PCCM für klassische Porsche: Apple CarPlay im luftgekühlten 911

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1-DIN-Format mit Apple CarPlay

Das originale Porsche PCCM (Porsche Classic Communication Management), das im vergangenen Jahr vorgestellt wurde, konnte ich endlich ergattern. Zeit für einen ausführlichen Test.

In Japan war das PCCM zunächst nicht erhältlich. Direkt nach der Vorstellung ließ ich über meinen Händler nachfragen – eine Markteinführung in Japan sei nicht geplant. Also entschied ich mich, das Gerät selbst zu importieren. (Nachtrag vom 7. September 2021: Inzwischen ist auch eine Version für den japanischen Markt erhältlich.)

Offenbar war das PCCM sehr gefragt: Im vergangenen Jahr war es lange Zeit nicht lieferbar. Erst in diesem Jahr war es endlich wieder auf Lager, sodass ich gleich zwei Geräte aus den USA importierte – eines für einen Freund und eines für mich.

PCCM

Ich habe das Gerät bei SuncoastParts in den USA bestellt. Der Preis lag bei 1.190 US-Dollar für die Version ohne Navigationskarten. Mit Versand, Zoll und Wechselkurs kommt man auf etwa 150.000 Yen. Aus unerfindlichen Gründen steckt das Gerät in einer auffallend bunten Verpackung.

Einbauen ließ ich das PCCM bei Ashiya Drive Shop. Grundsätzlich soll es sich direkt an den originalen Porsche-Stecker anschließen lassen. In meinem Wagen war allerdings ein Pioneer DEH-970 verbaut, daher wurde die Verkabelung an den mitgelieferten Spezialstecker des PCCM angepasst.

Für den Einbau braucht man neben dem Hauptgerät auch ein Anschlussmodul für USB und AUX sowie eine GPS-Antenne und ein Mikrofon. Die GPS-Antenne ist in Japan eigentlich überflüssig, denn die integrierte Navigation lässt sich dort mangels SD-Karte mit japanischem Kartenmaterial nicht nutzen. Mit Blick auf die Zukunft ließ ich sie trotzdem installieren.

USB-Modul des PCCM

USB-Modul. Mit dem mitgelieferten Klettband lässt es sich sicher am Teppich befestigen.

GPS-Antenne des PCCM

GPS-Antenne

Mikrofon des PCCM

Mikrofon für Telefonate

Anschlussplan des PCCM

Zur Orientierung: der Anschlussplan auf der Rückseite. Wenn die Abmessungen passen, könnte das Gerät vermutlich auch in andere Fahrzeuge eingebaut werden – natürlich auf eigene Gefahr.

Die wichtigsten Funktionen des PCCM für klassische Porsche

Nach dem Einbau schaltete ich das Gerät zum ersten Mal ein. Zunächst erschien das Porsche-Logo, kurz darauf der Menübildschirm. Material und Haptik des Kunststoffs sowie das Design der Drehregler passen perfekt zum Interieur meines 911 der Baureihe 964.

PCCM

Das Display ist für seine Größe erfreulich hochauflösend und klar. Trotz des kleinen Formats ist es ein Touchscreen, und die Bedienung funktioniert ganz ordentlich. Zu den wichtigsten Funktionen zählen Radio (AM und FM), Bluetooth, SD-Karten-Wiedergabe, Navigation (in Japan nicht nutzbar), Telefonie und Apple CarPlay.

Menü des PCCM

Beim Radio gibt es Einschränkungen, da die Frequenzbereiche in Japan anders sind. Viele Sender lassen sich nicht empfangen. AM ist zudem in 10-kHz-Schritten abgestimmt – praktisch ist der Empfang damit stark eingeschränkt.

Bei FM sieht es besser aus: Das PCCM deckt einen großen Teil des in Japan genutzten „Wide-FM“-Frequenzbereichs ab. Darüber werden auch AM-Radiosender ausgestrahlt, sodass das in der Praxis kaum ein Problem ist.

Ein Beispiel aus der Kansai-Region: ABC Radio sendet auf AM bei 1008 kHz – diese Frequenz kann das Gerät nicht empfangen. Über Wide FM ist der Sender jedoch auf 93,3 MHz zu hören. Und dank FM klingt der Empfang sogar richtig gut.

Musik per Bluetooth zu streamen und über die Freisprecheinrichtung zu telefonieren funktioniert problemlos. Das PCCM unterstützt allerdings keine japanischen Schriftzeichen, weshalb Titel und Namen aus dem Telefonbuch falsch angezeigt werden. Über Apple CarPlay werden japanische Texte hingegen korrekt dargestellt – dort gibt es also keine Probleme.

