Porsche Macan 4 Fahrbericht|EV ohne Schwerelosigkeit – die Vollendung eines Musterschülers
公開日:2026.06.05
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Der einstige 2WD Macan und diesmal der 4WD
Ich hatte die Gelegenheit, die EV-Version des Macan in der Allrad-Variante zu fahren.
Früher war ich bereits mit der normalen EV-Version des Macan unterwegs, also dem heckgetriebenen 2WD, und habe meine Eindrücke in einem Artikel festgehalten.
Mein damaliger Eindruck war „Ein wirklich einfach zu fahrenden Macan“. Er besitzt keine wilde Seite, die typische EV-Charakteristik ist auf eine positive Weise zurückhaltend, und hinterlässt den Eindruck eines EV, das sich genau so fährt wie ein Benziner. Viele verbinden mit Elektroautos spontan das sofortige volle Drehmoment, das einen förmlich nach vorne zieht – der Taycan vermittelt dieses Gefühl besonders stark. Doch der 2WD Macan, den ich damals fuhr, war trotz Elektromotor so abgestimmt, dass die Beschleunigung bei steigender Drehzahl zunimmt – wie bei einem Verbrennungsmotor. Diese Feinabstimmung ist mir noch gut in Erinnerung.
Dieses Mal saß ich im Macan 4, einer Kombination des Basismodells mit Allradantrieb.
Der Testwagen war luxuriös ausgestattet mit Lederinterieur, 14-Wege-Sitzen und Sitzbelüftung. Die Federung war weder Luftfederung noch PASM, sondern eine ganz normale Standardfederung. Ich war sehr gespannt, wie sich dieses unverfälschte Fahrwerk anfühlen würde.

Anfahren und Bremsen – ein völlig neues Feeling
Schon beim Losfahren empfand ich wieder, wie geschmeidig er sich bewegt.
Er gleitet förmlich und sehr ruhig los. Dieses Gefühl ist so überzeugend, dass man eigentlich nie wieder zu einem Verbrenner zurückkehren möchte. Ein klarer Vorteil der Elektromobilität. Noch beeindruckender war jedoch die Bremse. Bei allen Porsche-Modellen überzeugt die Bremse durch ihr Prinzip: Die Verzögerung wird nicht über den Pedalweg, sondern über den Pedaldruck – also die Kraft am Fuß – gesteuert. Daher sind die Pedale recht straff und fest, keineswegs weich wie bei manchen japanischen Fahrzeugen.

Besonders bei diesem Macan 4 fiel mir der Bremsdruck heraus. Er fühlt sich so knackig und hart an wie bei 911- oder Boxster/Cayman-Modellen mit PCCB-Bremse. Die echte Verbindung zum Fahrzeug – ein echtes Porsche-Gefühl – spürt man direkt im Pedal. Kleiner Exkurs: Beim Taycan, auch meinem Turbo GT, empfinde ich die Bremse der jüngeren Modelle als viel zu weich. Die früheren Modelle hatten dieses harte, typische Porsche-Feeling, doch die aktuellen wirken an dieser Stelle überraschend untypisch. Im Vergleich dazu überzeugt der Macan 4 mit seiner Bremscharakteristik voll und ganz.
Was steckt hinter der Rekuperation und was verrät das Standardfahrwerk?
Da viele das Prinzip der Rekuperation missverstehen, möchte ich es kurz erklären.
Viele glauben, dass die Rekuperation wie eine Motorbremse beim Gaswegnehmen wirkt. Doch bei Porsche ist das anders. Zwar wird beim Loslassen des Gaspedals leicht Energie zurückgewonnen, doch die eigentliche Stärke der Rekuperation wird über das Bremspedal gesteuert. Je stärker man bremst, desto intensiver arbeitet die Rekuperation. Weil man bremst, fühlt es sich an, als würden die Bremsbeläge die Scheiben greifen. Tatsächlich tun die Beläge aber kaum etwas, denn die Verzögerung erfolgt fast ausschließlich elektrisch via Motor. Das schont die Bremsbeläge enorm. Sogar auf kurvigen Bergstraßen kann man die Verzögerung vor der Kurve nur mit der Rekuperation sehr gut dosieren. Natürlich greifen bei Vollbremsung auch die Beläge zusätzlich, sodass die Bremsleistung immer absolut zuverlässig ist.
Das Handling? Durch die höhere Karosserie und das nicht gedämpfte Fahrwerk merkt man natürlich die Neigung des Körpers.
Aber die Haltung des Fahrzeugs bleibt stabil. Unter Last neigt sich der Wagen gleichmäßig bis zu einem bestimmten Winkel und nimmt dann die Kurve sauber. Es gibt viele Autos, deren Haltung während der Kurvenfahrt schwankt, doch beim Macan ist das überhaupt nicht der Fall. Wenn das Fahrwerk ohne zusätzliche Technik wie PASM oder Luftfederung so stabil ist, lässt sich vorstellen, wie hochwertig das Fahrwerk mit diesen Optionen sein muss. Die Lenkung ist weder zu direkt noch zu träge, deutlich agiler als bei anderen SUVs dieser Klasse, und vermittelt eine ausgesprochen gute Reifenhaftung.

