Warum ich einen Mercedes-Benz SL 400 (R231 Facelift) gekauft habe
Veröffentlicht: 2025.09.20
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Einer der drei großen Sportwagen der Welt: meine Faszination für den SL
Ich habe mir einen Mercedes-Benz SL 400 der Baureihe R231 nach dem Facelift gekauft. Hier möchte ich erzählen, warum es ausgerechnet ein SL geworden ist.
Zu den drei großen Sportwagen der Welt zählen für mich der Porsche 911, der BMW M3 (M4) und der Mercedes-Benz SL. Der SL nimmt dabei eine besondere Stellung ein: Schon seit vielen Jahren träume ich von diesem Auto.
Als 2012 die Baureihe R231 vorgestellt wurde, kaufte ich mir das Sonderheft der Zeitschrift Car Graphic über den SL – inklusive DVD, Ausgabe Juni 2012. Bis heute bewahre ich es sorgfältig auf. So sehr hat mich der SL schon damals begeistert. Meine Faszination für Autos reicht bis zu meiner ersten Fahrt im Honda Legend Coupé meines Vaters zurück, einem Modell der Baureihe KA3. Später kaufte ich selbst den Legend Coupé der nächsten Generation (KA8) – ein Auto, das ich so sehr liebte, dass ich am liebsten heute noch damit fahren würde.
Luxus-Coupés waren für mich der Ausgangspunkt meines Interesses an Autos. Schon immer reizte mich die Vorstellung, weite Strecken zurückzulegen und neue Orte zu entdecken. Vielleicht entstand damals auch meine Begeisterung für Fahrzeuge, die hohe Langstreckenqualitäten mit Komfort und Sportlichkeit verbinden.

Ein Traum aus den späten 1990er-Jahren: meine Erfahrungen mit dem R129
Irgendwann in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre las ich in der Zeitschrift Le Volant einen Bericht über eine große Tour im R129 SL. Der Artikel hinterließ einen bleibenden Eindruck: Es ging darum, stundenlang über die Autobahn zu fahren und die Reise zu genießen. Damals war ein SL für mich unerreichbar. Doch der Wunsch, irgendwann selbst einen zu fahren, blieb tief in mir verwurzelt.

Nachdem ich diesen Blog gestartet hatte, erfüllte ich mir schließlich einen lang gehegten Traum und kaufte einen gebrauchten R129 SL 500. Wie bei einem Gebrauchtwagen nicht anders zu erwarten, gab es einige Probleme, darunter einen Kühler mit Kühlmittelverlust und eine undichte Hydraulikpumpe des Stoffverdecks. Doch das Fahrerlebnis enttäuschte mich nicht. Die enorme Karosseriesteifigkeit und das satte Geräusch, mit dem die Türen ins Schloss fielen, verkörperten eindrucksvoll die Mercedes-Philosophie „Das Beste oder nichts“.
Der V8 mit fünf Litern Hubraum lief seidenweich und lieferte schon bei niedrigen Drehzahlen reichlich Drehmoment. So fuhr sich der SL in jeder Situation souverän. Schließlich trennte ich mich vom R129, als ich ihn gegen meinen heutigen Porsche 964 eintauschte. Der Wunsch, eines Tages wieder einen SL zu fahren, verschwand jedoch nie.

Enttäuschung über den aktuellen AMG SL und die Rückkehr zum R231
Als ich den aktuellen AMG SL 43 meines jüngeren Bruders probegefahren bin, war ich – allerdings nicht im positiven Sinne – überrascht. Mit dem Wechsel von der Marke Mercedes-Benz zur Marke AMG schien der aktuelle SL für mich kaum noch ein SL zu sein. Das Konzept wirkt, als sei es auf das Porsche 911 Cabriolet zugeschnitten worden, erreicht in seiner Umsetzung aber nicht das Niveau des Originals und bleibt für mich irgendwo auf halbem Weg stehen.
Ruckeliges Anfahren, ein viel zu straffes Fahrwerk und dünn gepolsterte Sitze: Der SL hatte seine ursprüngliche Luxusausstrahlung, Opulenz und geschmeidige Anmutung verloren. Nach dieser Erfahrung war ich überzeugt: „Mit dem R231 endete die Ära des echten SL.“ Wenn ich mir noch einmal einen echten SL sichern wollte, kam für mich nur der R231 infrage.
Den R231 gibt es als Vorfacelift und als Facelift. Mir gefiel das Design der überarbeiteten Version besser. Allerdings sind Facelift-Modelle auf dem Gebrauchtwagenmarkt sehr selten. Am häufigsten findet man den SL 400, darüber rangieren der SL 550 und der AMG SL 63. An der Spitze stand der SL 65, der nur auf Bestellung gefertigt wurde. Auf dem japanischen Gebrauchtwagenmarkt ist mir noch nie ein SL 65 begegnet.

