Wie gut ist der Porsche Macan Electric? Ein Taycan-Fahrer über die Unterschiede und die Stärken des Macan

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Tests & Fahrberichte

Vor Kurzem hatten meine Frau und ich die Gelegenheit, den neuen Macan Electric in der Basisversion Probe zu fahren.

Da ich schon viele verschiedene Porsche-Modelle gefahren bin, war ich besonders gespannt darauf, wie sich die elektrische Variante des Macan einordnen würde. Bei der Probefahrt war ich dann von der Qualität des Fahrzeugs stärker beeindruckt als erwartet. In diesem Bericht teile ich meine Eindrücke vom Fahrverhalten und den Besonderheiten des Macan Electric – auch im Vergleich zum Taycan und zum bisherigen Macan.

Der erste Eindruck vom Macan Electric: mehr als überzeugend

Vor der Probefahrt war ich etwas skeptisch, denn in den sozialen Medien waren die ersten Reaktionen auf den Macan Electric nicht besonders positiv. Doch kaum saß ich am Steuer, änderte sich mein Eindruck komplett. „Gut“ trifft es kaum – so überzeugend fand ich das Auto.

Meine Frau kennt die frühen, mittleren und späten Modelljahre des Macan mit Benzinmotor. Ihr Urteil: „Von allen Macan gefällt mir dieser am besten.“ Der Macan Electric lässt sich leise und mühelos fahren und beschleunigt auf Wunsch schnell. Besonders angenehm: Das Fahrgefühl ist rundum entspannt. Vor allem der Fahrkomfort ist bemerkenswert.

Das passende Stichwort für das Fahrerlebnis im Macan Electric ist „stressfrei“. Er fährt sich vertraut wie ein klassischer Macan mit Verbrennungsmotor und verbindet dieses Gefühl mit der Laufruhe eines Elektroautos. Anders als bei einem Tesla, der gefühlt mit einem Ruck nach vorn schießt, setzt die Beschleunigung angenehm natürlich ein. Man merkt, dass der Macan Electric so abgestimmt wurde, dass Fahrerinnen und Fahrer, die an Benziner gewöhnt sind, ganz selbstverständlich umsteigen können.

Porsche Macan Electric

Ein Porsche, der auch Ihre Frau begeistern dürfte

Besonders deutlich wurde mir bei der Probefahrt, an wen sich dieses Auto richtet. Von zehn Frauen, die sich nicht besonders für Porsche interessieren, würden sich meiner Einschätzung nach neun für den Macan Electric entscheiden. Das Modell ist auch für Fahrerinnen ausgesprochen attraktiv: Es legt noch stärker als der 911 und sogar der bisherige Macan den Schwerpunkt auf einfache Handhabung.

In unserer Nachbarschaft fahren viele Frauen einen Macan oder Cayenne mit V6- oder V8-Motor. Doch viele nutzen die Leistung ihrer Fahrzeuge kaum und sind vor allem zum Einkaufen oder für den Familienalltag unterwegs. Für genau diese Fahrerinnen und Fahrer wäre der Macan Electric ideal. „Wie leicht er sich anfahren lässt!“, „Wie komfortabel er ist!“ und „Wie praktisch!“ – das dürften die häufigsten Reaktionen sein.

Auch im Alltag passt der Macan Electric gut zu vielen potenziellen Käufern, denn zahlreiche Macan-Besitzer leben vermutlich in einem Haus. Wer zu Hause laden kann, startet morgens mit voller Batterie in den Tag. Bei unserer Probefahrt zeigte die Reichweitenanzeige 507 km an – für den Alltag mehr als ausreichend. Tankstellenbesuche entfallen, und auch beim Warten im Auto, etwa während man die Kinder abholt, muss kein Motor laufen.

Dazu kommt: Viele kurze Fahrten belasten keinen Verbrennungsmotor und das Motoröl wird nicht beansprucht. Dank der Rekuperation unterliegen auch die Bremsen einem geringeren Verschleiß. Der Macan Electric scheint geradezu wie geschaffen für den Alltag – so sehr, dass man sich fragt, ob es überhaupt Nachteile gibt. Auch aus Marketingsicht wirkt es, als sei das Konzept gezielt auf die Frauen von 911-Fahrern zugeschnitten.

Porsche Macan Electric

Die Rücksitze sind nicht besonders großzügig, bieten aber ausreichend Platz.

Macan Electric und Taycan im Vergleich: zwei unterschiedliche Ansätze

Ein Vergleich des Macan Electric mit dem Taycan, dem anderen vollelektrischen Modell von Porsche, macht die unterschiedlichen Entwicklungsziele deutlich.

Der Taycan lässt sich als Sportwagen auf Augenhöhe mit dem 911 beschreiben. Der Macan Electric hingegen bleibt in erster Linie ein Macan – konsequent weiterentwickelt für den Elektroantrieb. Damit soll der Umstieg für bisherige Macan-Fahrer ganz natürlich sein.

