Mercedes-Benz C-Klasse (W205 Facelift) im Test: Eine Bewertung aus Frauensicht
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Probefahrt mit der C-Klasse!
Als wir am Parkplatz ankamen, stand die C-Klasse schon bereit. Das Modell war erst im vergangenen Herbst überarbeitet worden. Die Rückleuchten hatten ein leicht verändertes Design, und außerdem war es mit MULTIBEAM LED-Scheinwerfern ausgestattet.


Da es sich um die AMG Line handelt, waren außerdem 18-Zoll-Räder montiert – größer als bei der Serienausstattung. (Dort sind es offenbar 17 Zoll.)

Hier sind meine Eindrücke von der C-Klasse.
Innenraum
Wie erwartet ist der Innenraum von Mercedes-Benz hochwertig verarbeitet. Da merkt man sofort die Klasse der Marke.



Mein BMW 320i hat einen schlichten Innenraum, der stellenweise etwas nach Kunststoff aussieht. Die C-Klasse wirkt dagegen deutlich luxuriöser. Ich fragte, ob die hochwertige Anmutung an der AMG Line liege. Nein, die Innenausstattung entspreche der Serie.
Der Innenraum der neuen A-Klasse sei allerdings noch moderner und luxuriöser gestaltet. So ist beispielsweise beim Instrumententräger der C-Klasse nur der mittlere Bereich ein Display, während die neue A-Klasse ein volldigitales Kombiinstrument hat.
Ein kleines Detail, das nicht direkt zum Innenraum gehört: Dieses Modell hatte AMG-Türprojektoren. Beim Öffnen der Tür wird ein AMG-Motiv auf den Boden projiziert.

Solche Extras machen anfangs Spaß. Aber denkt man nach einer Weile: „Eigentlich brauche ich das gar nicht“? Oder ist es im Alltag doch praktisch? Gute Frage.
Motor
Die C-Klasse hatte bislang einen 2,0-Liter-Turbomotor. Nach der Modellpflege wurde der Hubraum auf einen 1,5-Liter-Turbomotor reduziert. Neu hinzu kam das Hybridsystem „BSG (riemengetriebener Starter-Generator)“.
„Moment, ist das ein Hybridauto?“, fragte ich. Der Mitarbeiter erklärte:
„Mercedes bezeichnet das nicht als Hybridauto, sondern als Fahrzeug mit einem Mildhybridsystem, das den Motor beim Anfahren und Beschleunigen elektrisch unterstützt. Rein elektrisches Fahren wie bei einem Prius (Vollhybrid) ist daher nicht möglich.“
Das Mildhybridsystem soll unter anderem beim Schalten die Motordrehzahl schnell anpassen. Der C 200 leistet 184 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 280 Nm. Mit der zusätzlichen Unterstützung des Elektromotors soll die Gesamtleistung über der des früheren 2,0-Liter-Turbomotors liegen.
So viel zur Technik – aber wie fährt er sich? Beim Starten des Motors fiel mir auf, dass kaum Vibrationen zu spüren waren und der Klang angenehm zurückhaltend wirkte. Als ich sagte: „Der ist ja unglaublich leise“, erwiderte der Mitarbeiter: „Na ja, er hat schon einen Verbrennungsmotor, deshalb hört man ihn durchaus.“
Wahrscheinlich kam mir der Motor nur so leise vor, weil ich an den Klang des GT3 und des Panamera Turbo gewöhnt bin (lacht).
Fahrkomfort
Der Fahrkomfort hat mich wirklich überrascht. Als ich aufs Gas trat und losfuhr, rief ich spontan:
W-wie geschmeidig!!!!
Das Auto fuhr so sanft und ruhig, als würde es auf Schienen gleiten. Die C-Klasse hat einen längeren Radstand als die A-Klasse, was zum geschmeidigen Fahrgefühl beiträgt. Dazu kam, dass dieses Exemplar mit einer Luftfederung ausgestattet war – das dürfte den Komfort zusätzlich erhöht haben.
„Fährt sich ein Auto ohne Luftfederung deutlich anders?“, fragte ich. Die Antwort:
„Die C-Klasse fährt sich grundsätzlich sehr komfortabel. Ohne Luftfederung wird der Fahrkomfort also nicht gleich schlecht. Mit 17-Zoll-Rädern und dem passenden Reifendruck lässt sich ebenfalls ein sehr angenehmes Fahrgefühl erzielen.“
Lenkung und Handling
Wegen der AMG Line war das Lenkrad etwas dicker als bei der Serienversion.

