Den passenden Porsche finden: So wählen Sie Modell und Variante für Ihren Einsatzzweck
Veröffentlicht: 2021.08.25
Warum wollte mein Mann einen 718 Cayman?
Wenn Autoliebhaber ein neues Fahrzeug kaufen, stehen viele vor der Frage: Welches Modell und welche Ausstattungsvariante soll es aus der großen Auswahl sein? Gerade bei Porsche unterscheiden sich die Charaktere und Stärken der einzelnen Modelle deutlich. Da ist es kein Wunder, wenn die Entscheidung schwerfällt: „Der wäre auch toll … und der erst recht …“
Bei meinem Mann habe ich allerdings den Eindruck, dass die Wahl oft einfacher wird, wenn klar ist, wo und wofür man das Auto nutzen möchte.
Ein gutes Beispiel ist der „normale“ 718 Cayman, für den sich mein Mann seit einigen Monaten interessiert und den er gerne kaufen würde. Als ich das kurz auf Twitter und im Blog erwähnte, bekam ich folgenden Kommentar:
Mich interessiert der normale 718 Cayman ebenfalls. Aus meinem Umfeld höre ich aber immer wieder: „Der Sechszylinder ist doch besser“ und „Das Modell ist am Ende seines Lebenszyklus – ist es dafür nicht schon zu spät?“ Welche Vorzüge hat der Vierzylinder noch, obwohl es inzwischen Alternativen wie den GTS 4.0 mit Sechszylinder gibt? Ich persönlich finde, dass auch das Basismodell bei Klang und Fahrgefühl einiges zu bieten hat.
Das leuchtet ein …!

Also habe ich meinen Mann noch einmal danach gefragt. Er überlegte kurz und antwortete:
Der Grund, warum ich den normalen 718 Cayman kaufen möchte, ist ganz klar: Ich will auf der Rennstrecke fahren.
Schon länger denke ich: „Ein Auto für die Rennstrecke wäre schön.“ In dieser Hinsicht wäre auch der GT3 eine gute Wahl gewesen. Aber er ist so schnell und seine Performance so beeindruckend, dass ich vor allem den Ehrgeiz hätte, dieses Auto unbedingt beherrschen zu müssen. Dann würde ich mich zu sehr darauf konzentrieren, schnell zu fahren, statt einfach den Spaß auf der Rennstrecke zu genießen.
Der 981 Boxster GTS wiederum ist nicht unbedingt für die Rennstrecke gemacht. Sein Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt, und als offener Sportwagen eignet er sich meiner Meinung nach einfach besser für Touren.
Der 718 Cayman hat dagegen ein strafferes Fahrwerk als der 981, ein besseres Handling und als Coupé eine hohe Karosseriesteifigkeit. Auch die Leistung passt für mich genau. Ich glaube, damit kann ich auf der Rennstrecke die Drehzahl auskosten und vor allem das Fahren selbst genießen. Außerdem sind die Gebrauchtwagenpreise inzwischen deutlich zugänglicher geworden. Für die gebotene Leistung finde ich das Preis-Leistungs-Verhältnis richtig gut.
Allerdings stimmt es schon, dass man sich beim normalen Cayman im Stadtverkehr bei niedrigen Drehzahlen manchmal etwas mehr Drehmoment wünschen kann. In dem Fall wäre der „S“ wohl die bessere Wahl. Für mich steht aber im Vordergrund, auf der Rennstrecke mit hohen Drehzahlen Spaß zu haben – deshalb stört mich das nicht besonders.
Und wenn mir im Alltag das Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen fehlt, kann ich im Sportmodus fahren und den Motor etwas höher drehen lassen. Dann fühlt sich der normale Cayman sogar richtig gut an.
Für Touren: der 718 Boxster GTS 4.0
„Für die Rennstrecke wäre also der normale 718 Cayman deine Wahl. Und welches Modell aus der 718-Reihe würdest du für Touren nehmen?“, fragte ich ihn. Seine Antwort:
Dann wäre es der 718 Boxster GTS 4.0. Ich liebe es, mit dem Auto durch ganz Japan zu reisen, und möchte vor allem das besondere Fahrgefühl und den Genuss auf Touren erleben. Dafür ist ein Cabriolet die bessere Wahl. Beim GTS 4.0 mag ich das gut dosierbare Drehmoment und den Klang des frei saugenden Sechszylinders.
Ehrlich gesagt gefällt mir das Design des Spyder besser. Aber auf meinen Touren lasse ich Fotoausrüstung im Auto und halte zwischendurch an Raststätten, in Convenience Stores oder für eine Toilettenpause. Jedes Mal das Verdeck aus Sicherheitsgründen zu schließen, wäre ziemlich mühsam – und an einem Tag kommt das eben oft vor.
Beim Getriebe würde ich das PDK mit Rechtslenkung wählen. Als ich den 981 Boxster GTS gekauft habe, wollte ich unbedingt ein Schaltgetriebe und entschied mich deshalb für einen Linkslenker mit Handschaltung. Damals war das Kontingent für links gelenkte Schaltwagen in Japan sehr klein, sodass ich rund zehn Monate warten musste.
Inzwischen besitze ich aber bereits ein Auto mit Handschaltung. Außerdem hat der GTS-4.0-Motor für einen Saugmotor schon bei niedrigen Drehzahlen ordentlich Drehmoment. Ein drehmomentstarker Motor harmoniert gut mit einem Doppelkupplungsgetriebe wie dem PDK. Ich finde, das PDK passt deshalb sehr gut und macht Spaß – da muss es nicht unbedingt ein Schaltgetriebe sein.
Wenn ich mich ohnehin gegen die Handschaltung entscheide, ist ein Rechtslenker für mich völlig in Ordnung. Rechts gelenkte Modelle mit PDK sind zudem selten. Vielleicht wirkt sich das später sogar positiv auf den Wiederverkaufswert aus.
Bei Porsche gilt keineswegs: Je teurer das Auto, desto besser ist es. Schon die Basismodelle sind hervorragend gemacht. Deshalb sollte man sich nicht von Preis, Modellreihe oder Ausstattungsstufe leiten lassen. Wichtig ist, ein Auto zu kaufen, das wirklich zu den eigenen Bedürfnissen passt.
Das sagte er.

Das leuchtet ein.
Welches Auto das richtige ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Es hängt stark davon ab, wofür und wie man es nutzen möchte. Wer einen emotionalen Sportwagen wie einen Porsche kaufen will, sollte sich daher zunächst überlegen, in welchen Situationen und für welchen Zweck er das Auto einsetzen möchte. Das ist wohl der erste Schritt zur passenden Wahl.
Wenn Ihnen dieser Blog gefällt, folgen Sie ihm.


Comment ( 0 )
Trackbacks are closed.
No comments yet.