Das Geheimnis, warum das Gewicht kaum spürbar ist – und der elektrische Sportklang
Auf dem Kurvenausgang spürte ich den Vorteil des Allradantriebs deutlich.
Der Macan 4 hat eine wirklich beeindruckende Traktion. Im Vergleich zum 2WD hatte ich hier ein stärkeres Leistungsgefühlt und eine spontanere Beschleunigung, was wohl auch am besseren Antriebstrang liegt. Im Sport-Plus-Modus spürte man das beim Herausbeschleunigen an einem kaum hörbaren Reifenquietschen. Wenn der normale Macan schon so sportlich ist, dann muss der 4S oder Turbo fantastisch sein. Doch am meisten erstaunt hat mich, dass man das Gewicht überhaupt nicht spürt. Obwohl dieses EV mehr als zwei Tonnen auf die Waage bringt, glaubt man das kaum. Selbst bei bewusster Suche nach Nachteilen findet man kaum welche.

Die elektrische Sportauspuffanlage war als Option installiert. Im eingeschalteten Zustand empfand ich die Lautstärke als etwas zurückhaltender als beim Taycan. Dennoch ist sie absolut stimmungshebend. Im Klang vermischt sich ein V6-ähnliches Körnchen mit elektronischen Tönen, sodass man dezent den Puls eines Motors wahrnimmt. Wer einen EV-Porsche kauft, für den lohnt sich diese Anlage meiner Einschätzung nach. Denn das typische Porsche-Gefühl wird dadurch spürbar verstärkt.
Für wen ist der Macan 4 eigentlich gemacht?
Insgesamt ist dieser Macan nicht das schnellste oder sportlichste Modell im Porsche-Portfolio.
Er ist kein Showcar, sondern ein äußerst gut gemachter Wagen. Viele Autoexperten loben die Qualität des EV-Macan, und ich schließe mich dem an. Wer aber die typische Roughness, das rauere Porsche-Feeling sucht, wird hier womöglich enttäuscht sein. Dieser Macan ist ein echter Musterschüler. Meine Frau merkte auch an, dass die letzte Benzin-Macan-Generation bereits sehr gut ausgefeilt war. Doch diese EV-Version liegt in Sachen Fahrwerkqualität eine oder gar zwei Klassen darüber und wirkt wie die logische Weiterentwicklung der letzten Verbrenner-Generation. Deshalb mögen Fans der raueren Anfangszeit des Macan diesen sehr „taktsicheren“ Kurs als zu brav empfinden. Für die empfiehlt sich eher der 4S oder Turbo.

Übrigens gehört dieser Testwagen einer erfahrenen Porsche-Fahrerin. Sie erzählte, wie sehr sie das neue Modell schätzt und wie einfach es zu fahren ist. Auch bei höheren Geschwindigkeiten bleibt das Fahrzeug stabil, zieht sauber durch Kurven und bietet ausreichend Leistung – so dass sie sich in jeder Situation sicher fühlt. Ich kann das nur bestätigen. Wer sportlich fahren und gleichzeitig Komfort in den Vordergrund stellen möchte, findet im Macan 4 den perfekten Begleiter.
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