Neuer Panamera 4S und neuer Panamera Turbo – Fahrbericht im Vergleich
公開日:2017.09.21
Fahrbericht: den neuen Porsche Panamera erleben
Vor einiger Zeit hatte ich Gelegenheit, den neuen Panamera 4S und den neuen Panamera Turbo zu fahren. Über die Probefahrten habe ich damals auch im Blog berichtet. Doch die Beschleunigung und die Hochgeschwindigkeitsstabilität des Panamera Turbo waren so beeindruckend, dass ich gehörig Respekt bekam und am Ende einen etwas wirren Fahrbericht schrieb …
→ Meine Probefahrt im neuen Panamera Turbo – und das Gefühl, haushoch unterlegen zu sein.
Ausgerechnet dieser Artikel ist nun der meistgelesene Beitrag meines Blogs und landet bei Suchanfragen regelmäßig weit oben – eine durchaus heikle Sache. Deshalb möchte ich noch einmal in Ruhe über die Probefahrten schreiben. Ich bin allerdings weder Motorjournalistin noch Autoexpertin und kann nicht fundiert über Fahrwerk, Federung oder Drehmoment sprechen. Ich möchte hier einfach als begeisterter Porsche-Fan und Laie schildern, wie ich die Autos erlebt habe.
Ist der neue Panamera wirklich besser als sein Vorgänger?
Ich fuhr den neuen Panamera im Februar und März desselben Jahres: Im Februar den Panamera 4S, im März den Panamera Turbo. Damals urteilten Automobilmedien und Motorjournalisten, der neue Panamera habe ihre Erwartungen weit übertroffen. Unser Panamera Edition der Baureihe 970 bot allerdings bereits mehr als genug Leistung – ich war also nicht sicher, wie groß der Fortschritt tatsächlich sein würde.
Doch schon zwei Sekunden nach dem Anfahren im Panamera 4S war mir klar: „Der lässt das Vorgängermodell weit hinter sich.“ Genau genommen fühlte es sich nicht nur nach einer Weiterentwicklung an: „Der neue Panamera und sein Vorgänger sind völlig unterschiedliche Autos.“ Statt einfach nur weiterentwickelt zu wirken, fühlte sich der neue Panamera an, als hätte man einen 911 genommen und ihn einfach größer gemacht.
Drei Unterschiede zwischen dem Panamera Edition und dem neuen Panamera 4S
Zunächst möchte ich auf die Unterschiede zwischen dem „Panamera und dem neuen Panamera“ eingehen. Ich bin zwar einen Panamera Edition und einen Panamera 4S gefahren, keinen Basis-Panamera. Drei Unterschiede zwischen den beiden Modellen sind mir besonders aufgefallen.
① Müheloses und sanftes Anfahren
Der Panamera fährt ausgesprochen leicht und geschmeidig an. Schon ein sanfter Druck aufs Gaspedal genügt, und er setzt sich in Bewegung, als würde er auf Schienen gleiten. Nichts davon, dass sich ein großes, schweres Auto erst mühsam in Bewegung setzen müsste. Gleichzeitig bleibt der Kontakt zur Straße stets spürbar. Der Wagen hält souverän die Spur und bietet einen angenehmen Fahrkomfort – weder zu hart noch zu weich. Vielleicht liegt das an der Luftfederung. Bei meiner überwiegend innerstädtischen Probefahrt musste ich häufig an Ampeln anhalten, doch beim Anfahren hatte ich nie das Gefühl, die Masse des Wagens überwinden zu müssen.
② Er fühlt sich überraschend handlich an
Das hängt vielleicht mit dem mühelosen Anfahren zusammen: Der Panamera wirkte überhaupt nicht so groß, wie er tatsächlich ist. Dabei misst er 1.900 Millimeter in der Breite und ist über fünf Meter lang. Trotzdem hatte ich das Gefühl: „Ist der neue Panamera etwa eine Nummer kleiner geworden?“ Die typische Sorge, ein so großes Auto zu fahren, kam gar nicht auf – der Panamera ließ sich sehr einfach bewegen.
③ Angenehm heller Klang des Motors
Auch der Motor klang ausgesprochen angenehm. Beim Beschleunigen hörte ich von hinten einen kultivierten, hellen Motorklang, sodass es sich beinahe anfühlte, als säße der Motor im Heck. Selbst wer laute Motoren nicht mag, dürfte mit dieser Lautstärke gut zurechtkommen. (Ob der Wagen wohl Akustikverglasung hatte …?)
