Porsche 911 (992) im Test: Ein Erfahrungsbericht aus Sicht meiner Frau im Alltag

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Tests & Fahrberichte

Probefahrt im neuen Porsche 911

In einem früheren Artikel hatte ich geschrieben, dass wir überlegen, einen Porsche 911 (992) zu kaufen. Daraufhin lud uns Herr H., unser Porsche-Verkaufsberater, herzlich ein: „Wenn Sie schon die Gelegenheit haben, kommen Sie doch vorbei und fahren Sie den 992 Probe.“

Ich hatte den 992 bei einer Porsche-Fahrschule schon einmal kurz ausprobiert – wobei ich selbst weniger als eine Minute am Steuer saß. Mein Mann war dagegen noch nie mit einem 992 gefahren. Also beschlossen wir, die Gelegenheit zu nutzen.

Als Probefahrzeug stand ein 911 Carrera 4S in Aventuringrünmetallic für uns bereit.

Aventuringrünmetallic ist beim 992 neu im Farbprogramm – und in natura sieht der Farbton wirklich umwerfend aus.

Bei der Probefahrtaktion im vergangenen Jahr war offenbar so viel los, dass nur kurze Fahrten durch die Stadt möglich waren. Jetzt war es deutlich ruhiger, und man sagte uns, wir könnten uns Zeit lassen und den 911 in aller Ruhe ausprobieren.

Diesmal schildere zunächst ich meine Eindrücke – aus der Perspektive einer Frau, die sich fragt: „Was würde wohl eine typische Ehefrau empfinden, wenn sie in einem 992 mitfährt?“ Im nächsten Artikel folgt dann der ausführliche Fahrbericht meines Mannes, mit besonderem Fokus auf das Fahrerlebnis.

Porsche 992 im Test: Meine Eindrücke

Hoher Fahrkomfort

Mein erster Eindruck am Steuer des 992: „Der fühlt sich ja fast so solide an wie ein GT3.“ Die Karosserie wirkt enorm steif und verwindungsfest. Vor längerer Zeit durfte ich einmal ein 911 Cabriolet der Baureihe 991.2 fahren. Der 992 fühlte sich deutlich solider an – sogar unser 981 Boxster GTS kommt mir im Vergleich beinahe weich vor.

Doch bedeutet diese Steifigkeit, dass der 992 wie ein GT3 auf schlechten Straßen jeden Schlag durchreicht und unkomfortabel ist? Ganz und gar nicht: Er fühlt sich solide an und fährt sich zugleich angenehm sanft und komfortabel. Mein Mann und ich waren uns einig: Der 992 fährt sich geschmeidiger als das 991.2 Cabriolet, das wir früher ausprobiert hatten, und auch geschmeidiger als der 991.1 Carrera 4S, den wir in Deutschland gefahren sind.

Diese Kombination aus solidem Fahrgefühl und hohem Komfort ist wirklich beeindruckend.

Auch wer glaubt, ein Porsche sei grundsätzlich unkomfortabel, könnte nach einer Fahrt im 992 überrascht sein: „Ach, der fährt sich ja richtig angenehm!“

Natürlich bieten Panamera und Cayenne nach wie vor deutlich mehr Fahrkomfort. Es lohnt sich also, im Hinterkopf zu behalten, dass der 911 ein Sportwagen ist – auch wenn sein Komfort im Alltag überzeugt.

Einfach zu fahren und präzise zu lenken

Schon der 991 ließ sich leicht fahren, und beim 992 ist es genauso. Typisch Porsche: Das Auto setzt die eigenen Lenkbewegungen so präzise um, dass man fast meint, selbst besser fahren zu können.

Wer im Alltag eine große Limousine fährt, dürfte von diesem Gefühl begeistert sein, den 911 genau so bewegen zu können, wie man es sich vorstellt.

Bei Sportwagen denkt man oft an eine schwergängige Lenkung. Bei modernen Porsche-Modellen ist das aber nicht der Fall: Auch Frauen können den 911 problemlos fahren. (Vielleicht lag das auch an der im Testwagen verbauten Servolenkung Plus.)

Unser Testwagen war außerdem mit dem GT-Sportlenkrad ausgestattet, das etwas kleiner ist als das serienmäßige Lenkrad. Dadurch fühlte es sich besonders angenehm an, den Wagen direkt und präzise mit den Händen zu führen.

Bei manchen Sportwagen muss man das Bremspedal kräftig durchtreten. (Bei unserem früheren McLaren 650S war die Bremse ziemlich schwergängig – das fand ich beängstigend.) Die Bremsen des 911 lassen sich dagegen sehr gut dosieren. Auch das Gaspedal reagiert unmittelbar darauf, wie weit man es betätigt. So lässt sich der Sportwagen auch von Frauen entspannt und ohne besondere Vorsicht fahren.

Auch auf dem Beifahrersitz komfortabel

Man sollte den GT3 eigentlich nicht mit dem 992 vergleichen … Auf dem Beifahrersitz ist der GT3 nicht besonders komfortabel. Ich kann mir vorstellen, dass sich nur wenige Frauen ohne ausgeprägte Begeisterung für Autos auf gemeinsame Ausfahrten darin freuen würden.

