Auf Wiedersehen, Golf 7 – und danke für fast drei gemeinsame Jahre

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Volkswagen

VW Golf 7

Vor Kurzem ist ein BMW 320i bei uns eingezogen – und deshalb mussten wir uns schweren Herzens von unserem Volkswagen Golf 7 Allstar trennen. Unser Golf war ein Sondermodell mit 1,2-Liter-Motor, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und der Sonderlackierung Carbon Steel Grey Metallic. Zur Ausstattung gehörten außerdem 20-Speichen-Leichtmetallräder, speziell gestaltete Stoffsitze sowie Embleme und Einstiegsleisten mit dem Schriftzug „ALLSTAR“.

Der Golf war ein wirklich, wirklich gut gemachtes und großartiges Auto. Wer nicht regelmäßig lange Touren fährt oder auf die Rennstrecke geht, kommt mit diesem einen Golf mehr als gut zurecht. Über die Vorzüge des Golf habe ich in diesem Blog schon oft geschrieben. Zum Abschied möchte ich noch einmal festhalten, was mir in den zwei Jahren und neun Monaten mit ihm besonders aufgefallen ist.

Mein Fazit zum Golf 7

Starke Gesamtleistung

Der Golf überzeugt mit sehr hohen Grundqualitäten als Auto. Auch über Porsche sagt man, dass die drei Grunddisziplinen – Beschleunigen, Lenken und Bremsen – besonders gut beherrscht werden. Beim Golf ist das genauso: Die Lenkung macht Freude, die Bremsen packen kräftig zu. Das Fahrwerk ist zwar eher straff, federt aber angenehm geschmeidig und ermüdet auch auf längeren Strecken nicht.

Auch die Geradeauslaufstabilität bei hohem Tempo ist ausgezeichnet. 100 km/h und Spurwechsel auf der Autobahn steckt der Golf souverän weg. Die Türen sind nicht blechern, sondern haben ein angenehmes Gewicht. Dieses Gefühl, in einem solide gebauten Auto zu sitzen, vermittelt ein echtes Maß an Sicherheit.

Unser Golf hatte zwar nur 1.200 cm³ Hubraum, doch von zu wenig Leistung war überhaupt nichts zu spüren. Es gab nie den Eindruck, dass der Motor laut wird, ohne dass das Auto entsprechend beschleunigt. Im Gegenteil: Der Golf fühlte sich durchaus kräftig an. Die Straße vor unserem Haus ist ziemlich steil, doch wenn man dort beherzt aufs Gas trat, zog er kraftvoll bergauf.

Golf 7, seitlich von hinten

Wendig und leicht zu parken

Wo der Panamera nicht in eine Parklücke passt, lässt sich der Golf problemlos abstellen. Wie oft hieß es schon: „Der Parkplatz bei dem Restaurant ist eng – wir nehmen den Golf.“ Außerdem fahre ich einmal im Monat zu den Familiengräbern beider Seiten der Familie. Weil man dort über ländliche Feldwege und schmale Straßen fahren muss, nahm ich dafür immer den Golf.

Mit dem Golf kommt man überall hin und findet fast überall einen Parkplatz. Ob Supermarkt oder Geschäft – im Alltag ist er unkompliziert und zugleich leistungsstark. Deshalb finde ich ihn besonders gut als alltagstaugliches Auto für die Ehefrau.

Viel Auto fürs Geld

Bei dieser Leistung ist ein Neupreis von rund drei Millionen Yen wirklich erstaunlich. Das ist weniger, als manche Sonderausstattung für einen GT3 Touring kostet (lacht). Für so viel Auto könnte man eigentlich auch deutlich mehr verlangen …! (Wobei mir ein niedrigerer Preis natürlich lieber ist.) Selbst im Vergleich mit japanischen Autos ähnlicher Klasse und Preiskategorie denke ich persönlich: „Wenn ich die Wahl habe, würde ich ganz klar den Golf nehmen!“

Außerdem ist der Golf zuverlässig. Wir haben ihn zwar verkauft, bevor er 30.000 Kilometer erreicht hatte – bei annähernd 100.000 Kilometern könnten natürlich Probleme auftreten. Bis dahin gab es jedoch weder Defekte noch sonstige Probleme oder Fehlermeldungen. Auch der Ölstand sank überhaupt nicht; das Öl wurde lediglich im Rahmen der jährlichen Inspektion gewechselt.

Viel Platz auf der Rückbank

Der Golf ist ein kompaktes Auto, bietet auf der Rückbank aber vergleichsweise viel Platz. Vielleicht sind die Sitzflächen etwas länger: Selbst mein 178 cm großer Mann konnte bequem sitzen. Sein Kommentar: „Da wird man auch auf längeren Fahrten nicht so schnell müde.“

Rückbank im Golf 7

Wie gut ist der Verbrauch?

