Die Rangliste der begehrtesten Supersportwagenmarken – und mein Freund, der von einem Ferrari träumte

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Unser Auto‑Leben

Der Traum vom Supersportwagen

Ich bin auf diesen Artikel gestoßen:
Die 20 beliebtesten Importautos – nach Hersteller und Fahrzeugtyp, inklusive Gebrauchtwagenpreisen

Darin gab es auch eine Rangliste der drei begehrtesten Supersportwagenmarken unter den Importautos. Sie sah so aus:

Platz 1: Ferrari
Platz 2: Lamborghini
Platz 3: Porsche

Interessant … Dabei musste ich plötzlich an M denken, einen Kommilitonen aus meinem Uni-Seminar. Damals hatte er voller Leidenschaft verkündet: „Eines Tages kaufe ich mir einen Ferrari!“

M und sein Traum vom Ferrari

M stammte aus einer gut situierten Familie: Sein Vater war Schuldirektor, seine Mutter Erzieherin. Er war ein wohlerzogener, bodenständiger junger Mann. Der solide M ging nach dem Studium zur Bank, machte dort Karriere, heiratete und bekam zwei Kinder. Von außen betrachtet schien er auf dem klassischen Weg zu einem rundum gelungenen Leben zu sein.

Neulich traf ich M zum ersten Mal seit einigen Jahren wieder.

Wie sich herausstellte, hatte er die Bank verlassen und war zum Amt der Präfektur gewechselt.(Von einer schon sehr konservativen Branche in eine noch konservativere …) Es klang nach einer anstrengenden Zeit, aber trotzdem schien er sein Leben auf seine Weise gut im Griff zu haben. Also fragte ich ihn:

Ich: „Sag mal, du wolltest doch damals im Studium einen Ferrari kaufen. Was ist daraus geworden?“
M: „Ach, das ist doch völlig unmöglich. Ich bin jetzt Beamter.“

Nur weil man Beamter ist, heißt das ja nicht, dass es unmöglich ist. Vielleicht wechselt er irgendwann wieder den Job; die Chancen, dass er sich einen Ferrari leisten kann, stehen schließlich fünfzig zu fünfzig. Also, Freund, erzähl nicht so einen Quatsch. Außerdem sind wir doch noch jung.(Wir sind zwar längst in den Vierzigern, aber innerlich fühlt man sich selbst noch Ende zwanzig.)

Während ich das dachte, konterte M:

M: „◯◯, mochtest du Autos schon im Studium?“
Ich: „Nein, das kam durch meinen Mann. Er hat mich dafür begeistert.“
M: „Fährst du jetzt ein Auto?“
Ich: „Ja.“
M: „Was denn?“
Ich: „So einen Panamera.“
M: „P-P-P-Panamera?! ((((;゚Д゚))))!!(P-P-P-Puffy? Ein ziemlich angestaubter Vergleich.)“

Ich sagte noch: „Den habe nicht ich gekauft, sondern mein Mann. Ich bin also gar nichts Besonderes.“ Doch er hörte mir gar nicht mehr zu. Mit leuchtenden Augen fragte er: „Wie cool!“, „Wohin fährst du mit dem Panamera?“

„Na ja, ich fahre ihn jeden Tag – zum Kindergarten meiner Tochter und zum Coop. Ab und zu nehme ich für die Arbeit die Autobahn.“ Da bekam er einen Blick wie ein Toter und sagte:
„…Wie bitte? Das ist ja ein völlig vergeudeter Panamera.“

„Vergeudeter Panamera“? Ob das nun ein guter Wortwitz war oder nicht – jedenfalls sank M’s Stimmung schlagartig.

Ich: „Aber mein Ziel ist es, mir irgendwann selbst einen Panamera zu kaufen.
Also streng dich auch an – wegen deines Ferraris.“
M: „Nein, ich sage doch, das geht nicht. Ein Minivan reicht mir völlig.“

… Gespräch beendet.

Aber: Natürlich gibt es keine Garantie, dass man sich seinen Traum erfüllen kann. Genauso wenig gibt es aber eine Garantie dafür, dass man es nicht schafft. Für alles Mögliche lassen sich Gründe finden, warum es nicht geht. Doch das Leben ist bestimmt spannender, wenn man stattdessen überlegt, wie es klappen könnte. Vielleicht waren die Träume aus der Studienzeit damals noch unrealistisch. Aber es ist doch bewundernswert, wenn man ihnen auch als Erwachsener mit dem Enthusiasmus eines Jugendlichen weiter nachjagt.

Selbst wenn die Leute sagen: „Der träumt doch nur“, kommt am Ende vielleicht alles ganz anders. Wenn man sein Ziel tatsächlich erreicht, heißt es plötzlich: „Der hat es wirklich durchgezogen!“ Und alle staunen. Ich gebe mir auch Mühe und rede nicht nur davon. Also komm, Freund, lass es uns noch einmal versuchen.

An diese Begegnung denke ich in letzter Zeit immer wieder zurück.

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