Stimmt es, dass Männer, die oft das Auto wechseln, fremdgehen? Die Einschätzung einer Frau, die einen Autofan geheiratet hat

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Unser Auto‑Leben

Stimmt das Gerücht wirklich?

Man liest immer wieder Gerüchte und Online-Artikel wie: „Männer, die oft das Auto wechseln, stehen auf Frauen und gehen fremd“ oder „Wer ständig seine Uhr wechselt, ist ein Frauenheld und untreu“. Aber wenn „oft das Auto wechseln = untreu und auf Frauen aus“ stimmen würde, was hieße das dann für meinen Mann … (-_-).

Erst gestern schrieb er mir per Mail: „Ich habe mir einen Mercedes-Benz S 63 AMG Coupé gekauft (*゚∀゚)!“ (lacht). Und soweit ich weiß, hat er bisher folgende Autos besessen:

① Zweisitzer-Kategorie: ein paar japanische Modelle … Audi TT → BMW 318i (kein Zweisitzer, aber egal) → Mercedes-Benz SLK 350 → Boxster GTS
② Fünfsitzer-Kategorie: Audi A3 2.0 T → Golf 7 Allstar
③ Sportwagen für die ganze Familie: Panamera Edition → Panamera Turbo
④ Kurzzeitbesitz: McLaren 650 (war es der?) → Mercedes-Benz S 63 AMG Coupé
⑤ Klassiker: Mercedes-Benz SL

Also, mal ehrlich: Er wechselt nicht einfach nur oft das Auto – er besitzt gleich fünf! Wenn die Theorie vom Anfang stimmt, hätte er neben seiner Frau vier weitere Frauen und würde je nach Tageslaune zwischen ihnen wechseln.

… Das wäre ja echt das Letzte! ( ゚д゚ )!!!

Aber soweit ich das beurteilen kann, zeigt er keinerlei Anzeichen dafür. Ich glaube also nicht, dass mein autobegeisterter Mann ein Frauenheld ist, der fremdgeht.

Deshalb habe ich mir als Frau eines Autofans meine eigenen Gedanken dazu gemacht, was es mit der Behauptung „Wer oft das Auto wechselt, ist untreu und steht auf Frauen“ auf sich hat. Allerdings habe ich weder Daten erhoben noch Interviews geführt – meine Überlegungen sind also reine Vermutungen. Das nur vorweg.

Die vier Typen von Autofans

Ich glaube, dass es verschiedene Arten von Autofans gibt. Meine Einteilung sieht so aus:

(Da steckt eine ordentliche Portion persönliche Voreingenommenheit drin – bitte nicht allzu ernst nehmen.)

Ich habe die Typen anhand zweier Achsen eingeteilt: „Auto als Lifestyle-Accessoire“ bis „Auto als Hobby“ und „rational (praktischer Nutzen)“ bis „emotional (Gefühl)“. Daraus ergeben sich vier Kategorien:

①【Auto als Hobby + rational】= Der Originaltyp … Er will genau das Auto fahren, das er wirklich haben möchte – ohne Kompromisse. Vor dem Kauf recherchiert er alles, was es über sein Wunschauto zu wissen gibt. Wahrscheinlich kennt er sich damit besser aus als der Verkäufer im Porsche Zentrum. Er vertraut den Ingenieuren und lässt deshalb die Finger vom Tuning.

②【Auto als Hobby + emotional】= Der Tuningtyp … Er möchte sein Auto nach seinen eigenen Vorstellungen umbauen. Bei Autobacs Superstore ist er Stammkunde. Ehe er sich versieht, hat er ungefähr so viel fürs Tuning ausgegeben wie für den Kauf des Autos. Zur Hauptuntersuchung baut er alles wieder auf den Originalzustand zurück.

③【Auto als Lifestyle-Accessoire + rational】= Der Neuheitenfan … Er möchte immer das neueste Modell fahren. Bevor der Wert sinkt, verkauft er sein Auto und steigt auf ein neues um. Weil er mit einem geringen Aufpreis das aktuelle Modell bekommt, erscheint ihm das besonders clever. Häufig wechselt er rund um den Bilanzstichtag seines Unternehmens.

④【Auto als Lifestyle-Accessoire + emotional】= Der „Schaut alle her!“-Typ … Er möchte bei Frauen gut ankommen. Kaum hat er ein Auto gekauft, fährt er damit erst einmal herum, um es vorzuführen. Mit einem selbstgefälligen Grinsen fragt er: „Willst du mal auf dem Beifahrersitz mitfahren?“ Mit jedem neuen Auto wechselt auch seine Freundin.

Welcher Typ ist nun ein Frauenheld und geht fremd?

Wenn ich diese Kategorien betrachte, ist mein Mann ganz klar Typ ①, der Originaltyp. Mein Bruder ist Subaru-Fan und baut ständig an seinen Autos herum – er gehört wohl zu Typ ②. Mit Typ ①, ② und ③ habe ich kein Problem. Aber …

Der Knackpunkt ist Typ ④, der „Schaut alle her!“-Typ!

„Seht her, ich fahre ein wahnsinnig cooles ausländisches Auto! Sagt mir, wie beeindruckend das ist!“ – so ungefähr. Selbst wenn ihm das nicht bewusst ist, steckt dahinter ein starkes Bedürfnis, bei Frauen gut anzukommen. Deshalb fährt er wohl öfter mit dem Auto an Orte, an denen Frauen sind. Damit begegnet er ihnen deutlich häufiger als die anderen drei Typen.

Auch im Vertrieb heißt es, der Erfolg ergibt sich aus „Menge × Qualität = Ergebnis“. Je mehr potenzielle Kunden es gibt, desto mehr Abschlüsse sind möglich. Und je besser die Verkaufsgespräche geführt werden, desto höher die Abschlussquote – und desto größer der Erfolg.

Übertragen wir das also auf Typ ④ (ob man das wirklich so übertragen kann?)

Viele Begegnungen mit Frauen (Menge) × Vorteil durch ein teures ausländisches Auto (Qualität) = ständig wechselnde Beziehungen (Ergebnis)

So könnte es doch sein. Allerdings müssen Typ-④-Männer beruflich ganz schön erfolgreich sein. Wer sich so häufig neue Autos leisten kann, verdient schließlich vermutlich ordentlich. Und erfolgreiche Männer sind auf Frauen oft sehr attraktiv. Wahrscheinlich sind sie außerdem ausgesprochen aufmerksam. Na, wer weiß.

Mein Fazit

Wie dem auch sei: „Autofan = Frauenheld und untreu“ lässt sich nicht pauschal sagen. Frauen sollten Online-Artikeln wie „Männer, die ausländische Autos mögen, stehen auf Frauen“ oder „Von so jemandem solltest du lieber die Finger lassen, wenn du heiraten willst“ nicht blind vertrauen. Am besten macht man sich selbst ein Bild, spürt, wie sich der Umgang miteinander anfühlt, und beurteilt den Menschen so, wie er wirklich ist.

Ich habe einen Autofan geheiratet. Klar denke ich manchmal: „Mit dem stimmt doch was nicht!“, haha. Gleichzeitig hat er mir eine ganz neue Welt eröffnet und mein Leben bereichert. Heute bin ich froh, ihn geheiratet zu haben. (Dass bei uns der „Autofaktor“ im Haushaltsbudget ziemlich hoch ist, lässt sich allerdings nicht leugnen.)

So, und jetzt … an die Arbeit (-_-) (lacht).

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