Einen Porsche zu kaufen heißt, im Leben aufs Gaspedal zu treten
Veröffentlicht: 2020.02.25
Ein Auto kaufen
Es gibt Menschen, die sich einen Luxuswagen einfach so gönnen: „Wow, der ist toll – den nehme ich!“ Die meisten von uns überlegen beim Autokauf jedoch gründlich und brauchen eine gewisse Portion Mut, bevor sie sich entscheiden.
Mein gebrauchter BMW 320i mit Schaltgetriebe, den ich letztes Jahr gekauft habe, kostete knapp 2,5 Millionen Yen. Im Vergleich zu einem neuen Porsche ist das natürlich keine besonders große Summe. Trotzdem war ich ziemlich aufgeregt, als ich mich zum Kauf entschloss:
Ob ich die Raten wohl stemmen kann (die Rückzahlungen für die Unternehmensgründung laufen ja auch noch) … Vielleicht sollte ich das Geld, das ich bisher für andere Dinge ausgegeben habe, lieber für die Raten zurücklegen …
Solche Gedanken gingen mir durch den Kopf. Heute bin ich allerdings überzeugt: Es war genau richtig, damals den Schritt zu wagen.
Denn inzwischen fahre ich ganz selbstverständlich Autos mit Schaltgetriebe – obwohl ich davor großen Respekt hatte. Sogar Boxster und GT3 kann ich jetzt problemlos fahren. Dadurch hat sich mir eine ganz neue Welt eröffnet.

Außerdem habe ich wiederentdeckt, wie schön es ist, etwas zu schaffen, das man sich vorher nicht zugetraut hat. Seitdem denke ich: Ich möchte auch künftig jedes Jahr neue Herausforderungen annehmen – und wenn es nur kleine sind.
Nicht nur beim Autokauf
Geld in die Hand zu nehmen und eine mutige Entscheidung zu treffen, ist nicht nur beim Autokauf wichtig, sondern spielt auch in vielen anderen Lebensbereichen eine Rolle. Wenn ich auf meinen bisherigen Weg zurückblicke, denke ich dabei zum Beispiel an meine Unternehmensgründung.
Als ich all meine mühsam angesparten Ersparnisse als Stammkapital auf das Geschäftskonto überwies, war ich unglaublich nervös.
Ich hatte den ersten Schritt gewagt, obwohl es keinerlei Garantie für Erfolg gab. Jetzt gab es kein Zurück mehr. Würde ich die Gehälter bezahlen können – und würde am Ende auch für meinen eigenen Lebensunterhalt genug übrig bleiben?
Solche Gedanken hatte ich damals. Ich führte das Unternehmen zehn Jahre lang, konnte aber nicht die Ergebnisse erzielen, die ich mir erhofft hatte. Eine Zeit lang war mein Selbstvertrauen völlig am Boden. Trotzdem waren die Erfahrungen, die ich dabei gesammelt habe, unbezahlbar – sie haben mich innerlich stärker gemacht. Bereut habe ich diesen Schritt kein bisschen.
Ähnlich war es mit den Reisen und dem Gastfamilienaufenthalt während meines Studiums. Ich dachte zwar: „Jetzt muss ich wieder ganz von vorn jobben und Geld sparen.“ Aber weil ich mich getraut habe, das Geld auszugeben, konnte ich Erfahrungen sammeln, die ich um nichts in der Welt missen möchte.
Wenn man sich einer Herausforderung stellt, sind selten Geld, Zeit, Erfahrung und Know-how zu 100 Prozent vorhanden. Meist muss man loslegen, obwohl noch etwas fehlt. Ob man dann sagt: „Ich kann mir das nicht leisten“, und es bleiben lässt – oder nach Lösungen sucht und bereit ist, gezielt zu investieren –, kann das eigene Leben nachhaltig beeinflussen.