Beim Taycan steht das sportliche Fahrerlebnis im Vordergrund, beim Macan Electric die Alltagstauglichkeit. Wer den typischen Porsche-Charakter sucht, wie man ihn vom 911 oder Taycan kennt, liegt mit dem Taycan richtig. Wer dagegen einen Macan sucht, der an die mittleren und späten Modelljahre des bisherigen Modells anknüpft und vieles noch besser macht, dürfte mit dem Macan Electric sehr glücklich werden.

Porsche Macan Electric

Im Sport-Plus-Modus habe ich es bei der Probefahrt etwas sportlicher angehen lassen. Dabei gab es nichts, was mich gestört hätte. Selbst bei schnellen Spurwechseln und in Kurven, auch bei hohem Tempo, vermittelte das Auto jederzeit ein sattes Gefühl für den Kontakt zur Straße. Der Macan Electric fährt auf beeindruckend hohem Niveau – typisch Porsche. Trotzdem unterscheidet er sich grundlegend vom Taycan, der als eine Art „911 der Elektro-Ära“ gedacht ist. Statt maximaler Sportwagenreize steht beim Macan Electric der leicht zugängliche Porsche-Charakter im Mittelpunkt.

Wer mit dem Macan Electric ein Fahrerlebnis in Richtung Taycan oder 911 sucht, muss vermutlich zu einem Macan Turbo greifen – oder auf eine mögliche künftige GTS-Version warten.

Innenraum und Bedienung: Komfort mit Blick in die Zukunft

Auch der Innenraum des Macan Electric hat mich beeindruckt. Instrumente und Displays wirken futuristisch und zugleich hochwertig gestaltet. Man könnte fast denken: „Porsche kann also auch so modern.“ Besonders bei der Bedienoberfläche und der Nutzerführung ist ein deutlicher Fortschritt zu erkennen.

Das Infotainmentsystem lässt sich im Vergleich zum Taycan spürbar besser bedienen. Der Touchscreen reagiert ausgesprochen schnell und läuft flüssig, sodass die Bedienung ohne unnötige Wartezeiten gelingt. Die Bedienlogik entspricht modernen Erwartungen und dürfte auch für digital affine Fahrerinnen und Fahrer leicht zugänglich sein.

Beim Sport Electric Sound verfolgt der Macan Electric einen anderen Ansatz als der Taycan. Im Taycan verändert sich das Geräusch bereits im Stand deutlich. Beim Macan Electric hingegen ist während der Fahrt lediglich ein dezenter, angenehmer Elektrosound zu hören. Auch das passt zur zurückhaltenderen Ausrichtung des Modells.

Porsche Macan Electric

Die Reichweitenanzeige zeigte 507 km. Zwar erkennt das System nicht ganz so viele Fahrzeuge wie bei Tesla, aber auch die Umgebung wird inzwischen erfasst.

Fazit zum Macan Electric: ein Porsche für viele

In einem Satz: Der Macan Electric ist ein Porsche, den man vielen empfehlen kann. Auch als erstes Modell für alle, die bislang noch keinen Porsche besitzen, ist er eine überzeugende Wahl. Er hat keine störenden Eigenheiten, fährt sich einfach und bietet eine ausgewogene Beschleunigung. Zugleich bleibt sein Design unverkennbar Porsche.

Mit der Luftfederung und abgesenkter Karosserie im Sport-Plus-Modus lässt sich der Macan Electric auch sportlich und mit viel Fahrstabilität bewegen. Wer sich allerdings eine noch stärkere Beschleunigung und mehr unmittelbaren Punch wünscht, sollte sich die höher positionierten Varianten „4S“ oder „Turbo“ ansehen. Dennoch überzeugt auch das Basismodell mit einem bemerkenswert hohen Niveau.

Porsche Macan Electric

Der einzige mögliche Kritikpunkt: Der Macan Electric wirkt etwas zu brav und ist weniger rau als der frühe Macan der ersten Generation. Auch mit dem Image des 911 hat er nur wenig gemein. Insgesamt überwiegen jedoch die Vorteile – allen voran das gelungene Gesamtpaket und der nochmals verbesserte Fahrkomfort.

Wer über einen Wechsel vom bisherigen Macan mit Benzinmotor nachdenkt, sollte den Macan Electric unbedingt in Betracht ziehen. Besonders für Besitzer eines Macan aus den mittleren oder späteren Modelljahren ist er eine klare Empfehlung. Mit seiner Alltagstauglichkeit, dem hohen Komfort und mehr als ausreichenden Fahrleistungen ist er ein rundum ausgewogener Porsche.

Hiro

Minaの夫です。 ファッションやステータスシンボルのためにクルマは乗りません。 運転して楽しく、工業製品として優れ、作り手の意思が感じられるようなクルマを好んで乗ります。長距離ツーリングをこよなく愛し、「クルマは走らせてナンボ」と思ってます。休日には日本全国を愛車で旅しています。 ブログでは主に試乗レポートやツーリング記などを執筆しています。またブログのシステム周りやチューニングなども担当しています。

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