Die perfekte Ausstattung gefunden – und die Entscheidung zum Kauf getroffen
Zunächst zog ich einen SL 400 oder einen SL 550 in Betracht.
Auch der AMG SL 63 stand auf der Liste. Da ich bereits mehrere schnelle Autos besitze, brauchte ich jedoch nicht noch mehr Leistung. Der SL 550 war ebenfalls reizvoll, aber Facelift-Modelle sind äußerst selten. Viele der angebotenen Fahrzeuge waren zudem nach meinem Geschmack unpassend umgebaut – etwa mit einem Kühlergrill im vertikalen Streben-Design des aktuellen AMG SL.
Den SL 400 gab es nicht nur in der regulären Ausführung, sondern gegen Ende der Modelllaufzeit auch als Grand Edition. Diese Sonderversion bot eine Ausstattung auf dem Niveau des SL 65, darunter einen automatischen Türschließer und aktive Multikontursitze, die den Körper in Kurven abstützen. Damit wurde sie ihrem besonderen Status durchaus gerecht. Die häufig verwendeten Holzdekorleisten und braunen Innenraumfarben wirkten auf mich allerdings noch etwas zu gesetzter, als es mir lieb war. Zudem kostete die Grand Edition 1 bis 2 Millionen Yen mehr als die reguläre Version – deshalb schied sie für mich aus.
Bei der Außenfarbe dachte ich zunächst an Weiß oder Silber, für den Innenraum wünschte ich mir Weiß. Mein früherer SLK 350 (R171) hatte ein helles Interieur, das mir ausgesprochen gut gefiel. Eine Kombination aus silberner Außenfarbe und weißem Innenraum gab es jedoch nicht. Zwar fand ich einen weißen SL mit weißer Innenausstattung, doch das Weiß ließ das Auto für mich zu sehr mit der Umgebung verschmelzen. Dem SL fehlte dadurch die Präsenz, die ich mir wünschte.

Dann tauchte bei der Yanase Brand Square in meiner Nähe genau der Wagen auf, nach dem ich gesucht hatte: ein R231 Facelift in Brillantblau, der damaligen Modellfarbe, kombiniert mit einem weißen Interieur in Porzellan. Diese Kombination aus Blau und hellem Innenraum ist äußerst selten. Als ich den Wagen in natura sah, wusste ich sofort: „Das ist er.“ Das wunderschöne Blau erinnerte mich an einen helleren Porsche Gentianblauton. Es wirkte elegant, ohne aufdringlich zu sein, und bildete einen perfekten Kontrast zum weißen Innenraum.
Der einzigartige Wert eines echten SL
Schon bei der Probefahrt spürte ich am Lenkrad den gewaltigen Unterschied zum aktuellen SL.
Der R231 verbindet Luxus und Sportlichkeit. Auch bei hohem Tempo liegt er dank der serienmäßigen aktiven Karosseriekontrolle (ABC) ruhig und flach auf der Straße. Das schwebend leichte Fahrgefühl war genau das, was ich mit „Das ist ein echter SL“ verbinde.
Das Variodach macht aus dem SL im Handumdrehen ein Coupé oder ein Cabriolet. Mit aufgestelltem Windschott sind die Windverwirbelungen bei offenem Dach so gering, dass der SL mit dem 911 Cabriolet mithalten kann. Mit einer Breite von rund 1.870 Millimetern ist der Wagen zudem weniger ausladend, als er aussieht. Selbst in einem gewöhnlichen Parkhaus lässt er sich problemlos abstellen.

In der Modellpalette von Mercedes-Benz nahm der SL stets eine Spitzenposition ein.
Er wurde teurer angeboten als die S-Klasse, obwohl beide mit demselben Motor ausgestattet sein konnten, und viele neue Technologien debütierten zunächst im SL. Kurz gesagt: Der SL bietet „den Komfort einer S-Klasse in einem offenen Zweisitzer“. Er ist sportlicher als die S-Klasse, ohne beim Fahrkomfort Kompromisse einzugehen. Von einem der komfortabelsten Autos der Welt zu sprechen, ist keineswegs übertrieben.
Auch die Lenkung ist ausgesprochen gutmütig. Sie reagiert zwar nicht so messerscharf wie bei einem Porsche, folgt aber präzise den Eingaben des Fahrers. Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt, und dennoch ändert der Wagen genau so bereitwillig seine Richtung, wie es der Lenkeinschlag vorgibt. Dieses ausgewogene Zusammenspiel macht den Charakter des SL aus. Für mich war der Kauf eine besondere Entscheidung: Ich habe mir damit den letzten echten SL gesichert. Einen ausführlichen Fahrbericht gibt es im nächsten Artikel.
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