Schweren Herzens: Ich steige von der Reservierungsliste für den Porsche 718 Spyder aus

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Porsche Boxster

Neulich sagte mein Mann: „Den 718 Spyder habe ich aufgegeben.“ Ich habe ihn gebeten, die Hintergründe und seine Gründe in einem Artikel zusammenzufassen. Viel Spaß beim Lesen!


Schon vor längerer Zeit hatte ich den 718 Spyder reserviert. Vor Kurzem meldete sich dann mein Ansprechpartner im Porsche Zentrum mit der Frage: „Wie sieht es mit dem 718 Spyder aus?“

Keine leichte Frage: Natürlich möchte ich ihn haben. Trotzdem habe ich mich entschieden, diesmal darauf zu verzichten.

Hier möchte ich erklären, warum.

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Warum ich meinen 981 Boxster GTS nicht hergeben kann

Der wichtigste Grund lässt sich in einem Satz zusammenfassen: „Mein 981 Boxster GTS ist so gut, dass ich mich einfach nicht von ihm trennen kann.“

Ich habe zwar darüber nachgedacht, den 718 Spyder zusätzlich zu kaufen. Doch dann hätte ich zwei sehr ähnliche Autos und müsste mich außerdem um noch mehr Fahrzeuge kümmern. Dazu kommt die Parkplatzfrage. Am Ende liefe es also darauf hinaus, den 981 Boxster GTS gegen den 718 Spyder einzutauschen – aber dazu konnte ich mich aus den folgenden Gründen einfach nicht durchringen.

Der Klang der Abgasanlage

Im Ausland gibt es bereits zahlreiche YouTube-Reviews zum 718 Spyder. Ich habe mir die meisten davon angesehen. Vergleiche ich den Klang der Abgasanlage mit dem des 981, gefällt mir persönlich der 981 besser.

Natürlich klingt auch der 718 Spyder gut, und für sich genommen gibt es an seinem Sound nichts auszusetzen. Aber ich habe mich in den leichtfüßigen, zugleich kraftvollen Klang des 981 Boxster GTS verliebt – ebenso in das markante Zwischengas beim Herunterschalten und das Knallen aus dem Auspuff. Darauf möchte ich nicht verzichten.

Angesichts immer strengerer Umwelt- und Geräuschvorschriften ist ein 981 Boxster GTS, der noch so unverblümt klingt, inzwischen etwas Besonderes. Und mit Handschaltung gibt es noch weniger davon – für mich ein guter Grund, meinen Wagen zu behalten. Auch die Gebrauchtwagenpreise für den 981 Boxster GTS sind weiterhin hoch und stabil. Sie liegen ungefähr auf dem Niveau von vor einigen Jahren; zuletzt hatte ich sogar den Eindruck, dass sie wieder etwas gestiegen sind.

Motorleistung

Der 718 Spyder hat 420 PS. Der 981 Boxster GTS bringt es dagegen auf „nur“ 330 PS – ein Unterschied von 90 PS!

Früher hätte ich vermutlich ohne zu zögern den 718 Spyder gewählt, denn ich dachte: „Je mehr Leistung, desto besser.“

Doch durch meine Erfahrungen mit dem McLaren 650S, dem Panamera Turbo und dem GT3 habe ich gelernt: Mehr Leistung ist nicht automatisch besser. Auf der Autobahn oder auf der Rennstrecke mag das anders aussehen. Für den Alltag auf öffentlichen Straßen finde ich jedoch einen Leistungsbereich von etwa 250 bis knapp 400 PS am unterhaltsamsten – im englischen Sinn von „fun“.

Ein anschauliches Beispiel: Der Panamera Turbo der Generation 971 hat 550 PS, doch auf japanischen Straßen kann man ehrlich gesagt kaum Gas geben. Steigt die Drehzahl, beschleunigt er so gewaltig, dass man in kürzester Zeit mit völlig unangemessener Geschwindigkeit unterwegs ist. Schon bei 2.000 U/min fährt man auf der Autobahn schneller als 160 km/h.

Im Alltag reichen deshalb meist 1.200 bis 2.000 U/min. In diesem Drehzahlbereich wirkt der Panamera Turbo fast zu gelassen – als würde er einschlafen. Natürlich macht es großen Spaß, seine brutale Beschleunigung zu erleben. Gelegenheiten dafür gibt es im Alltag aber nur selten, und der Moment ist schnell vorbei.

Der Boxster GTS hat für mich genau die richtige Leistung. Auf kurvigen Straßen kann ich die Drehzahl hochhalten und den Motor richtig ausdrehen – genau das macht den Reiz aus. Ich durfte einmal auch den Basis-981-Boxster fahren, und dessen Leistungsniveau gefiel mir sogar fast noch besser als das des GTS.

Komfortausstattung

Das ist vermutlich vor allem für Menschen mit meinem Nutzungsprofil ein Thema: Der 718 Spyder hat keinen Front Lift zur Anhebung der Fahrzeugfront, und das Verdeck wird von Hand bedient. Bei plötzlichem Starkregen auf einer längeren Tour, auf schwierigen Straßen – sogenannten „酷道“ (koku-dō), also besonders engen und anspruchsvollen Nationalstraßen in Japan – oder in der Tiefgarage am Arbeitsplatz kann das zum Nachteil werden.

