PEC Tokyo: Das Programm „Mid vs. Rear“ erleben – Mittelmotor gegen Heckmotor
公開日:2021.11.10
PEC Tokyo: Erst einmal mit dem 718 Boxster GTS 4.0 auf die Strecke
Vor Kurzem war ich im Porsche Experience Center Tokyo (PEC Tokyo). In diesem Artikel erzähle ich von meinen Eindrücken aus dem Programm „Zwei Fahrzeuge im Vergleich“, das ich dort ausprobiert habe.
Ich nahm am 90-minütigen Programm „Mid vs. Rear“ teil, bei dem wir die Unterschiede zwischen Mittel- und Heckmotor sowie die charakteristischen Eigenschaften der Porsche-Modelle erkundeten.

Als Erstes durfte ich den 718 Boxster GTS 4.0 fahren. Ich hatte erwartet, in einem „normalen“ Boxster oder Cayman Platz zu nehmen – umso größer war meine Begeisterung, gleich mit dem GTS 4.0 starten zu dürfen.
Mit dem Boxster GTS 4.0 ging es auf den Low Friction Handling Track. Auf der Rundstrecke mit polierter Betonoberfläche lassen sich bei niedrigen Geschwindigkeiten Über- und Untersteuern provozieren. So können Teilnehmende üben, das Fahrzeug auch bei geringer Haftung unter Kontrolle zu halten.
Der Instruktor meinte:
Ein Mittelmotor-Modell kann sich etwas leichter zum Rutschen bringen lassen. Aber es ist ja ein GTS 4.0 – sein Fahrverhalten sollte insgesamt recht stabil sein.
Und tatsächlich: Wenn ich etwas schneller in eine Kurve fuhr, spürte ich, wie das Heck leicht ausbrach. Der Wagen fing sich jedoch sofort wieder und ließ sich problemlos weiterfahren. Sein Fahrverhalten war so stabil, dass man kaum glauben konnte, wie glatt die Strecke war.

Eindrücke von meiner früheren Teilnahme am Porsche Track Experience
Anschließend ging es in den Dynamikbereich. Auf der weitläufigen, asphaltierten Fläche stehen spezielle Übungen auf dem Programm, die sich die Eigenschaften des trockenen Untergrunds zunutze machen – darunter Slalom, Vollbremsungen und Launch Control.
Die Aufgabe: Vollgas geben, auf über 100 km/h beschleunigen und dann so kräftig bremsen, dass der Wagen innerhalb der seitlich aufgereihten roten Pylonen zum Stillstand kommt.
Auf öffentlichen Straßen bietet sich kaum je die Gelegenheit, bei einem Porsche das Gaspedal voll durchzutreten. Für mich war das also eine seltene Erfahrung.
Auf das Startsignal des Instruktors trat ich mit voller Kraft aufs Gas. Mein Körper wurde tief in den Sitz gedrückt.
Unglaublich schnell …!!!
Im Nu zeigte der Tacho 100 km/h. Auf Anweisung des Instruktors stieg ich voll auf die Bremse. Ich stemmte mich mit dem linken Fuß ab und drückte das Bremspedal mit dem rechten so fest durch, dass meine Wade fast zu krampfen begann.
Die Reifen protestierten kurz mit einem lauten Rattern – und im nächsten Moment stand der Wagen wie angewurzelt.
Bis zur Reihe der roten Pylonen war noch reichlich Platz.
Die Bremsen von Porsche gelten als die besten der Welt – und das aus gutem Grund. Auch in der Porsche-Fahrschule durfte ich sie schon mehrfach erleben, doch diesmal beeindruckten sie mich erneut.

