbedingt einmal fahren. Also machten meine Frau und ich uns gleich zu einer Probefahrt auf.

Nach meiner damaligen Probefahrt im Model S hatte ich durchaus Erwartungen. Doch das neue Model 3 übertraf sie bei Weitem. Ehrlich gesagt war es ein großartiges Auto, das meine Erwartungen um das Eineinhalb- bis Zweifache übertraf. Seine Vorzüge lassen sich in vier Bereiche gliedern.
Der erste ist die hohe Karosseriesteifigkeit und die gelungene Fahrwerksabstimmung. Das Model 3 fährt besser als viele Autos seiner Klasse – und übertrifft sogar so manches Modell aus höheren Fahrzeugklassen. Besonders beeindruckend ist, wie geschmeidig die Räder beim Anfahren ins Rollen kommen. Der Fahrkomfort des Model 3 ist wirklich bemerkenswert. Das komfortabelste Auto mit weich abgestimmtem Fahrwerk, das ich bis dahin gefahren war, war der Range Rover Autobiography. Doch der erste Moment, in dem das Model 3 losrollt, ist so geschmeidig, dass er für mich mindestens mit dem Range Rover mithalten kann.
Der zweite Punkt ist der leise Innenraum und das schlichte, hochwertige Interieur. Beim neuen Model 3 sind alle Scheiben doppelt verglast. Sind die Fenster geschlossen, ist es im Innenraum erstaunlich ruhig – fast so, als trüge man Noise-Cancelling-Kopfhörer. Das Interieur wirkt so elegant und durchdacht wie in einem modernen Luxushotel. Überflüssige Tasten gibt es kaum; das klare Design schafft dennoch ein hochwertiges Ambiente. Ein erfrischend anderer Ansatz als bei Herstellern, die offenbar meinen, möglichst viele Oberflächen mit Soft-Touch-Materialien würden automatisch für einen hochwertigen Eindruck sorgen.

Drittens ist das Model 3 im Stadtverkehr besonders leicht zu handhaben. Beim Ein-Pedal-Fahren genügt es, das Fahrpedal loszulassen: Das Auto verzögert gleichmäßig bis zum Stillstand. Während der Probefahrt musste ich kein einziges Mal das Bremspedal betätigen. Auch vor einer Ampel verzögert das Model 3 sanft und kommt am Ende ganz natürlich zum Stehen. Dieses angenehme Verhalten ist nicht nur für den Fahrer, sondern auch für die Mitfahrenden komfortabel. Selbst an Steigungen hält das Auto ohne Bremspedal sicher an. Und beim Anfahren am Berg gibt es weder beim Lösen der Parkbremse noch beim Losfahren Rucke oder Stöße. Das ist das Beste, was ich bei einem Auto bislang erlebt habe.
Der vierte Punkt ist wie angenehm sich die Zeit im geparkten Auto verbringen lässt. Tesla legt offensichtlich großen Wert darauf, dass man sich nicht nur während der Fahrt, sondern auch im stehenden Auto wohlfühlt. Diesen Blickwinkel findet man bei anderen Autos nur selten.
Im „Camping-Modus“ bleibt die Klimaanlage eingeschaltet. Die 17 serienmäßigen Lautsprecher sorgen für erstklassigen Klang, und während man Netflix oder YouTube schaut, fühlt sich der Innenraum fast wie ein Wohnzimmer an. Dank der hohen Geräuschdämmung wird er zu einem abgeschirmten, privaten Rückzugsort. So lässt sich dort problemlos arbeiten, entspannen oder sogar ein Nickerchen machen.
Für Haustierbesitzer gibt es außerdem den „Hundemodus“, der den Innenraum auf einer angenehmen Temperatur hält, während das Tier im Auto wartet. Einer der wichtigsten Gründe für meinen Kaufentschluss war, dass sich das Model 3 nicht nur als Fortbewegungsmittel, sondern auch als komfortabler, ganz persönlicher Arbeitsplatz nutzen lässt.

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Auch der Preis des Model 3 ist im Vergleich zu Fahrzeugen derselben Klasse attraktiv. Mit staatlichen Förderungen lässt es sich für weniger als sechs Millionen Yen kaufen. Für diesen Preis bietet das Auto eine derart überzeugende Ausstattung und Leistung, dass sein Preis-Leistungs-Verhältnis die Konkurrenz klar übertrifft.
Nachdem ich das Model 3 gefahren war und mir die Fähigkeiten des Elektroautos erneut bewusst geworden waren, beschloss ich, meinen bisherigen Mercedes-Benz GLB abzugeben. Der GLB war ein großartiges Auto: Er bot Platz für sieben Personen und war ausgesprochen praktisch.
Doch dem Reiz des Model 3, das den Aufbruch in eine neue Ära spürbar macht, konnte ich nicht widerstehen. Seine fortschrittliche Technik, die Zukunft ausstrahlt, das überraschend solide entwickelte Fahrwerk und die beeindruckende Leistungsfähigkeit als Elektroauto – all das wollte ich selbst erleben.
Was Tesla wirklich auszeichnet – die Einschätzung eines 911-Fahrers
Ich bin schon viele Porsche gefahren und glaube, dass ich die Fahrleistungen eines Autos recht gut einschätzen kann. Aus dieser Perspektive hat das Model 3 das Potenzial, zum neuen Maßstab für Limousinen der Zukunft zu werden.
Die Langstreckenversion beschleunigt in nur 4,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Damit zieht sie ähnlich energisch davon wie ein 992 Carrera. Doch die wahre Stärke des Model 3 liegt nicht allein in seiner Beschleunigung. Karosseriesteifigkeit und Fahrwerksabstimmung sind zwar nicht unbedingt auf Fahrspaß ausgelegt, bewegen sich aber auf einem sehr hohen Niveau. Komfort, Stabilität und Fahrverhalten sind durchweg mehr als überzeugend.

Das Model 3 bietet einen Fahrkomfort, der selbst im Vergleich zu vielen Autos, die ich im Laufe der Jahre gefahren bin, weit oben rangiert – und verbindet ihn mit herausragenden Fahrleistungen. Ich sage es ganz offen: Obwohl ich fast täglich Porsche fahre, habe ich an der Fahrkultur des Model 3 im Alltag überhaupt nichts auszusetzen. Übrigens habe ich später zwei Bekannten, die eingefleischte Porsche-Fahrer sind, eine Probefahrt im Model 3 empfohlen. Beide waren begeistert und sagten: „Das Model 3 ist beeindruckend!“
Hinzu kommen die praktischen Vorteile, die sich aus der besonderen Technik eines Elektroautos ergeben. Das Auto schaltet automatisch in die Parkstellung, sobald man den Sicherheitsgurt löst. Die automatische Gangwahl wählt je nach Situation D oder R, und der Wächter-Modus überwacht das geparkte Fahrzeug. Tesla hat an vielen Stellen neue, durchdachte Funktionen integriert. Man fragt sich beinahe, warum Autos nicht schon immer so funktioniert haben.

All das bestärkt mich in der Überzeugung, dass das Model 3 in seiner Klasse einen neuen Maßstab setzen kann. Es könnte zum Segmentstandard werden – so wie einst der Volkswagen Golf.
Vielleicht hat das Model 3 sogar das Potenzial, noch darüber hinauszuwachsen.
Elektroautos haben in Japan zwar noch immer einen geringen Marktanteil, doch Teslas weitere Entwicklung werde ich mit großem Interesse verfolgen. Die Fortschritte des neuen Model 3 sind echt – und genau das hat mich zum Kauf bewogen.
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