Natürlich lässt sich die geringe Bodenfreiheit mit etwas Vorsicht meistern, und auch das manuelle Verdeck scheint nicht allzu umständlich zu sein. Es wäre lediglich ein zusätzlicher Handgriff. Trotzdem reichen diese Punkte nicht aus, um mich dazu zu bringen, auf den Komfort meines 981 Boxster GTS zu verzichten.

Die Position des Lenkrads

Das ist ein ziemlich wichtiger Punkt. Für den 718 Spyder und den GT4 wurde angekündigt, dass sie in Japan offiziell nur mit Rechtslenkung importiert werden. Auch mein Ansprechpartner im Porsche Zentrum meinte: „Die Chancen, einen mit Linkslenkung zu bekommen, sind gering.“

Bei uns zu Hause stehen Autos mit Rechtslenkung – sowohl mit Automatik- als auch mit Handschaltung – und mit Linkslenkung ebenfalls in beiden Varianten. Wir fahren sie im Alltag im Wechsel. Bei handgeschalteten Importwagen bevorzuge ich jedoch die Linkslenkung. Der Grund: Ich schalte lieber mit meiner dominanten Hand, also der rechten. Außerdem sind Blinker und Schaltung auf unterschiedliche Hände verteilt: der Blinker links, der Schalthebel rechts.

Unser BMW 320i hat Handschaltung und Rechtslenkung. Manchmal kommt mir dabei die linke Hand ganz schön beschäftigt vor: Mit ihr bediene ich sowohl den Schalthebel als auch den Blinker. Wenn es schnell gehen muss, denke ich gelegentlich, es wäre praktischer, den Blinker rechts zu haben. (Mit etwas Gewöhnung fällt es nicht mehr so auf – das ist nur der Vergleich.)

Außerdem sind bei europäischen Autos – nicht nur bei Porsche – häufig die Schalter, die man am meisten benutzt, auf der linken Seite der Mittelkonsole angeordnet. Bei Porsche betrifft das zum Beispiel den Lautstärkeregler des Autoradios oder die Taste für den Sportmodus. Von der Rechtslenkerposition aus sind sie etwas weiter entfernt und schwieriger zu erreichen.

Aus diesen Gründen möchte ich ein Auto mit Handschaltung unbedingt mit Linkslenkung fahren.

Übrigens: Wenn ich unabhängig von Automatik oder Handschaltung zwischen Rechts- und Linkslenkung wählen kann, entscheide ich mich ohne Zögern für Linkslenkung.

Natürlich ist es damit schwieriger, an Schrankenautomaten ein Ticket zu ziehen, und beim Überholen ist die Sicht schlechter. Trotzdem überzeugen mich die folgenden Vorteile:

  • Man fährt näher am Gehweg und kann Fußgänger leichter erkennen – das fühlt sich für mich sicherer an.
  • Auf engen Straßen lässt sich das Auto leichter bis ganz an den linken Rand heranführen.
  • Da sich ein links gelenktes Auto leichter ins Ausland exportieren lässt, bleibt sein Gebrauchtwagenwert nach vielen Jahren tendenziell stabiler.

Mein erster Porsche

Und schließlich gibt es noch einen letzten, sehr persönlichen Grund: Der 981 Boxster GTS ist mein erster eigener Porsche. Dafür sprechen ausschließlich emotionale Gründe. Endlich konnte ich mir einen Porsche kaufen, die Ausstattung bis ins Detail selbst zusammenstellen und ihn nach meinen Wünschen konfigurieren. Nach rund zehn Monaten Wartezeit war er endlich da.

Deshalb hängt mein Herz stärker an diesem Auto als an jedem anderen Porsche. Ihn herzugeben, würde mir wehtun – und im Moment bin ich einfach noch nicht so weit.

Trotzdem hätte ich den 718 Spyder gern

Das klingt vielleicht so, als würde ich lauter Gründe aufzählen, warum ich den 718 Spyder nicht kaufen will – oder nicht kaufen kann. Aber ich finde den 718 Spyder und den GT4 großartig. Wenn ich könnte, würde ich einen besitzen. Das weiterentwickelte Fahrwerk des 718, kombiniert mit einem frei saugenden Sechszylinder-Boxermotor: eine Traumkombination. Wer einen 718 Spyder oder GT4 bestellt hat, kann sich also wirklich auf sein Auto freuen.

Und falls jemand aus unserer Leserschaft seinen Wagen schon in Empfang genommen hat: Zeigt ihn mir gern einmal am Royu Driveway! Über einen Erfahrungsbericht für die Porsche-Owner-Datei würde ich mich ebenfalls sehr freuen.

Hiro

Ich bin Minas Ehemann. Ich fahre Autos nicht als Mode oder Statussymbol. Mir gefallen Wagen, die Spaß machen, als Industrieprodukt überzeugen und in denen man die Absicht der Macher spürt. Lange Touren sind meine Leidenschaft, und ein Auto zählt erst, wenn man es fährt. An freien Tagen reise ich mit unseren Wagen durch Japan. Im Blog schreibe ich vor allem Fahrberichte und Tourenberichte und kümmere mich um die Technik der Seite und ums Tuning.

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