Tesla Model 3 und Porsche Taycan im Vergleich: Was ich als Besitzer über ihre Stärken gelernt habe
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Der Taycan ist zurück!
Der Taycan, der wegen eines Ladeproblems beim Händler in der Werkstatt war, ist wieder da. Rund drei Wochen musste er dort bleiben – vor allem, weil es lange dauerte, bis das benötigte Ersatzteil aus Deutschland eintraf. Jetzt ist er endlich wieder bei uns zu Hause.
Während der drei Wochen ohne Taycan war ich fast ausschließlich mit dem Tesla Model 3 unterwegs. Und das ist nach wie vor komfortabel und angenehm stressfrei.
Auch die Fahrleistungen sind beeindruckend, und das Model 3 lässt sich leicht fahren. Ehrlich gesagt habe ich mich deshalb manchmal gefragt: „Brauche ich den Taycan überhaupt, wenn ich ein Model 3 habe?“ Doch sobald ich auf der Autobahn unterwegs war, vermisste ich das Fahrgefühl des Taycan und dachte sehnsüchtig: „Wann kommt er endlich zurück?“
So gingen diese drei Wochen dahin.

Nun ist der Taycan wieder bei uns. Als ich nach längerer Zeit wieder eingestiegen bin, wurde mir erneut klar: Obwohl beide Elektroautos sind, könnten Model 3 und Taycan kaum unterschiedlicher sein. Für einen direkten Größenvergleich wäre vielleicht eher das Model S der passende Tesla – trotzdem möchte ich heute schildern, was mir im Alltag besonders aufgefallen ist.
Unser Tesla Model 3 ist übrigens ein Long Range. Mit dem Performance-Modell dürfte der Eindruck noch einmal ganz anders ausfallen – das bitte beim Lesen berücksichtigen.
Tesla Model 3: im Alltag kaum zu schlagen
Erneut hat sich gezeigt, wie gut das Tesla Model 3 zu den Bedingungen in Japan passt.
① Kompakte Abmessungen – ideal für Japans Straßen
Das Model 3 lässt sich auch auf engen Straßen und in schmalen Parkhäusern problemlos manövrieren. Im Vergleich zu vielen anderen ausländischen Modellen fällt vor allem die relativ geringe Breite auf – ein echter Vorteil im japanischen Alltag. Man muss sich kaum Gedanken machen, ob die Parklücke am Ziel groß genug ist oder ob das Auto durch eine bestimmte Straße passt. Das macht den Alltag deutlich stressfreier.
② Starke Fahrleistungen und moderne Funktionen
Der Autopilot von Tesla ist wirklich intelligent. Er arbeitet so souverän und natürlich, dass ich mich manchmal frage: „Wie erkennt das Auto Fahrzeuge so weit voraus?“ Offenbar erfasst es sogar Verkehrssituationen, die für mich mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Auch die Position anderer Autos innerhalb ihrer Fahrspuren wird präzise erkannt.
Der Tesla bemerkt früh, wenn das vorausfahrende Fahrzeug die Spur wechselt, und reagiert passend. Seine Reaktionen und das Folgen des Verkehrs wirken dabei erstaunlich natürlich – fast so, als würde ein Mensch am Steuer sitzen. Wirklich beeindruckend.
Auch der große Touchscreen ist einfach zu bedienen und reagiert schnell. Wer sich einmal an diesen Bildschirm gewöhnt hat, empfindet die Bedienung des Navigationsdisplays im Taycan mitunter als weniger flüssig – und damit als etwas störend.
③ Günstige Betriebskosten
Strom ist im Vergleich zu Benzin günstig. Beeindruckend ist außerdem die Rekuperation: Anders als bei einem Benziner lässt sich beim Tesla bergab spürbar Energie zurückgewinnen – oft mehr, als man erwarten würde.
Das ist nur mein persönlicher Eindruck, aber die Rekuperation scheint beim Tesla stärker zu wirken als beim Taycan.
Bergab gewinnt das Model 3 effizient Energie zurück, bergauf nutzt es den Strom gezielt. So lässt sich die Energieeffizienz optimieren – ein großer Vorteil für uns, denn unser Zuhause liegt in einer hügeligen Gegend.

