Porsche Panamera: Jahresinspektion – Prüfpunkte, Profiltiefe und Kosten
Veröffentlicht: 2019.09.14
Die Jahresinspektion unseres Panamera
Am 12. Oktober 2017 zog unser Panamera bei uns ein. Kaum zu glauben, dass seitdem schon fast zwei Jahre vergangen sind. Und weil nach zwei Jahren wieder eine Jahresinspektion anstand, haben wir unseren Panamera kürzlich zum Porsche Zentrum gebracht.
Während der Inspektion durften wir uns über einen Cayenne als Ersatzwagen freuen.
Wir brachten den Panamera am Freitagmorgen zum Porsche Zentrum und holten ihn am Samstagabend gemeinsam mit der ganzen Familie wieder ab. Als wir ankamen, wehte dort eine „New 911“-Flagge. Da fiel mir ein: Den 992 hatte ich ja immer noch nicht Probe gefahren …
„Ist es jetzt nicht schon zu spät, eine Probefahrt zu machen und darüber zu bloggen?“, dachte ich zunächst. Wenn es wieder etwas kühler wird, möchte ich aber auf jeden Fall eine Probefahrt vereinbaren. Wobei ich natürlich auch bei warmem Wetter fahren könnte – doch bei dieser anhaltenden Spätsommerhitze fehlt mir einfach die Lust, nach draußen zu gehen. (Die heutige Höchsttemperatur liegt übrigens bei 36 Grad.)

Doch zurück zur Inspektion unseres Panamera. Folgende Arbeiten und Prüfergebnisse standen auf dem Bericht:
・12-Monats-Inspektion gemäß Wartungsplan
・Aktualisierung der PCM-Kartendaten
・Motorölwechsel
・Ölfilterwechsel
・Bremsflüssigkeitswechsel
・Wischerblattwechsel
・Wechsel des Innenraumfilters
・Bremsbelagstärke: vorn 7,0 mm, hinten 10,0 mm
・Reifenprofiltiefe: vorn 2,5 mm, hinten 3,9 mm
・Kilometerstand: 24.851 km
・Komplette Fahrzeugwäsche
und weitere Arbeiten
Als ich auf der Rechnung „Was ist eigentlich Bremsflüssigkeit? (-_-)“ las, fragte ich meinen Mann. „Wie, du weißt nicht, was Bremsflüssigkeit ist?“ Also schlug ich den Begriff im Internet nach und fand heraus:
„Eine Flüssigkeit, die in hydraulischen Bremssystemen von Kraftfahrzeugen und anderen Fahrzeugen im Hydraulikkreislauf verwendet wird. Sie wird auch Bremsöl genannt.“
*Quelle: Wikipedia „Bremsflüssigkeit“
„Ach, das ist also Bremsöl! Dann hätten sie doch gleich Bremsöl schreiben können – das wäre viel verständlicher!“, murmelte ich, ganz die ahnungslose Laiin. Bei Autothemen gibt es eben noch jede Menge Begriffe, die ich nicht kenne.
Bei der Inspektion hieß es außerdem: „Das Profil der Vorderreifen ist schon ziemlich abgefahren. Die Reifen sollten Sie bald wechseln lassen.“ Bei einem Panamera mit Hinterradantrieb nutzen sich normalerweise eher die Hinterreifen stärker ab. „Heißt das, dass bei unserem Panamera die Vorderreifen stärker verschleißen, weil er keinen Hinterradantrieb hat?“, fragte ich meinen Mann. Seine Erklärung:
Hm, könnte sein. Wir fahren hauptsächlich in der Stadt und biegen an Kreuzungen oft ab – dabei nutzen sich die Vorderreifen vielleicht stärker ab. Und wie gesagt: Der Panamera Turbo hat Allradantrieb, also liegt auch an den Vorderreifen Antriebsmoment an.
Außerdem sitzt vorne der schwere V8-Motor. Auch dessen Gewicht könnte eine Rolle spielen.
Das leuchtet ein …