Trotzdem lag es angenehm in der Hand und ließ sich gut greifen. Die Lenkung fühlte sich schwerer an als in der A-Klasse, aber leichter, als ich erwartet hatte. Auf meine Frage „Ist die Lenkung nicht ein bisschen leichtgängig?“ antwortete der Mitarbeiter:
„Nein, eigentlich nicht. Sie hat schon einen ordentlichen Widerstand.“
Wahrscheinlich kommt sie mir so leicht vor, weil ich sonst oft einen Porsche lenke (-_-).
Das Handling war präzise, und der Wagen ließ sich stark einschlagen. Selbst in einer Situation, in der ich dachte „Das wird bestimmt eine große Kurve“, lenkte er knackig ein und bog ab. Der Mitarbeiter meinte, die C-Klasse lasse sich ziemlich weit einschlagen – da müsse man aufpassen, nicht zu viel zu lenken.
Gas und Bremse
Die Pedale der C-Klasse ließen sich deutlich angenehmer bedienen als die der A-Klasse. Das Auto reagierte genau entsprechend dem Druck auf das Gaspedal, ohne sich ungewohnt anzufühlen. Vor etwa fünf Jahren hatte ich einmal ein gebrauchtes E-Klasse Coupé probegefahren und war damals überrascht, wie wenig Widerstand das Gaspedal bot.
Sogar mein Mann meinte damals: „So fühlt sich ein Mercedes-Gaspedal eigentlich nicht an. Dieses E-Klasse Coupé ist wirklich schlimm.“ Dieser Eindruck war mir geblieben, doch bei der C-Klasse war davon überhaupt nichts zu merken. Der Mitarbeiter erklärte:
„Die A-Klasse hat ein hängendes Gaspedal, die C-Klasse dagegen ein stehendes Pedal. Dadurch lässt sich der Fuß von der Ferse aus bewegen, was die Bedienung erleichtert.“
Auch innerhalb derselben Marke gibt es also deutliche Unterschiede zwischen A- und C-Klasse.
Die Bremse war nicht so straff wie bei einem Porsche, sprach aber schon bei leichtem Pedaldruck zuverlässig an.
Getriebe
Während die zuvor gefahrene A-Klasse ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe hatte, war die C-Klasse mit einer 9-Gang-Wandlerautomatik ausgestattet. Sie schaltete so sanft, dass ich selbst dann nicht bemerkte, wann der Gangwechsel stattfand, wenn ich ganz bewusst darauf achtete.
Bei früheren Modellen soll der Motor beim automatischen Neustart nach einem Stopp stark geruckelt haben. Dieses Problem sei nun vollständig behoben, und der Neustart verlief sehr leise.
Da ich in letzter Zeit öfter handgeschaltete Autos fahre, fragte ich vorsichtshalber: „Mercedes bringt die C-Klasse in Japan aber nicht mit Schaltgetriebe auf den Markt, oder?“ Die Antwort: Die Nachfrage in Japan sei so gering, dass keine Schaltversionen angeboten würden. Na ja, das überrascht wohl niemanden.
Bei dem geschmeidigen Fahrkomfort und der intelligenten Automatik braucht man tatsächlich nicht unbedingt selbst zu schalten. In Europa entscheiden sich allerdings viele Käufer auch bei der C- und E-Klasse für ein Schaltgetriebe.
Weiter zur nächsten Seite → Weitere praktische Funktionen und mein Fazit zur C-Klasse
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