Das waren meine Eindrücke von der Probefahrt im neuen Panamera 4S. Da ich weder auf der Autobahn den Motor ausgereizt noch kurvige Bergstraßen zügig unter die Räder genommen habe, konnte ich vermutlich nur einen kleinen Teil seines Potenzials erleben.
Mit dieser Einschränkung lautet mein Gesamteindruck: Wer den 911 mag, dürfte auch am Panamera Gefallen finden. Mich persönlich ließ der 4S allerdings ein wenig unbefriedigt zurück. Er wirkte sehr souverän und perfekt – ich hätte mir noch etwas mehr Temperament gewünscht.
Drei Unterschiede zwischen dem neuen Panamera 4S und dem Turbo
Anschließend fuhr ich den neuen Panamera Turbo. Dabei wurde mir deutlich, wie verschieden zwei Panamera-Modelle wirken können: Obwohl sie zur selben Modellfamilie gehören, fühlten sie sich für mich fast wie völlig unterschiedliche Autos an. Das sind meine drei wichtigsten Eindrücke vom neuen Panamera Turbo:
① Das Gefühl, ein großes Auto zu fahren, bleibt – im besten Sinne
Ich mag es, wenn sich ein Auto auch nach einem großen Wagen anfühlt. Natürlich sollte es sich geschmeidig durch Kurven bewegen und keine unangenehmen Fliehkräfte entwickeln. Beim Panamera muss man sich darüber aber keine Sorgen machen. Im Vergleich zu unserem Panamera Edition glitt der neue Panamera Turbo deutlich leichter los. Gegenüber dem 4S hatte er für mein Empfinden jedoch noch mehr von diesem besonderen Großwagengefühl.
② Ein kultivierter, tiefer Motorsound
Anders als der heller klingende 4S hat der Turbo einen satten, tiefen und vielschichtigen Motorsound. Das „Wumm“ beim Anlassen klingt für mich nach: „Alles klar, jetzt geht’s los!“ Genau auf diesen Moment hatte ich mich vor der Probefahrt gefreut. Der Motor war allerdings schon etwas warm, weshalb der Klang zurückhaltender ausfiel als erwartet. Bei kaltem Motor wäre der Start bestimmt eindrucksvoller gewesen. Auch beim Beschleunigen hört man den charakteristischen Klang des V8. Ich mag Porsche-Motoren, weil sie nicht einfach nur laut sind, sondern dabei stets kultiviert klingen.
③ Vielseitigkeit in ihrer schönsten Form
Als Turbo bietet er natürlich mehr Leistung und Beschleunigung als der 4S. Seine Rundenzeit von 7:38 Minuten auf der Nürburgring-Nordschleife sorgte damals für Schlagzeilen. Der Motorjournalist Gorō Okazaki beschrieb die Beschleunigung als „den Angriff eines Raubtiers auf seine Beute“ – auf der Autobahn trifft dieser Vergleich den Nagel auf den Kopf.
Im Stadtverkehr und bei gleichmäßiger Fahrt auf der Autobahn lässt sich der Turbo dagegen luxuriös und entspannt bewegen. In der Stadt souverän und elegant, auf der Autobahn wild und kraftvoll, auf kurvigen Bergstraßen präzise nach Wunsch: Diese Vielseitigkeit ist eine der großen Stärken des Panamera Turbo.
Panamera 4S oder Turbo – welcher passt zu Ihnen?
Mein Fazit: Wer ein leicht zu fahrendes und zugleich unterhaltsames Auto sucht, ist mit dem 4S gut beraten. Auch wenn der Wagen vor allem im Alltag und weniger auf kurvigen Bergstraßen oder der Autobahn unterwegs ist, spricht vieles für den 4S. Wer dagegen nicht nur im Stadtverkehr fahren, sondern auch auf kurvigen Landstraßen Spaß haben möchte und Wert auf Beschleunigung sowie hohe Stabilität bei hohem Tempo legt, sollte zum Turbo greifen. (Auch wenn das vielleicht auf nicht allzu viele zutrifft.)
Da wir sowohl im Alltag als auch beim Fahren selbst Wert auf Fahrspaß legen, fiel unsere Wahl schließlich auf den Panamera Turbo.
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