BMW M3 E46 im Tuning-Test: Ein Custom-Car mit CSL-Niveau

E46 BMW M3 | 車, 道路, 山, 木, 山道, 走行中, BMW, M3, E46
Tests & Fahrberichte

Ein Motor mit Ausnahmeklasse – auch nach 150.000 Kilometern

Nach längerer Zeit gibt es wieder einmal einen Testbericht über ein getuntes Auto.

Bei diesem BMW M3 der Baureihe E46 handelt es sich um einen erstaunlich stimmigen Umbau. Bereits im August 2024 habe ich den M3 CSL getestet – ein seltenes Modell, von dem nur etwa 150 Exemplare nach Japan importiert wurden. Der CSL ist eine Sonderversion, bei der Gewicht eingespart und die Fahrdynamik verbessert wurde. Über seine außergewöhnlichen Qualitäten habe ich damals ausführlich berichtet.

E46 BMW M3

Beim hier vorgestellten M3 handelt es sich zwar um das normale Modell, doch das Ergebnis wirkt fast so, als hätte jemand einen CSL in Eigenregie nachgebaut.

Von den Bremsen über das DME-Steuergerät und die Abgasanlage bis hin zu Fahrwerk und Innenraum wurde praktisch jeder Bereich überarbeitet. Auf den Fotos wirkt der Wagen ziemlich kompromisslos – so sehr, dass man fast denkt: „Der muss furchtbar hart zu fahren sein.“ Doch bei der Probefahrt kam alles ganz anders als erwartet.

Innenraum des E46 BMW M3

Fahrkomfort, der die Erwartungen an ein Tuning-Auto übertrifft

Die Karosserie liegt ausgesprochen tief. Im Alltag ist das, ehrlich gesagt, eine Herausforderung.

Die Gefahr, mit dem Unterboden aufzusetzen, fährt immer mit. Abgesehen davon ist dieser M3 aber möglicherweise das komfortabelste getunte Auto, das ich je gefahren bin. Ich habe schon viele Umbauten erlebt, doch diese Abstimmung spielt in einer eigenen Liga. Das Fahrwerk ist zwar ziemlich straff, unangenehme Schläge oder störende Vibrationen bleiben jedoch vollständig aus.

Fahrwerk des E46 BMW M3

Die Fahrwerksabstimmung ist geradezu vorbildlich: Der Wagen bleibt satt auf der Straße und zieht angenehm flach seine Bahn. Vielleicht geht diese gelungene Kombination aus Aragosta-Gewindefahrwerk und Uniball-Domlagern vorn und hinten genau deshalb so gut auf. Auch die Vorderachse spricht beeindruckend direkt an – präzise wie ein Schnitt mit dem Papiermesser. Trotzdem lässt sich der M3 nicht als Anfängerauto bezeichnen. Die montierten Reifen passen nicht ganz zum Leistungsvermögen des Fahrzeugs, weshalb sich bei etwas höherem Tempo gelegentlich ein mulmiges Gefühl einstellt. Mit etwas griffigeren Reifen dürfte dieser ohnehin großartige Wagen noch einfacher und souveräner zu fahren sein.

Mit dem E46 BMW M3 auf einer kurvigen Bergstraße

Ein Motor, der nach 150.000 Kilometern wie neu wirkt

Mit 150.000 Kilometern gehört dieser M3 zu den Vielfahrern. Doch bei BMW – und deutschen Autos allgemein – gilt: 150.000 Kilometer sind noch lange kein Grund zur Sorge. Im Gegenteil: Der Motor dreht ausgesprochen geschmeidig und arbeitet sich sauber und gleichmäßig vom gelben Bereich bis nahe an den roten Drehzahlbereich. Vom Ansprechverhalten her könnte man meinen, der Wagen hätte erst 10.000 bis 20.000 Kilometer hinter sich. Vermutlich tragen die DME-Abstimmung und der Umbau von 32 auf 64 Bit ihren Teil dazu bei.

