【Porsche Macan im Test】Wie fährt er sich für einen Cayenne-Besitzer?
公開日:2021.05.13
Mein Mann durfte den Porsche Macan Turbo eines Bekannten probefahren und hat darüber einen Fahrbericht geschrieben. Viel Spaß beim Lesen!
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Porsche Macan Turbo: Fahrkomfort und Fahrwerk
In diesem Blog haben wir schon über zahlreiche Porsche-Modelle berichtet, doch ausgerechnet zum Macan gibt es bisher nur wenige Fahrberichte. Bislang findet sich hier lediglich der Bericht über den Macan Turbo, den mein jüngerer Bruder gekauft hat.
Seitdem ist einige Zeit vergangen, und ich habe inzwischen deutlich mehr Porsche-Erfahrung gesammelt. Deshalb wollte ich den Macan gern noch einmal unter die Lupe nehmen. Zum Glück bot sich mir die Gelegenheit, einen Macan Turbo zu fahren – hier ist mein Fahrbericht.
Bei dem getesteten Macan handelt es sich um einen Turbo aus dem Modelljahr 2015. Bis heute hat der Macan keinen vollständigen Modellwechsel durchlaufen. Der 2015er zählt daher noch zur aktuellen Modellgeneration, ist aufgrund der zwischenzeitlichen Modellpflegen aber ein Modell der ersten Serie.


Die vierkantigen Endrohre gibt es nur beim Turbo
Angetrieben wird der Wagen nicht vom aktuellen 2,9-Liter-Motor, sondern von einem 3,6-Liter-V6-Biturbo mit 400 PS und 550 Nm Drehmoment. Das Testfahrzeug hat zwar keine Sportabgasanlage, doch Motor- und Auspuffklang sind trotzdem kernig und für einen SUV bemerkenswert eindrucksvoll.
Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 266 km/h und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4,6 Sekunden gibt es an der Leistung nichts auszusetzen. Das Drehmoment im unteren Drehzahlbereich ist mehr als ausreichend. Der Macan fährt kultiviert an, und die Schaltstöße des PDK bleiben dezent.
Das Testfahrzeug war mit einer Luftfederung inklusive PASM ausgestattet – eine Kombination, die mir ausgesprochen gut gefällt. Schon in meinem früheren Macan-Turbo-Bericht hatte ich erwähnt, wie gelungen ich die Abstimmung der Luftfederung finde.
Sie verbindet ein geschmeidiges, luxuriöses Abrollgefühl mit sattem Fahrbahnkontakt und bemerkenswerter Ruhe in der Karosserie. Wechselt man in den Modus Sport oder Sport Plus, verwandelt sich das Fahrwerk geradezu in das eines Sportwagens.

20-Zoll-Räder im RS-Spyder-Design
Verglichen mit dem Fahrwerk des aktuellen Cayenne bietet der Cayenne noch etwas mehr Komfort und Luxus. Das heißt aber keineswegs, dass der Macan weniger sportlich oder wenig luxuriös wäre.
Der Cayenne fährt einfach außergewöhnlich komfortabel.
Der Macan vermittelt das Gefühl, fest auf der Straße zu kleben, und fühlt sich zugleich ausgesprochen stabil an. Auch bei kräftigen Seitenkräften gerät er nicht ins Wanken und wirkt niemals unsicher. Auf schlechten Straßen sind zwar Poltergeräusche zu hören, die Stöße selbst fallen jedoch gering aus und sind angenehm abgerundet.
Wenn man überhaupt einen Unterschied zum Cayenne benennen möchte, dann sind es die etwas deutlicher wahrnehmbaren Geräusche und Vibrationen, wenn der Macan über Unebenheiten fährt.
Das ist allerdings ein Vergleich zwischen zwei sehr komfortablen Fahrzeugen. Wer einfach ganz normal mit dem Macan unterwegs ist, wird sich beim Fahrkomfort kaum etwas zu wünschen haben.
Mit dem Macan über kurvige Bergstraßen
In den Kurven am Royu Driveway war mein erster Gedanke: „Das fühlt sich an, als säße ich in einem Sportwagen mit deutlich niedrigerer Karosserie.“
Der Cayenne vermittelt den Eindruck eines hohen SUV, der erstaunlich sportlich fährt. Der Macan fühlt sich dagegen wie die kompaktere Variante an – als würde man ein deutlich niedrigeres Auto fahren.
Vom Gefühl her ist es, als säße man in einem Auto etwa von der Größe eines Golf VII: gut 1.800 mm breit und kaum 1.500 mm hoch.