Eindrücke von meiner früheren Teilnahme am Porsche Track Experience
Falls es einmal zu einer kritischen Situation kommt, sollte man nicht zuerst versuchen, dem Hindernis durch Lenken auszuweichen, sondern kräftig bremsen. Dabei hilft es, dem Auto zu vertrauen und entschlossen aufs Bremspedal zu treten. Diese wichtige Erkenntnis wurde mir wieder einmal bewusst.
Als Nächstes schlug der Instruktor vor: „Wenn wir schon dabei sind, probieren wir doch die Launch Control aus.“
Die Launch Control ist eine elektronische Regelung, die das Fahrzeug aus dem Stand möglichst schnell beschleunigt. Auf öffentlichen Straßen kann man sie kaum ausprobieren, und ich hatte es bis dahin noch nie getan – ich wusste also nicht einmal genau, wie es geht. Bei einer Porsche-Fahrschule in Shirahama hatten die anderen Teilnehmenden den Sprint mit Launch Control erlebt. Da ich damals mit einem handgeschalteten Boxster dabei war, konnte ich nicht mitmachen. Die Funktion ist bei Fahrzeugen mit Sport Chrono Paket verfügbar.

Eindrücke von meiner früheren Teilnahme am Porsche Track Experience
Der Instruktor erklärte:
„Wählen Sie zunächst den Sport-Plus-Modus. Treten Sie dann mit dem linken Fuß das Bremspedal bis zum Anschlag durch. Anschließend drücken Sie mit dem rechten Fuß das Gaspedal ebenfalls ganz durch. Sobald die Launch-Control-Anzeige aufleuchtet, können Sie losfahren.“
Der Raketenstart war fast ein wenig beängstigend. Die Räder drehten kurz durch, doch die Beschleunigung war gewaltig – und schon war das Launch-Control-Erlebnis vorbei. Danach durfte ich noch auf verschiedenen Streckenabschnitten mit Steigungen und Gefällen fahren. Angst hatte ich dabei überhaupt nicht, im Gegenteil: Es machte richtig Spaß.
Der Porsche 911 beeindruckt mit seiner Souveränität
Danach fuhren wir zurück zum Startpunkt. Nun sollte ich dieselbe Strecke mit einem 911 in der Basisversion absolvieren – und war gleich zu Beginn überrascht.
Der Wagen fuhr ausgesprochen stabil und vermittelte mir keinerlei Unsicherheit. Auch der 718 Boxster GTS 4.0 lag sicher und ließ sich gut fahren, aber der 911 setzte noch eins drauf. Und das, obwohl er kein Allrad-, sondern ein heckgetriebenes Modell war.
Vor allem seine enorme Stabilität beeindruckte mich: Selbst mit meinen eher bescheidenen Fahrkünsten konnte ich ohne Angst zügig und mühelos fahren – und immer weiter beschleunigen.
Unterwegs gibt es eine Kurve namens Karussell, die an die Nürburgring-Nordschleife erinnert. Auch dort ging es mit spürbaren Fliehkräften zügig bergauf. Selbst bei höherem Tempo als im Boxster fühlte sich die Fahrt ruhig und sicher an.
Auch beim Vollgasgeben und Bremsen war der Unterschied deutlich.
Der 718 Boxster GTS 4.0 ist ein Saugmotor: Die Geschwindigkeit nahm gefühlt gleichmäßig zu. Der 911 der Baureihe 992 dagegen war sofort schnell. Kaum trat ich aufs Gas, drückte es mich kraftvoll von hinten in den Sitz. Auch die Launch Control durfte ich ausprobieren. Die Räder drehten dabei kaum durch – sobald ich die Bremse löste, schoss der Wagen nach vorn.
Ich kenne mich mit der Technik und den Feinheiten des Fahrverhaltens nicht besonders gut aus. Doch wenn es darum geht, auch als unerfahrener Fahrer sicher und schnell unterwegs zu sein, ist der 911 für mich eindeutig die beste Wahl.
Auch der Instruktor merkte an:
Wer gerne selbst fährt und aktiv Einfluss auf das Auto nimmt, könnte den 911 der Baureihe 992 etwas zu unaufgeregt finden. Viele bevorzugen den Boxster oder Cayman, weil sie dort das Fahrzeug stärker selbst kontrollieren können.
Die 90 Minuten vergingen wie im Flug. Beim nächsten Mal würde ich gern ein Programm ausprobieren, bei dem ich die vollen 90 Minuten mit nur einem Fahrzeug unterwegs bin. Auch eine Offroad-Fahrt mit dem Cayenne würde mich reizen. Hoffentlich klappt es nächstes Jahr wieder!
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