④ Komfort wie im Wohnzimmer
Im Fond bietet das Model 3 mehr Platz als der Taycan. Der großzügige Innenraum sorgt dafür, dass Kinder und Erwachsene bequem sitzen können. Auch auf längeren Strecken fühlt man sich nicht eingeengt.
Hinten gibt es außerdem ein eigenes Display, das als Unterhaltungszentrale dient. Die Kinder können während der Fahrt YouTube schauen und langweilen sich auch auf langen Strecken nicht.
Dazu kommt die hohe Laufruhe, die den Komfort weiter steigert. Im leisen Innenraum kann man sich bestens unterhalten oder Musik hören. Das Model 3 ist so ruhig und bequem, dass ich als Beifahrer inzwischen fast immer einschlafe (lacht).
Weil der Tesla so leise ist, fiel mir bei meiner ersten Taycan-Fahrt seit Langem auf: „Moment mal – war der Taycan schon immer so deutlich zu hören?“
Als ich vom 911 Carrera T in den Taycan umstieg, hatte mich noch überrascht, wie leise der Taycan war. Dass mir sein Geräuschpegel inzwischen vergleichsweise hoch vorkommt, zeigt wohl, wie ruhig der Tesla tatsächlich ist.
Insgesamt bietet das Model 3 auch auf langen Fahrten viel Komfort. Die Kinder haben Unterhaltung, die Erwachsenen ermüden weniger – und Familienausflüge machen dadurch gleich noch mehr Spaß.
Der Taycan spielt in einer anderen Liga
Steigt man vom Tesla in den Taycan um, ist der Unterschied in der Klasse kaum zu übersehen. Der Tesla ist ein hervorragendes Auto, aber beim Fahren beeindruckt mich die Präzision des Taycan ganz besonders.

① Unterschiede beim Fahrwerk
Auch das Model 3 fährt ausgesprochen geschmeidig und hebt sich mit seinem luxuriösen Charakter von vielen Limousinen anderer Marken ab. Im Taycan spürt man jedoch sofort die hohe Solidität, den ausgeprägten Fahrbahnkontakt und die Verwindungssteifigkeit. Besonders das Fahrwerk ist dem des Model 3 überlegen und vermittelt ein deutlich präziseres, hochwertigeres Fahrgefühl.
② Unterschiede beim Handling
Das Handling des Model 3 ist sehr gut, doch der Taycan lenkt noch präziser ein. Wenn das Model 3 Kurven auf den Millimeter genau nimmt, dann lenkt der Taycan, könnte man sagen, auf ein Zehntelmillimeter präzise ein.
Bei unserem Taycan ist außerdem die Hinterachslenkung verbaut, was ebenfalls eine Rolle spielen dürfte. Trotz seiner Größe lässt er sich damit erstaunlich einfach einparken – das beeindruckt mich jedes Mal aufs Neue.
Beim Einparken fühlt sich das Model 3 dagegen manchmal etwas weniger wendig an: Selbst wenn ich das Lenkrad im gewünschten Winkel einschlage, lenkt es nicht ganz so bereitwillig ein. Ohne die Hinterachslenkung von Porsche würde mir das vermutlich kaum auffallen.
Im direkten Vergleich ist der Unterschied jedoch deutlich.
③ Unterschiede auf der Autobahn
Auch das Model 3 liegt auf der Autobahn stabil und vermittelt ein sicheres Gefühl. Selbst in schnellen Kurven habe ich keine Angst. Trotzdem wirkt es manchmal ein wenig, als würde es leicht über der Straße schweben – vielleicht, weil der Abtrieb geringer ist. Ich mag ein sattes, festes Fahrgefühl mit viel Fahrbahnkontakt. Deshalb begeistert mich am Taycan, wie er sich beim Beschleunigen absenkt und förmlich durch die Luft schneidet – kombiniert mit seiner hohen Stabilität.
④ Ein Fahrerlebnis mit Verbrenner-Charakter
Der Taycan ist zweifellos ein Elektroauto, doch seine Inszenierung erinnert mich an einen Sportwagen mit Verbrennungsmotor. Besonders mit dem Sport Electric Sound fühlt sich der Motorsound zusammen mit der Beschleunigung fast so an, als säße man in einem Auto mit Saugmotor.
Wer das Model 3 nicht kennt, könnte auch den Taycan als eine Art „Cyborg“ empfinden. Im direkten Vergleich zeigt sich aber, dass der Taycan dem menschlichen Fahrgefühl näherkommt.
Unterm Strich ist der Taycan eben doch ein Sportwagen: Seine Präzision und sein sportlicher Charakter stechen besonders hervor.
Im Stadtverkehr ist das Model 3 eindeutig einfacher und komfortabler zu fahren. Wer hingegen ein direktes und aufregendes Fahrerlebnis sucht, ist mit dem Taycan bestens bedient.
Trotzdem würde ich gern einmal das Model 3 Performance Probe fahren.
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