Was man beim Einfahren eines Porsche Panamera beachten sollte – die Tipps meines autoaffinen Mannes

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Muss man einen Neuwagen einfahren?

In meinem letzten Artikel erhielt ich die Frage: „Fahren Sie den Wagen eigentlich nicht ein?“ „Bei diesem Thema gehen die Meinungen auseinander. Es wäre hilfreich, auch die Einschätzung Ihres Mannes zu erfahren.“ Mein Mann sagte, dass auch unsere Fahrt zur WEC am vergangenen Wochenende dem Einfahren gedient habe. Da ich selbst kaum etwas über das Thema wusste, habe ich ihn nach seiner Meinung gefragt.

Was mein Mann vom Einfahren hält

Mein Mann sagt:

„Es gibt sicher Fahrer, die ihren Neuwagen einfahren, und andere, die darauf verzichten. Ich gehöre zu denen, die es tun. Allerdings glaube ich nicht, dass man dafür – wie oft empfohlen – besonders langsam fahren und den Motor schonen sollte. Meiner Meinung nach sollte man den Motor durchaus in einem gewissen Maß drehen lassen, damit sich alles richtig einspielen kann.“

Der Grund dafür, dass er den Motor nicht nur im Schongang laufen lassen würde: „Vorführwagen beim Händler haben oft einen Motor, der richtig gut hochdreht.“

Vorführwagen kommen nahezu im Neuzustand beim Händler an. Danach geben Kunden bei Probefahrten ordentlich Gas und drehen den Motor hoch. Das bedeutet aber nicht, dass die Fahrzeuge dadurch in einem schlechteren Zustand sind. Im Gegenteil: Oft dreht der Motor gut und der Wagen läuft rund.

Diese Erfahrung hat mein Mann bei Probefahrten mit Vorführwagen verschiedenster japanischer und ausländischer Marken gemacht. Deshalb findet er, man müsse beim Einfahren nicht übervorsichtig sein und könne den Motor durchaus auch einmal etwas höher drehen lassen.

Dabei sollte man es natürlich nicht übertreiben und die Drehzahl möglichst zwischen 2.000 und 4.000 U/min halten.

Daraus leitet mein Mann drei wichtige Tipps fürs Einfahren ab:

Die drei wichtigsten Tipps zum Einfahren

1. Kurzstrecken vermeiden und möglichst lange Strecken fahren

Wer nach der Auslieferung hauptsächlich in der Stadt unterwegs ist, immer wieder Gas gibt, die Drehzahl erhöht und an der nächsten Ampel anhält, belastet den Motor unnötig. Besser ist es, eine möglichst konstante Drehzahl zu halten und längere Strecken zu fahren.

2. Den Motor in einem angemessenen Drehzahlbereich bewegen

Der Motor sollte nicht übermäßig belastet, aber durchaus etwas höher gedreht werden. Als Richtwert empfiehlt mein Mann, häufig im Bereich von 2.000 bis 4.000 U/min zu fahren.

3. Den ersten Ölwechsel bei 1.000 Kilometern vornehmen

Händler empfehlen oft, das Öl nach der Einfahrphase zu wechseln. Bei Porsche gelten laut meinem Mann 3.000 Kilometer als Richtwert für den Ölwechsel – so stehe es auch in der Betriebsanleitung.

Mein Mann sieht das allerdings anders:

„Bei dem Händler, bei dem ich meinen Wagen gekauft habe, hieß es: ‚Bitte wechseln Sie das Öl nach 1.000 Kilometern.‘ Dieser Empfehlung stimme ich zu. Beim Einfahren reiben Metallteile wie Zahnräder und Kolben aneinander. Dabei entsteht feiner, mit bloßem Auge nicht sichtbarer Metallabrieb. Er gelangt ins Öl und sammelt sich im Ölfilter – das Öl ist dann mit Abrieb belastet.
Statt mit diesem Öl 3.000 Kilometer zu fahren, sollte man die ersten 1.000 Kilometer den Motor durchaus etwas höher drehen lassen, damit sich die Teile schneller einspielen und der Abrieb entsteht. Danach wechselt man das Öl, sodass später weniger Metallpartikel im Öl zurückbleiben.“

Weitere Hinweise zum Einfahren

Unsere Einfahrfahrt von zu Hause bis zum Fuji und zurück umfasste rund 1.100 Kilometer. Mit dem Panamera Turbo würde man auf kurvigen Bergstraßen eigentlich gern im zweiten oder dritten Gang fahren. Wir haben jedoch darauf geachtet, die ganze Zeit im dritten oder vierten Gang zu bleiben. Auch den fünften und sechsten Gang haben wir vermieden.

Zum Einfahren empfiehlt es sich daher, die Schaltwippen zu nutzen. Das geht zwar zulasten des Verbrauchs, aber diesmal stand der Zweck der Fahrt im Vordergrund. Unser Panamera war mit dem optionalen Sport-Chrono-Paket ausgestattet, das auch den Sport-Response-Schalter umfasst. Doch auch diesen haben wir während der Einfahrphase nicht aktiviert.

Auch die Bremsen müssen eingefahren werden. In der offiziellen Porsche-Betriebsanleitung steht dazu Folgendes:

Auch neue Reifen müssen eingefahren werden. Sie sind mit einer dünnen Schicht überzogen, die sich normalerweise erst nach etwa 200 Kilometern abfährt. Bis dahin können die Reifen noch nicht ihre volle Haftung bieten. Auch dazu finden sich Hinweise in der offiziellen Betriebsanleitung:

Beim Einfahren gibt es nicht nur eine richtige Methode

Das ist die Einschätzung meines Mannes. Eine allgemeingültige Regel fürs Einfahren gibt es nicht – je nach persönlicher Überzeugung gehen die Empfehlungen auseinander. Toyota und Honda etwa erklären, dass bei ihren Neuwagen kein Einfahren nötig sei. Die Vorgaben unterscheiden sich also auch von Hersteller zu Hersteller. Am besten ist es wohl, eigene Erfahrungen zu sammeln und darauf zu achten, wie sich das Auto anfühlt.

Autos sind wirklich faszinierend – je mehr man über sie erfährt, desto spannender werden sie!

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