Vielleicht kommt mir der Verbrauch des Golf nur deshalb so beeindruckend vor, weil wir ihn unweigerlich mit unseren Porsche-Modellen vergleichen (lacht). Wenn mein Mann mit dem Golf zur Arbeit fuhr, lag der Verbrauch meist bei etwa 14 bis 15 km/l. Auch bei meinen Fahrten auf der Autobahn oder in der Stadt war es ungefähr genauso.

Allerdings hat sich auch der Verbrauch des Panamera zuletzt verbessert. Auf unserer letzten Tour lag sein Durchschnittsverbrauch bei 9,8 l/100 km – das entspricht etwa 10,2 km/l.

Viel Platz fürs Gepäck

Im Golf lässt sich einiges verstauen. Selbst ein großer Koffer in Größe L passt in den Kofferraum, und auch ein Kinderwagen lässt sich problemlos unterbringen. Wenn wir bei Nitori einkaufen waren, nahmen wir immer den Golf. Dass etwas nicht hineingepasst hätte, ist uns nie passiert.

Kofferraum des Golf 7

Kofferraum des Golf 7

Schwacher Wiederverkaufswert

Der wohl größte Nachteil des Golf ist sein niedriger Wiederverkaufswert. Als Volkswagen den Wagen kürzlich bewertete, lag das Inzahlungnahmeangebot beim Neuwagenkauf bei rund 40 Prozent des ursprünglichen Neupreises. Bei BMW waren es sogar nur etwa 25 Prozent. Dabei war der Golf so gut in Schuss: starke Leistung, keine Defekte, kein Unfallschaden und weniger als 30.000 Kilometer auf dem Tacho (28.353 km). Trotzdem fiel der Restwert so niedrig aus.

Und nun folgt endlich – (haha) – das Fazit meines Mannes zu seinem Golf 7.

Das Fazit meines Mannes

Ein steifes, solides Gefühl

Was einem beim Golf sofort auffällt, ist seine solide Karosserie. Das merkt man am Gewicht der Türen und daran, wie satt sie schließen. Selbst die hinteren Türen sind sorgfältig verarbeitet – nirgendwo hat man den Eindruck, dass gespart wurde. (Bei manchen japanischen Autos sind die vorderen Türen solide, während die hinteren deutlich dünner wirken.) Auch während der Fahrt fühlt sich der Golf satt und sicher an. Man sitzt in einer verwindungssteifen Karosserie und hat das beruhigende Gefühl, von einer stabilen Fahrgastzelle umgeben zu sein.

Diese solide Bauweise macht sich besonders bei hohem Tempo auf der Autobahn bemerkbar: Der Golf liegt einfach ausgesprochen ruhig und stabil. Bei den in Japan üblichen Autobahngeschwindigkeiten fühlt man sich selbst auf der Überholspur nicht unsicher. Der Golf ist stärker auf Komfort ausgelegt als ein Porsche. Wenn es um Ermüdung und das Gefühl am Steuer geht, vermittelt er mir persönlich oft sogar mehr Ruhe und Sicherheit.

Mit seinem pfeilgeraden Geradeauslauf und dem straffen Fahrwerk überzeugt er auch bei Spurwechseln und in Kurven bei hohem Tempo. Die Bremse lässt sich präzise dosieren und bietet eine mehr als ausreichende Bremsleistung. Selbst bei einer starken Bremsung aus hohem Tempo bleibt das Auto stabil und verzieht nicht – da merkt man, dass der Golf für die Autobahn entwickelt wurde. Ein Neuwagen mit diesen Qualitäten für rund drei Millionen Yen ist ein echtes Schnäppchen.

Golf 7 von vorn

Golf 7 von hinten

Motor und Getriebe

Der 1,2-Liter-Turbomotor mit Downsizing ist eine Spezialität von Volkswagen. Er liefert schon bei niedrigen Drehzahlen ordentlich Drehmoment und lässt sich angenehm fahren. Wer an eine Wandlerautomatik oder ein CVT-Getriebe aus einem japanischen Auto gewöhnt ist, muss sich möglicherweise erst an das Doppelkupplungsgetriebe DSG gewöhnen.

Beim Gangwechsel fällt die Drehzahlmessernadel jeweils kurz ab, während der Golf ohne Zugkraftunterbrechung weiterbeschleunigt. Das fühlt sich ein wenig wie bei einem Handschalter an – man spürt den Gangwechsel und das Fahren, und genau das gefällt mir. Schaltrucke gibt es kaum; welcher Gang gerade eingelegt ist, merkt man fast nur an der Anzeige. Über Probleme oder ungewöhnliche Geräusche beim trockenen DSG hört man immer wieder. Bei unserem Golf gab es jedoch keinerlei Auffälligkeiten.