Das Handling des Macan ist so beeindruckend, dass man ihm seine 1.925 mm Breite und 1.610 mm Höhe kaum zutraut. Kurvenstabilität und Tempo erinnern eher an einen 911 oder einen 718 Cayman beziehungsweise Boxster als an Panamera oder Cayenne.
Auch in schnellen S-Kurven ist der Lastwechsel im Handumdrehen erledigt, und der Macan zieht souverän und mühelos hindurch.
Das Testfahrzeug soll mit Porsche Torque Vectoring Plus ausgestattet gewesen sein – auch das dürfte seinen Teil dazu beitragen. Der Macan lenkt so bereitwillig ein, dass es fast zum Lachen ist. Wer sich aufs Fahren konzentriert, vergisst völlig, dass er in einem SUV sitzt. In der Kurve zieht der Wagen entschlossen nach innen.
Man fühlt sich, als wäre man in einem Sportwagen unterwegs. Erst wenn man das Tempo etwas herausnimmt und wieder zur Besinnung kommt, denkt man: „Ach ja, das ist ja ein SUV.“
Ich bin hier schon viele leistungsstarke Autos gefahren. Natürlich gibt es schnellere als den Macan. Aber nur wenige bewegen sich so elegant, so nachvollziehbar für den Fahrer und zugleich so konsequent nach den Grundregeln der Fahrdynamik.
Genau das ist für mich typisch Porsche.
Bei anderen Herstellern findet man nur selten ein Auto, das diese Qualitäten so überzeugend vereint. Porsche macht das Fahren meiner Meinung nach deshalb so reizvoll: mit einer Leichtigkeit, die den Fahrer direkt anspricht, und einem Fahrverhalten, das sich natürlich und berechenbar anfühlt.
Motor und Getriebe des Macan
Dass der Motor kräftig ist, versteht sich von selbst – auch die Beschleunigung überzeugt auf ganzer Linie. Die Fahrleistungen entsprechen dem Werkswert von 4,6 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h. In den Modi Sport und Sport Plus sorgt das angenehme Knallen im Schubbetrieb zusätzlich für Gänsehaut und macht Lust aufs Fahren.
Besonders hervorzuheben ist das Getriebe: das PDK. Einer der wesentlichen Unterschiede zwischen Cayenne und Macan liegt beim Getriebe. Der Cayenne hat mit der Tiptronic S ein klassisches Automatikgetriebe mit Drehmomentwandler, während der Macan mit dem Doppelkupplungsgetriebe PDK ausgestattet ist.
Wie mir einmal erklärt wurde, setzt Porsche beim Cayenne bewusst auf die Tiptronic S, weil das Modell auch für anspruchsvolle Geländefahrten und den Anhängerbetrieb ausgelegt ist.

Auch die Tiptronic S im aktuellen Cayenne ist ein hervorragendes Getriebe. Bei sportlicher Fahrweise kommt sie an das PDK jedoch nicht heran. Das PDK im Macan Turbo spricht ebenfalls fantastisch schnell an und wechselt die Gänge blitzschnell.
Dazu kommt der großartige Klang beim Schalten. Wie bei einem 911 mit PDK ertönen beim Hochschalten markante „Wusch! Wusch!“-Geräusche. Beim Herunterschalten meldet sich der Motor mit einem kurzen „Wumm!“ und passt die Drehzahl präzise an.
Das macht beim Fahren einfach richtig Spaß. Ich kann mir gut vorstellen, dass jedem Autofan dabei ein breites Grinsen ins Gesicht kommt.

Macan ≒ ( 911 + Cayenne ) ÷ 2
Ich habe den Macan bei der Probefahrt bewusst sowohl gemütlich als auch etwas sportlicher bewegt. Dabei wurde klar: Er ist dem Cayenne zwar ähnlich, aber keineswegs einfach ein kleinerer Cayenne. Die beiden Modelle haben eine ziemlich unterschiedliche Ausrichtung.
Nach der Probefahrt habe ich mich gefragt, für wen der Macan besonders empfehlenswert ist. Wenn wir Parkplatzgröße und Budget einmal außer Acht lassen, würde ich sagen: Wer bereits einen 911, Cayman oder Boxster besitzt und einen zweiten Porsche kaufen möchte, sollte den Macan vielleicht nicht sofort auf die Liste setzen.
Der Grund: Der Macan ist so sportlich, dass er sich in mancher Hinsicht mit einem 911 überschneidet.
Als zweiten Porsche würde ich in diesem Fall eher zum Cayenne tendieren.
Wer sich hingegen einen 911, Cayman oder Boxster wünscht, gleichzeitig aber die Familie mitnehmen muss und nur ein Auto besitzen kann, ist mit dem Macan womöglich besser bedient als mit dem Cayenne. Der Macan ist sportlich genug, um auch am Wochenende auf kurvigen Straßen allein richtig Freude zu machen. Müsste ich ihn in einer Formel ausdrücken, sähe sie so aus:
Macan ≒ ( 911 + Cayenne ) ÷ 2
Nach dieser Probefahrt bin ich überzeugt: Die Faszination des Macan liegt nicht einfach in seiner Leistung. Da es sich um einen Macan Turbo handelt, spielt die enorme Power natürlich eine wichtige Rolle. Sie ist aber nicht der Kern dessen, was dieses Auto ausmacht.
Wer einen SUV sucht, der vor allem mit brutaler Beschleunigung und spontaner, kurzlebiger Geschwindigkeit beeindruckt, wird bei anderen Herstellern eher fündig. Der Macan ist vielmehr etwas für anspruchsvolle Autoliebhaber, die seine herausragende Fahrwerksbalance und die erstklassige Abstimmung des Fahrwerks zu schätzen wissen.
Der Macan ist wirklich ein „Meisterstück“. Genau diesen Eindruck hat er bei mir hinterlassen.
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