Sobald man allerdings selbst hinter dem Lenkrad sitzt, spürt man die Faszination, die Leistung und den besonderen Charakter des GT3. Für mich sind der Fahrer- und der Beifahrersitz im GT3 deshalb zwei völlig verschiedene Welten.

Im 992 war dagegen auch der Beifahrersitz komfortabel. Auf kurvigen Bergstraßen lenkt der GT3 selbstverständlich noch bissiger ein, doch auch der 992 ist ausreichend agil. Gelegentlich hatte ich allerdings den Eindruck, im 992 die Seitenkräfte stärker zu spüren. Bei Fahrten durch die Stadt war der Beifahrersitz trotzdem angenehm und komfortabel.

Ein Getränkehalter in der Mittelkonsole

Bei früheren 911-Modellen gab es lediglich einen kleinen, etwas zerbrechlich wirkenden Getränkehalter, der sich im Armaturenbrett ausklappen ließ. Im 992 befindet sich zusätzlich ein Getränkehalter in der Mittelkonsole. (Auf dem Foto liegt allerdings mein Schlüssel darin.)

Das ist wirklich praktisch. Ich habe einmal gehört, wie sich eine Frau beschwerte: „Ein Porsche ist so teuer – warum sind die Getränkehalter dann so billig gemacht?“ Viele Frauen genießen ihren Starbucks-Kaffee offenbar gern auch am Steuer – zumindest ist das mein Eindruck. Vielleicht stimmt das aber auch nur in meiner Vorstellung. Umso schöner, dass der 992 einen Getränkehalter in der Mittelkonsole hat.

Der Getränkehalter für den Beifahrer befindet sich übrigens im Armaturenbrett.

Der Vordersitz lässt sich leichter nach vorn klappen

Der 911 hat zwei Türen und vier Sitzplätze. Wer auf die Rückbank möchte, muss daher den Vordersitz nach vorn klappen. Bei den bisherigen Modellen gab es dafür seitlich am Sitz einen Hebel, den man kräftig drücken musste.

Beim 992 ist dieser Hebel nun durch eine Schlaufe ersetzt. Zieht man daran, lässt sich der Sitz ganz einfach nach vorn klappen – ohne großen Kraftaufwand.

Es ist zwar nur ein kleines Detail, aber die einfache Bedienung ist auch für Frauen ein Pluspunkt. (Leider habe ich vergessen, ein Foto davon zu machen.)

Die Parkassistent-Kamera ist übersichtlich

Beim 992 gehört der Parkassistent mit Surround-View-Kamera zur Serienausstattung. Für Frauen wie mich, die nicht besonders gut einparken, ist das eine sehr willkommene Hilfe.

Außerdem ist die Anzeige des Parkassistenten jetzt ausgesprochen übersichtlich.

Besonders die Draufsicht auf der rechten Bildschirmhälfte ist leicht zu verstehen. Unser Panamera der Baureihe 971 verfügt über eine ähnliche Funktion:

Parkassistent-Anzeige im Panamera

Im 992 ist das Kamerabild jedoch noch besser zu erkennen. Gerade für Frauen, die häufig auf vollen Supermarktparkplätzen oder in engen Parklücken parken müssen, ist diese Funktion eine große Hilfe.

Deutliche Abrollgeräusche

So viele Vorzüge der 992 auch hat – einen Punkt fand ich weniger angenehm: Die Abrollgeräusche sind ziemlich laut. Zusammen mit dem tiefen Motorgeräusch hatte ich während der Fahrt ständig ein gleichmäßiges Dröhnen im Ohr.

Da wir zu Hause auch einen luftgekühlten Porsche haben, dachte ich: „Der Motorsound und die Abrollgeräusche erinnern an einen luftgekühlten Porsche. Bei der Entwicklung des 992 hat man sich ja auch in mancher Hinsicht an den luftgekühlten Modellen orientiert.“ Viele andere Frauen haben jedoch vermutlich noch keine Erfahrung mit luftgekühlten Porsche-Modellen. Ohne diesen Vergleich könnte der 992 deshalb durchaus als laut empfunden werden.

Porsche 992 im Fazit

Mein Fazit: Der Porsche 911 (992) lässt sich ausgesprochen leicht fahren und bietet hohen Komfort. Ich habe noch einmal erlebt, was für ein großartiges Auto er ist – und dass auch Frauen ihn ganz entspannt fahren können.

Der 992 ist allerdings so ausgewogen, dass er manchen vielleicht zu wenig Ecken und Kanten hat. Wer sich ein eigenwilligeres Auto oder einen noch stärker auf sportliches Fahren ausgelegten Porsche wünscht, könnte etwas vermissen. (Aber wie viele denken das schon? :)) Für jemanden wie mich bietet dieser 911 jedenfalls mehr als genug – ein rundum begeisterndes Auto.

Vielen Dank an Herrn H. vom Porsche-Zentrum, dass Sie uns die Probefahrt ermöglicht haben!

Mina

ポルシェブログ「ポルシェがわが家にやってきた」管理人、3児の母。数年前までは、車に全く興味が無かったが、夫がポルシェを買ってきたことをきっかけにポルシェの素晴らしさを知り、ついには自分でMT車を購入するなどし、現在に至る。 ブログでは、クルマオタクの夫と、夫に洗脳されていく妻の日常を書いています。

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