Ein möglicher Nachteil des DSG – wie bei vielen modernen Autos – ist, dass es im Interesse eines niedrigen Verbrauchs früher hochschaltet als nötig. Beim Golf 7 war nach dem Anfahren besonders schnell der zweite Gang eingelegt. Wenn man etwas zügiger beschleunigen wollte, konnte sich das deshalb träge anfühlen.

In solchen Situationen passte das Schaltprogramm im Sportmodus genau richtig. Ich fuhr deshalb oft im S-Modus.

Auch die Funktion „Auto Hold“, mit der man im Stand den Fuß vom Bremspedal nehmen kann, erfordert etwas Übung. Gibt man beim Anfahren einfach normal Gas, kann der Wagen ruckeln. Am besten tippt man das Gaspedal zunächst leicht an, wartet, bis die Auto-Hold-Bremse löst, und fährt dann sanft los.

Beim späteren Golf 7.5 soll dieses Verhalten verbessert worden sein.

Auch bei höherem Tempo beschleunigt der Motor besser, als man es von seinen gerade einmal 105 PS erwarten würde. Wie bei vielen europäischen Autos liegt das wohl vor allem am Drehmomentverlauf und an der passenden Getriebeübersetzung. Selbst ab 100 km/h beschleunigt der Golf ohne spürbare Mühe und genau so, wie man es erwartet. Unterschätzt die 105 PS nicht: Sie reichen locker aus, um am Wochenende auf Japans Autobahnen zügig mitzuschwimmen.

Fahrersitz des Golf 7

Fahrkomfort

Beim Fahrkomfort ist der Golf für seine Klasse außergewöhnlich gut. Natürlich empfindet jeder etwas anderes als komfortabel: Für manche ist eine weiche, schwingende Federung ideal, andere bevorzugen ein flaches und straffes Fahrgefühl.

Wer Wert auf eine ruhige, ausgewogene Straßenlage legt, dürfte den Golf als komfortabel empfinden. Einmal fuhr ich mit einem Besitzer eines Audi A4 quattro der vorherigen Generation (Limousine) abwechselnd von Tokio nach Osaka. Er war überrascht: „Im Golf bewegt sich der Blick selbst bei hohem Tempo weniger auf und ab. Beeindruckend!“

Beim Golf 1.2 ist hinten eine Verbundlenkerachse verbaut, anders als beim 1.4 mit seiner Mehrlenkerachse. Bei einem direkten Vergleich merkt man, dass der 1.4 noch geschmeidiger fährt. Trotzdem glaube ich nicht, dass jemand den Fahrkomfort des 1.2 als schlecht bezeichnen würde. Der Unterschied ist eher, dass sich der 1.2 auf unebener Fahrbahn und bei größeren Bodenwellen etwas unruhiger anfühlen kann.

Sitz im Golf 7

Der Golf ist eine klare Empfehlung

Wenn Sie ein Auto dieser Klasse suchen, kann ich den Golf uneingeschränkt empfehlen. Wer allerdings nie auf der Autobahn fährt, keine längeren Strecken zurücklegt und vor allem komfortabel durch die Stadt kommen möchte, ist womöglich mit einem anderen Auto besser beraten.

Denn unter solchen Bedingungen kommen die Stärken des Golf kaum zur Geltung. Dann könnte er leicht wie ein gewöhnlicher „Importwagen“ wirken, ohne besondere Vorzüge zu zeigen.

Der Golf ist besonders für alle interessant, die bei einem Auto als zuverlässigem Alltagsbegleiter Wert auf Sicherheit und die Grundqualitäten Beschleunigen, Lenken und Bremsen legen. Gerade für diese Fahrerinnen und Fahrer könnte er das perfekte Auto sein.

Mina

ポルシェブログ「ポルシェがわが家にやってきた」管理人、3児の母。数年前までは、車に全く興味が無かったが、夫がポルシェを買ってきたことをきっかけにポルシェの素晴らしさを知り、ついには自分でMT車を購入するなどし、現在に至る。 ブログでは、クルマオタクの夫と、夫に洗脳されていく妻の日常を書いています。

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Hiro

Ich bin Minas Ehemann. Ich fahre Autos nicht als Mode oder Statussymbol. Mir gefallen Wagen, die Spaß machen, als Industrieprodukt überzeugen und in denen man die Absicht der Macher spürt. Lange Touren sind meine Leidenschaft, und ein Auto zählt erst, wenn man es fährt. An freien Tagen reise ich mit unseren Wagen durch Japan. Im Blog schreibe ich vor allem Fahrberichte und Tourenberichte und kümmere mich um die Technik der Seite und ums Tuning.

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