Warum sich bei einem Fahrzeug mit Hinterradantrieb die Hinterreifen tendenziell stärker abnutzen, war mir als technischer Laiin nicht ganz klar. „Irgendwie verstehe ich es – und irgendwie auch nicht (-_-)“ Also habe ich zu Hause noch einmal nachgelesen:
Bei einem Fahrzeug mit Frontantrieb (FF) werden die Vorderräder beim Anfahren, Beschleunigen, Lenken, Bremsen und Anhalten stark belastet. Bei einem Fahrzeug mit Hinterradantrieb (FR) wirken beim Anfahren und Beschleunigen dagegen größere Kräfte auf die Hinterreifen. Beim Lenken, Bremsen und Anhalten werden wiederum – wie beim Fronttriebler – die Vorderreifen stärker beansprucht. Vergleicht man FF und FR, ist die Gewichtsverteilung bei einem Fronttriebler tendenziell etwas frontlastiger. Deshalb verschleißen die Vorderreifen dort oft schneller.
*Quelle: Unterschiede beim Reifenverschleiß von Front- und Hinterradantrieb
Aha, wieder etwas gelernt.
Trotzdem fühlt es sich im Moment noch zu früh an, die Reifen zu wechseln. Deshalb überlegen wir noch, wann wir neue Reifen aufziehen lassen – oder ob wir den Panamera vorher ohnehin gegen ein anderes Auto eintauschen.
Was kostet die Jahresinspektion?
Und was hat die Inspektion gekostet? Unser Ansprechpartner H. im Porsche Zentrum sagte:
Diesmal ist es kostenlos, alles gut.
„Wie, kostenlos!? Ist das etwa ein Service?“, dachte ich kurz. Doch H. ergänzte mit einem Grinsen:
Sie haben die Kosten ja schon im Voraus bezahlt. Kostenlos ist es also nicht.
Stimmt ja! Bei der Jahresinspektion unseres Panamera im Vorjahr hatten wir den Porsche Scheduled Maintenance Plan (PSMP) abgeschlossen.
Der PSMP ist ein Servicepaket, das Neuwagenkäufer bei einem Porsche Vertragshändler innerhalb des ersten Jahres nach dem Kauf abschließen können. Dabei bezahlt man vorab einen Festbetrag für spätere gesetzliche und herstellerseitige Inspektionen sowie den Austausch und das Nachfüllen wichtiger Komponenten und Betriebsstoffe.
Für den Panamera Turbo kostete das Dreijahrespaket 319.680 Yen. Darin war auch die erste Hauptuntersuchung enthalten (inkl. Steuern, Stand August 2018). Bei der Jahresinspektion unseres früheren Panamera Edition der Baureihe 970 hatten wir mehr als 100.000 Yen bezahlt – das Paket lohnt sich also.
Allerdings ist es für Haushalte mit geringer Jahresfahrleistung oft günstiger, die Inspektionskosten jeweils einzeln zu bezahlen, statt den PSMP abzuschließen. Für uns, die wir jedes Jahr eine ordentliche Strecke fahren und sicher Teile sowie Öl wechseln lassen müssen, ist das Paket dagegen eine gute Sache.

Der Panamera ist ein Sportwagen
Auf der Rückfahrt vom Porsche Zentrum waren wir uns wieder einmal einig: Der Panamera ist einfach ein tolles Auto. Wie oft wollen wir dieses Gespräch eigentlich noch führen? Jedes Mal, wenn wir nach einer Weile wieder im Panamera sitzen, sind mein Mann und ich aufs Neue begeistert – fast so, als würden wir ihn zum ersten Mal fahren.
Der Cayenne war natürlich ebenfalls ein tolles Auto. Doch der Panamera ist eben ein Sportwagen: die tiefe Sitzposition, das unmittelbare Gefühl für die Straße, der Motorsound und die kraftvolle Beschleunigung … Während wir schwärmten: „Der Panamera ist wirklich ein großartiges Auto“, waren wir schon wieder zu Hause.
Nächstes Jahr steht die Hauptuntersuchung an. Bis dahin wird mein Mann wohl überlegen, was wir mit diesem Panamera machen. Aber erst einmal wollen wir jede Fahrt mit ihm in vollen Zügen genießen.
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