Porsche Macan im Test: Ein Tag am Steuer des Macan Turbo
Veröffentlicht: 2018.09.21
Der Macan Turbo meines Schwagers
Früher habe ich bereits darüber geschrieben, wie ich den Panamera Turbo Sport Turismo meines Schwagers probefahren durfte, nachdem er ihn gekauft hatte. Davor fuhr er einen Macan Turbo. Damals lieh er mir den Wagen für einen Tag – und mein Eindruck war: „Auch wenn er ein kompakter SUV ist: Das ist eben ein Porsche!“ Damit ich meine Eindrücke nicht vergesse, halte ich hier den Erfahrungsbericht meines Mannes fest.
Modelljahr 2015: der Macan Turbo
Der Macan Turbo meines Schwagers war ein Modelljahr 2015 und nahezu voll ausgestattet. Die Außenfarbe war Dunkelblau Metallic – etwas kräftiger blau als das Nachtblau Metallic unseres Wagens. Innen zeigte sich der Macan in Luxorbeige.


Die Kombination „dunkelblau außen, beige innen“ ist vielleicht meine liebste. Doch nun zum Erfahrungsbericht meines Mannes.
① Fahrkomfort
Ich hatte gehört, dass dieser Macan Turbo mit Luftfederung ausgestattet war. Da er jedoch auf großen 21-Zoll-Rädern im 911-Turbo-Design stand, erwartete ich angesichts der Optik zunächst nicht viel vom Fahrkomfort.

Doch tatsächlich war der Komfort genau das Gegenteil meiner Erwartung: Der Macan fuhr sich ausgesprochen angenehm. Selbst im Sport- oder Sport-Plus-Modus gab es kaum unangenehme Stöße oder ein Nachschwingen. Gleichzeitig arbeitete das Fahrwerk straff und kontrolliert – in jedem Modus blieb der Wagen souverän und ruhig.
„Guter Fahrkomfort“ kann vieles bedeuten: ein weich schaukelndes Fahrgefühl oder eine straffe Abstimmung, bei der Unebenheiten dennoch sanft abgefedert werden. Die Stärke der Macan-Luftfederung liegt vor allem in ihrem ruhigen, ausgewogenen Geradeauslauf.

Vielleicht dank der präzise gefertigten Antriebskomponenten waren zudem kaum Reibungsverluste zu spüren. Der Macan lief wunderbar geschmeidig und glitt auf gut ausgebauten Straßen beinahe dahin. Von allen Luftfederungen, die ich bisher erlebt habe, gefiel mir diese am besten – vielleicht sogar besser als die Luftfederung des aktuellen Panamera.
Auch mein Schwager meinte, der Macan fahre sich komfortabler als der Range Rover Sport, den er später kaufte. Zudem seien Karosserie und Aufbau des Porsche steifer und solider.
② Fahrverhalten
Auf kurvigen Landstraßen ließ sich der Macan unbeeindruckt zügig bewegen. Natürlich liegt sein Schwerpunkt höher, und im Grenzbereich kann er es nicht mit einem 911 aufnehmen. Trotzdem fühlte er sich erstaunlich leichtfüßig an. Es war, als würde man mit einem SUV einen Kompaktwagen durch die Kurven treiben.

Auch die Stabilität auf der Autobahn war erwartungsgemäß hervorragend. Besonders im Sport-Plus-Modus beeindruckten die Ruhe und das sichere Fahrgefühl. Wenn es die Gesetze erlaubten, könnte man wohl auf jeder Autobahn dauerhaft mit mehr als 180 km/h unterwegs sein – so souverän fühlte sich der Macan an.
③ Motor
Der Motor dreht nicht außergewöhnlich frei hoch und spricht auch nicht überragend spontan an. Dennoch bietet er Leistung und Ansprechverhalten, die dem Namen Porsche alle Ehre machen. Dass ein Turbomotor unter der Haube steckt, merkt man – störendes Turboloch oder eine schwierige Dosierbarkeit gibt es aber nicht.

Selbst wenn einem auf der Autobahn jemand dicht auffährt, reicht ein Tritt aufs Gaspedal: Der nachfolgende Wagen schrumpft im Rückspiegel schnell zu einem kleinen Punkt.
Was könnte besser sein?
① PDK
Bei der PDK dieses Modelljahrgangs kann es vorkommen, dass beim Wechsel zwischen dem ersten und zweiten Gang im Schritttempo leichte Getriebegeräusche oder Schaltrucke spürbar sind.

Wer an eine Wandlerautomatik gewöhnt ist, könnte sich daran stören. Mich persönlich hat es jedoch kaum beeinträchtigt. In dieser Hinsicht erinnerte mich der Macan stark an den Panamera Edition der späten 970-Baureihe, den ich zuvor gefahren hatte.
② Rücksitze
Die Rücksitze sind nicht so geräumig, wie man es angesichts der Fahrzeuggröße vielleicht erwarten würde.

Erwachsene können dort problemlos sitzen, viel Bewegungsfreiheit gibt es allerdings nicht. Wer besonders viel Wert auf Platz im Innenraum legt, ist mit dem Cayenne vermutlich besser beraten.
③ Innenraum
Da dieses Exemplar nahezu voll ausgestattet war, wirkten sowohl die Materialien als auch die Ausstattung ausgesprochen hochwertig.



Ein Macan in der Grundausstattung ist allerdings nicht annähernd so luxuriös. Wer beim Innenraum besonderen Wert auf hochwertige Materialien und Ausstattung legt, sollte die verfügbaren Optionen daher genau prüfen.
Fazit
Zum Schluss das Gesamturteil meines Mannes:
Der Macan Turbo. Auch wenn er ein SUV ist, ist er ohne Zweifel ein Sportwagen. Vor der Probefahrt dachte ich: „Ein SUV von Porsche ist bestimmt ziemlich sportlich.“ Doch was ich dann erlebte, übertraf meine Vorstellung von Sportlichkeit bei Weitem.
Wenn Sie den Macan noch nicht gefahren sind und einen SUV dieser Klasse in Betracht ziehen, sollten Sie ihm unbedingt eine Probefahrt gönnen – selbst wenn Sie mir das erst einmal nicht glauben. Fahren Sie dabei nicht nur durch die Stadt, sondern auch über die Autobahn und durch Kurven. Sie werden merken, dass sich der Macan ganz anders fährt als ein SUV anderer Hersteller.
Und noch etwas: Die Luftfederung kann ich nur empfehlen. Wenn ich einen Macan kaufen würde, wäre das die eine Option, auf die ich auf keinen Fall verzichten wollte. So sehr hat mich dieses Fahrwerk überzeugt.
Das war also sein Fazit. Als mein Mann den Macan von seinem Schwager mit nach Hause brachte, sagte er zu mir: „Willst du ihn nicht auch mal fahren?“ Ich winkte ab: „Nein, nein – wenn ich den schönen Porsche auch nur zerkratze, wäre das eine Katastrophe!“ (;゚Д゚) Am Ende ließ ich ihn doch stehen.
Heute denke ich, dass ich ihn wenigstens ein kleines Stück hätte fahren sollen … (Als wir in Deutschland einen 911 und in den USA einen GLS gemietet haben, habe ich mich ebenfalls nicht ans Steuer gesetzt. Ich bin wohl wirklich ein ziemlicher Angsthase …)
Wenn der neue Macan erscheint, möchte ich unbedingt eine Probefahrt machen.
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