Motorraum des E46 BMW M3

Auch der Klang der Abgasanlage ist hervorragend. Die Kombination aus einem gleich langen ASSIST-Frontrohr, einem Supersprint-Mittelrohr und einem Titan-Endschalldämpfer erzeugt keinen künstlich komponierten Sound, wie man ihn von manchen modernen Autos kennt. Stattdessen sind echter Motor- und Auspuffklang deutlich zu hören. Ja, die Anlage ist laut – aber der Klang ist so angenehm, dass das kaum stört. Das Fahren macht damit einfach richtig Freude.

Im Sportmodus zeigt der M3 sein wahres Gesicht

Der Charakter des M3-Motors verändert sich spürbar – je nachdem, ob der Sportmodus aktiviert ist oder nicht.

Im Normalmodus gibt sich der Wagen ziemlich zahm und lässt sich im Stadtverkehr fast wie ein großvolumig motorisierter 3er fahren. Doch mit einem Druck auf die Sporttaste ändert sich alles. Wie schnell die Drehzahl steigt, wie kräftig der Motor wirkt und vor allem wie deutlich er bei niedrigen und mittleren Drehzahlen anspricht und anschiebt – all das verändert sich dramatisch.

Instrumentenkombi des E46 BMW M3

Wer den M3 fährt, könnte fast meinen, dass man ohne Sportmodus das Wesen dieses Autos gar nicht richtig erlebt. Der Schalthebel wurde durch einen CAE-Ultrashifter ersetzt und hat einen langen, fast rennwagenartigen Schaltweg. Die Schaltvorgänge fühlen sich gut an, doch besonders beim Zurückschalten vom dritten in den zweiten Gang braucht es etwas Eingewöhnung. Wie viel Kraft nötig ist, um den zweiten Gang einzulegen, ließ sich bei einer kurzen Probefahrt nicht ganz herausfinden. Die Führung ist jedoch ausgesprochen präzise, und jeder Gang rastet mit einem knackigen, mechanischen Gefühl ein.

Schalthebel des E46 BMW M3

Ein stimmiger Umbau, bei dem das Gesamtpaket überzeugt

Die Bremsanlage mit Brembo-GT-Kit bietet ein hervorragendes Pedalgefühl, und auch die Karosseriesteifigkeit gibt keinen Anlass zur Kritik.

Zudem wurde das Gewicht deutlich reduziert. Dadurch reagiert der Wagen ausgesprochen agil und setzt die Befehle des Fahrers unmittelbar um. Dazu dürften auch das OS-Super-Lock-Sperrdifferenzial mit 1,5-Wege-Funktion und die Übersetzung von 3,91 beitragen. Die Balance des Fahrwerks ist ebenfalls hervorragend. Mit etwas griffigeren Reifen könnte man sich auch bei höherem Tempo noch sicherer ans Limit herantasten.

E46 BMW M3

Bei einem Tempo, mit dem man als normaler Fahrer entspannt über kurvige Landstraßen fährt, gibt es schon mit der aktuellen Bereifung keinerlei Probleme. Mehr noch: Das präzise Handling und der Fahrkomfort sind so gelungen, dass man sich am Steuer fast für einen besseren Fahrer hält, als man tatsächlich ist. Normalerweise stelle ich eher selten Tuning-Autos vor. Bei diesem M3 mache ich eine Ausnahme, weil der Umbau rundum stimmig und sorgfältig ausgeführt ist. Ein M3 mit einer derart hohen Tuning-Qualität ist wirklich selten – genau so fühlt sich dieser Wagen an.

Hiro

Ich bin Minas Ehemann. Ich fahre Autos nicht als Mode oder Statussymbol. Mir gefallen Wagen, die Spaß machen, als Industrieprodukt überzeugen und in denen man die Absicht der Macher spürt. Lange Touren sind meine Leidenschaft, und ein Auto zählt erst, wenn man es fährt. An freien Tagen reise ich mit unseren Wagen durch Japan. Im Blog schreibe ich vor allem Fahrberichte und Tourenberichte und kümmere mich um die Technik der Seite und ums Tuning.

Profile

Wenn Ihnen dieser Blog gefällt, folgen Sie ihm.

Kommentare schließen
  • Comment ( 0 )

  • Trackbacks are closed.

  1. No comments yet.