Die integrierte Navigation des Geräts setzt eine separat erhältliche SD-Karte mit Kartenmaterial voraus. Da sie in Japan nicht nutzbar ist, habe ich diese Karte nicht gekauft. Entsprechend passiert nichts, wenn ich im Menü auf „Navi“ oder „Map“ tippe.

Doch auch das ist dank Apple CarPlay kein Problem.

Apple CarPlay im luftgekühlten Porsche

Auf die Funktionen von Apple CarPlay möchte ich hier nicht im Detail eingehen. Grundsätzlich gilt: Apps auf dem iPhone, die Apple CarPlay unterstützen, lassen sich über den Bildschirm des PCCM bedienen.

Dazu gehören selbstverständlich Apple-Apps wie Telefon, Nachrichten, Karten, Podcasts, Kalender und Hörbücher. Auf meinem iPhone kann ich außerdem unter anderem Amazon Music, Google Maps, Yahoo Car Navi und Radikker nutzen.

In Apple CarPlay werden japanische Texte einwandfrei angezeigt, und Navigations-Apps geben ihre Sprachhinweise korrekt auf Japanisch aus. In dieser Hinsicht funktioniert das PCCM genauso wie Apple CarPlay in einem japanischen Navigationsgerät – Sorgen sind also unnötig.

Auch Sprachbefehle auf Japanisch mit „Hey Siri!“ funktionieren ohne Probleme.

Nach dem Einbau zeigte ich das PCCM einem Freund, der ebenfalls einen 964 fährt. Sein erster Kommentar: „Der Klang ist richtig gut!“ In meinem 964 sind die wiederaufgelegten originalen Porsche-Lautsprecher verbaut, und tatsächlich klingt die Anlage mit dem PCCM deutlich besser.

Das ist zwar nicht mit einem hochwertigen System von BOSE, Harman Kardon oder Burmester zu vergleichen, doch der Klang wirkt jetzt viel voller und die Mitten kommen deutlich klarer zur Geltung.

Auch das zuvor verbaute Pioneer DEH-970 ist kein schlechtes Gerät. Trotzdem fällt die Verbesserung bei Klangqualität und Lautstärke für jeden hörbar aus.

Mein Eindruck nach der ersten Fahrt

Im Alltag trage ich eine Brille, habe bislang keine Altersweitsichtigkeit und erreiche mit Sehhilfe etwa eine Sehschärfe von 1,0. Da das PCCM nur ein 1-DIN-Format hat, ist der Bildschirm ziemlich klein. Kleine Schrift lässt sich deshalb nicht immer auf Anhieb erkennen.

Während der Fahrt muss man allerdings nur selten auf das Display schauen, sodass mich die Größe im Alltag kaum stört. Abbiegepfeile in der Navigation sind gut zu erkennen, und dank der Sprachansagen gibt es keine wirklichen Probleme. Schwierig abzulesen sind vor allem kleine Straßennamen an Kreuzungen oder Musiktitel.

Viel wichtiger ist für mich: Mit der modernen Navigation und dem aktuellen Audiosystem fühlt sich mein luftgekühlter Porsche plötzlich wie ein modernes Auto an. Da ich den 964 sowohl für Fahrten in der Stadt als auch für längere Strecken nutze, ist der Innenraum spürbar komfortabler geworden. Früher musste ich mein iPhone auf eine Halterung setzen, um Navigation und Musik zu bedienen. Jetzt habe ich ein Infotainmentsystem, das dem des aktuellen 911 der Baureihe 992 nahekommt.

Wer klassische Fahrzeuge liebt, aber moderne Technik an Bord haben möchte, dem kann ich das PCCM empfehlen. Für Modelle wie den 996 und den 986 gibt es außerdem eine 2-DIN-Version namens PCCM Plus. Wer sich dafür interessiert, sollte sie sich ebenfalls ansehen.

Hiro

Ich bin Minas Ehemann. Ich fahre Autos nicht als Mode oder Statussymbol. Mir gefallen Wagen, die Spaß machen, als Industrieprodukt überzeugen und in denen man die Absicht der Macher spürt. Lange Touren sind meine Leidenschaft, und ein Auto zählt erst, wenn man es fährt. An freien Tagen reise ich mit unseren Wagen durch Japan. Im Blog schreibe ich vor allem Fahrberichte und Tourenberichte und kümmere mich um die Technik der Seite und ums Tuning.

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