Sparen ist natürlich wichtig, und unnötige Ausgaben möchte man vermeiden. Auch ich hatte Zeiten, in denen ich am liebsten Geld ausgegeben hätte, es aber schlicht nicht konnte. Trotzdem glaube ich, dass sich das Leben verändert, wenn man den Geldbeutel nicht grundsätzlich geschlossen hält, sondern im richtigen Moment bereit ist, Geld auszugeben.
Jedes Mal, wenn ich ein Auto kaufe, rechne ich erst einmal nach: „Wenn ich das nehme, steigen meine monatlichen Raten wieder … Geht das gut?“ Gleichzeitig motiviert es mich aber auch, mehr zu verdienen und mich bei der Arbeit richtig reinzuhängen – so sehr, dass mich die höheren Raten irgendwann nicht mehr schrecken.
Für mich ist ein Autokauf deshalb auch ein wichtiger Antrieb im Berufsleben.
Als ich damals meinen ersten Boxster als Neuwagen gekauft habe, war ich allerdings ziemlich nervös. Inzwischen glaube ich, den Dreh herauszuhaben: „Mich anstrengen, damit ich es bezahlen kann → mein Einkommen steigern → es bezahlen können.“
Bei mir sind es Autos und Porsche, aber es könnte genauso gut um etwas anderes gehen: eine Uhr, Schuhe oder ein Haus. Je nachdem, wie man die Sache angeht, kann es sich positiv auf das Leben und die Arbeit auswirken, wenn man beim Kauf ein bisschen über sich hinauswächst.
Natürlich könnte ich auch ohne Porsche ein ruhiges Leben führen und einfach sparen. Aber ich möchte mein Leben genießen und möglichst viel von dem tun, was mir Freude macht. Also trete ich aufs Gaspedal, um mein Leben aktiv zu gestalten. Für mich ist der Porsche-Kauf eine Möglichkeit, genau das zu tun.
Das sagt er oft.

Mein Mann liebt Autos und ist wirklich ein „No Car, No Life“-Typ. Für ihn ist ein Autokauf wohl nicht einfach Konsum, sondern eine Investition ins eigene Leben. Oft erzählt er auch Folgendes:
Es muss ja nicht gleich etwas Großes sein wie „Ich kaufe mir jetzt einen Porsche“. Ich finde den Gedanken, Geld auszugeben, um in etwas zu investieren, ziemlich wichtig. Mir kommt das oft am Tag nach dem Gehaltseingang in den Sinn, wenn ich die Warteschlange vor dem Geldautomaten in der Bank sehe. In der Mittagspause stehen dort alle ewig an und verlieren einen großen Teil ihrer Pause.
Dabei ist der Geldautomat im Laden nebenan völlig leer. Klar, dort fällt eine Gebühr an. Aber wenn ich etwas mehr als 100 Yen bezahle, habe ich sofort Bargeld und kann den Rest meiner Mittagspause sinnvoll nutzen.
Früher habe ich auch so gedacht: Während ich anstand, dachte ich nur, dass mir die Gebühr zu schade ist. Auf die Idee, die 100 Yen dafür einzusetzen, mir Zeit zu kaufen, bin ich gar nicht gekommen. Auch das ist für mich, ganz allgemein gesprochen, eine Form der Investition.
Ich sage ja nicht, dass man Geld verschwenden oder nie am Automaten anstehen soll. Aber im Berufsleben ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, solche Investitionen überhaupt als Möglichkeit zu erkennen.
Als ich ihm zuhörte, dachte ich: „Ich habe ein Onlinekonto, bei dem ich bis zu dreimal im Monat kostenlos am Automaten im Laden Geld abheben kann. Also passe ich immer auf, dass ich bloß keine Gebühr zahle und mit den drei kostenlosen Abhebungen auskomme …“ Da bin ich wohl ganz schön knauserig. (lacht)
Jeder hat andere Vorstellungen, und eine allgemeingültige Antwort gibt es wohl nicht. Aber mit gesundem Urteilsvermögen Geld auszugeben, kann einen dazu motivieren, wieder mehr zu verdienen und sich ernsthaft mit der eigenen Arbeit und den Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Deshalb glaube ich, dass es unterm Strich oft eine Bereicherung fürs Leben ist – das wurde mir durch die Worte meines Mannes klar.
Also, jetzt gebe ich auch mein Bestes!
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