Porsche 718 Cayman GTS 4.0 im Test: Erfahrungen eines 981 Boxster GTS- und 991 GT3-Besitzers
公開日:2020.11.26
Vor Kurzem hatte mein Mann die Gelegenheit, den Porsche 718 Cayman GTS 4.0 zu fahren. Seine Eindrücke hat er hier für euch festgehalten – viel Spaß beim Lesen!
Porsche 718 Cayman GTS 4.0: der Fahrbericht
Als ich kürzlich zum Ölwechsel mit meinem GT3 beim Porsche-Zentrum war, stand dort ein 718 Cayman GTS 4.0 als Vorführwagen. Die Gelegenheit ließ ich mir nicht entgehen und durfte eine kurze Runde drehen. Für einen ersten Eindruck reicht es allemal – hier kommt mein Fahrbericht.
Bisher gab es den 718 nur mit Vierzylinder-Turbomotor. Nun hat Porsche, zunächst im Spyder und GT4, auch dem GTS einen frei saugenden Sechszylinder spendiert: den GTS 4.0.
Der frei saugende Vierzylinder? Nein: Der 4,0-Liter-Saugmotor hat zwar dieselbe Bohrung und denselben Hub wie der 4,0-Liter-Saugmotor im GT3, stammt aber offenbar aus einer anderen Motorenfamilie. Er basiert wohl auf dem 9A2-Evo-Motor des 911 (992). Um aktuelle Abgasvorschriften zu erfüllen, verfügt er unter anderem über eine Zylinderabschaltung. Die japanische Ausführung kommt derzeit zwar ohne Ottopartikelfilter (OPF), der Motor ist aber dennoch auf niedrige Emissionen und einen vergleichsweise günstigen Verbrauch ausgelegt.
Der Testwagen war ein 718 Cayman GTS 4.0 in Aventuringrün. Diese Lackierung hatte ich am 718 bisher noch nicht gesehen – sie steht ihm richtig gut. Auch die optionalen Räder in Satin Aurum harmonieren hervorragend mit der Außenfarbe.


Das Cockpit ist der vertraute Innenraum des 718, dessen Gestaltung sich bereits aus den Baureihen 981 und 991 kennt. Die Bedienung geht ohne Umgewöhnung von der Hand. Beim Starten meldet sich der Motor mit einem kräftigen „Wumm!“ und tiefem Bass. Kein Wunder bei vier Litern Hubraum: Der Auspuffsound ist tiefer als beim 981 GTS und etwas höher als beim 718 GTS mit Vierzylinder-Turbo.
Die Kupplung hat genau das richtige Gewicht – weder besonders schwer noch auffallend leicht. Sie ist etwas leichtgängiger als im 981, aber etwas schwergängiger als im 991 GT3. Der Schleifpunkt ist sehr gut zu finden, das Anfahren entsprechend unkompliziert. Hebt man das Pedal langsam an, erhöht das Auto die Leerlaufdrehzahl automatisch. Auch Fahranfängern mit Schaltgetriebe dürfte der Motor so manchen Abwürgevorgang ersparen.

Schon beim Anfahren bietet der GTS 4.0 deutlich mehr Drehmoment als der 981 GTS oder der 991 GT3. Dadurch fährt er sich ausgesprochen mühelos. Fast fühlt es sich an, als säße man in einem Automatikauto: Der Cayman lässt sich entspannt und souverän durch den Stadtverkehr bewegen.
Selbst wenn man im ersten oder zweiten Gang abrupt vom Gas geht, sind Motorbremswirkung und Schleppmoment kaum zu spüren. In Situationen, die beim handgeschalteten GT3 schnell einmal ruckelig werden, bleibt der GTS 4.0 angenehm geschmeidig. Auch der Beifahrer dürfte diese gelassene Art zu schätzen wissen.
718 Cayman GTS 4.0: Sport-Modus und Motorsound
Im Normalmodus ist die Zylinderabschaltung kaum wahrnehmbar. Das war schon beim Panamera Turbo so: Eine eigene Anzeige gibt es nicht. Allenfalls fällt auf, dass sich der Motorklang kurz verändert – dann könnte gerade ein Zylinderpaar abgeschaltet sein. Im Alltag kann man sich jedenfalls ganz auf die Straße konzentrieren, ohne etwas davon zu merken.
Beim Motorgeräusch zeigt sich ein interessanter Unterschied: Vom Start über den Leerlauf bis zum Anfahren ist der Klang recht präsent und erinnert stark an den 992. Sobald der Cayman rollt, tritt der Auspuffsound jedoch in den Hintergrund. Bei kaltem Motor ist im Innenraum eher das surrende Geräusch des Getriebes zu hören.
Bei etwa 3.000 bis 4.000 U/min machen sich Motor und Auspuff deutlicher bemerkbar. Im häufig genutzten Bereich um 2.000 U/min klingt der GTS 4.0 im Vergleich zum 981 GTS allerdings ehrlich gesagt etwas zurückhaltender.

Im Sport- oder Sport-Plus-Modus genügt ein kräftiger Tritt aufs Gaspedal – und der frei saugende 4,0-Liter-Sechszylinder erwacht mit messerscharfer Gasannahme. Die Reaktion auf Gasbefehle dürfte zehn bis zwanzig Prozent spontaner ausfallen als beim 981 GTS.
Der Drehzahlmesser passiert im Nu den mittleren Bereich und strebt der hohen Drehzahl entgegen. Die Beschleunigung und die dabei wirkenden G-Kräfte sind beachtlich – der Vortrieb fühlt sich richtig schnell an. Auch der Motor- und Auspuffsound ist jetzt großartig. So klingt eben ein frei saugender Sechszylinder-Boxermotor. Da werden sich viele denken: „Genau das ist es!“
Auch das Bremsgefühl überzeugt. Schon mit feiner Dosierung des Pedals lässt sich die Geschwindigkeit spürbar reduzieren und sauber herunterschalten. Das automatische Zwischengas im Sport-Modus macht ebenfalls Spaß: Der Motor gibt ein sattes „Wumm!“ von sich, die Drehzahlen passen perfekt. Zwischengas und Nachverbrennungen sind dezent gehalten – anders als beim 981, bei dem die Inszenierung deutlich auffälliger ausfällt. Wer einen kultivierten, natürlichen Auspuffsound schätzt, dürfte daran Gefallen finden.
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