Porsche Taycan im Detail: Motor und Bremsen

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Porsche Taycan

Vor Kurzem habe ich ausführlich über die Taycan-Präsentation berichtet: Teil 1: Exterieur und Design und Teil 2: Innenraum und Interieur. Nun folgt der dritte und letzte Teil der Reihe.

Porsche Taycan: Motor

Fahrleistungen

Der Taycan ist ein Elektroauto – und trotzdem ganz klar ein Sportwagen. Er beschleunigt in beeindruckenden 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Selbst wenn man die Beschleunigung von 0 auf 200 km/h mehr als 20-mal hintereinander wiederholt, soll die Zeit kaum nachlassen. Der Taycan Turbo S leistet bis zu 761 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 1.050 Nm.

Zugegeben, ich habe ihn nur im Spiel erlebt: Als ich den Taycan neulich in „Gran Turismo Sport“ auf der PS4 fuhr, spürte ich die sofortige, volle Beschleunigung eines Elektroautos ohne Gangschaltung und dachte nur: „Der ist wahnsinnig schnell!“ Die Höchstgeschwindigkeit des Taycan Turbo S liegt übrigens bei 260 km/h.

Doch der Taycan überzeugt nicht nur mit seiner Beschleunigung auf der Geraden. Porsche-typisch soll auch sein Lenkverhalten hervorragend sein. Da die Batterie tief im Fahrzeugboden sitzt, liegt der Schwerpunkt sogar niedriger als beim 911. Mit Porsche Dynamic Chassis Control (PDCC) und Hinterachslenkung soll das Fahrerlebnis noch beeindruckender werden.

Laden und Reichweite

Der Taycan 4S kommt auf eine Reichweite von stolzen 463 km. Die Erklärung dazu: Dank der großen Reichweite kann man ihn beruhigt jeden Tag fahren. Von unserem Zuhause in der Präfektur Hyōgo bis zum Fuji Speedway sind es rund 450 km pro Strecke. Wenn man also ganz entspannt fährt und die Klimaanlage überhaupt nicht einschaltet, könnte man es gerade so ohne Ladestopp schaffen! (Na ja, wohl eher nicht! :D)

Mit einer Ladeleistung von 200 W soll sich die Batterie über Nacht auf etwa zwei Drittel laden lassen. Das dauert natürlich eine ganze Weile. Mein Mann fragte Alex: „In meiner Garage zu Hause liegt nur eine 100-Volt-Stromversorgung an. Ist das fürs Laden zu wenig?“

„Unmöglich ist es nicht, aber es dauert natürlich entsprechend lange. Wenn Sie nicht jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit fahren, sollte es aber kein Problem sein. Beim Fahren wird außerdem Energie zurückgewonnen, auch beim Bremsen. Trotzdem ist es natürlich praktischer, wenn Sie Ihr Auto zu Hause schnell laden können.“

Wenn wir also einen Taycan kaufen würden, wäre es wohl sinnvoll, in unserer Garage einen 200-Volt-Anschluss installieren zu lassen.

Natürlich kann der Taycan auch an öffentlichen Ladestationen geladen werden. Außerdem sollen die von Porsche entwickelten Schnellladestationen nach und nach bei den Porsche-Vertragshändlern installiert werden.

Damit soll sich in nur zehn Minuten genug Energie für weitere 100 km Reichweite laden lassen. Man könnte also während eines kurzen Zwischenstopps beim Händler nachladen. Ich frage mich, ob dort künftig mehrere dieser Schnelllader stehen werden, wenn auch Macan und Cayenne elektrifiziert werden.

Motorsound

Mit dem optionalen Porsche Electric Sport Sound (vergleichbar mit der Sportabgasanlage bei den herkömmlichen Porsche-Modellen) lässt sich ein noch dynamischerer Motorsound genießen. Alex zufolge ist dieser Motorsound nicht künstlich erzeugt.

Das System nimmt den Motorsound auf, der beim Fahren des Taycan tatsächlich entsteht, filtert die hohen Frequenzen heraus und gibt sie über die Lautsprecher wieder. Ob der Motorsound direkt und proportional dazu zu hören ist, wie stark man das Gaspedal betätigt, lässt sich erst bei einer Probefahrt beurteilen. Dass der Klang aber nicht einfach künstlich erzeugt wird, fand ich beeindruckend.

Bremsen

Besonders spannend finde ich beim Taycan das Thema Bremsen. Anders als bei einem reinen Rekuperationssystem gilt hier: Der Taycan ist kein Ein-Pedal-Auto – gebremst wird erst, wenn man das Bremspedal betätigt. Das passt ganz zu Porsche. Alex erklärte:

Beim Taycan kann man für die Bremsen zwischen den Modi „ON“, „OFF“ und „AUTO“ wählen. Ist „ON“ aktiviert und man nimmt den Fuß vom Gaspedal, wird das Auto leicht verzögert – allerdings nicht so stark wie bei einer Motorbremse. Mit „OFF“ fährt man mit dem gewohnten Fahrgefühl. Im „AUTO“-Modus passt das System die Bremswirkung mithilfe der Frontkamera an den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug an.

Beim Taycan Turbo S gehört außerdem die Porsche Ceramic Composite Brake (PCCB) zur Serienausstattung.

④ Taycan: Preis und weitere Details

Bislang wurden drei Modelle vorgestellt: Taycan 4S, Taycan Turbo und Taycan Turbo S. Ob später noch ein Basismodell folgen wird, lässt sich derzeit offenbar noch nicht sicher sagen.

Preis

Der Preis für Japan stand zum damaligen Zeitpunkt noch nicht fest. Deshalb war auch der japanische Konfigurator noch nicht verfügbar. (Der Konfigurator beim Händler vor Ort soll allerdings nutzbar sein.) Da der Taycan zwischen Panamera und Cayenne positioniert ist, dürfte sich auch der Preis in etwa in diesem Bereich bewegen.

Ich fragte Alex, welches Modell und welche Optionen er empfehlen würde:

„Ich würde den 4S mit PDCC nehmen. Die Hinterachslenkung würde ich auch gern dazunehmen, aber wenn ich mich für eines entscheiden müsste, wäre es PDCC. Damit neigt sich die Karosserie in Kurven kaum, und der Wagen fährt wunderbar geschmeidig. Beim Beschleunigen fühlt es sich so sehr nach Raumschiff an, dass mir die Worte fehlen. (lacht)
Aber auch der Turbo und der Turbo S sind wirklich großartig – die kann ich natürlich ebenfalls empfehlen!“

Vielen Dank, Alex, dass du meine schwierige Frage beantwortet hast!

Allerdings dürfte schon das Basismodell, der 4S, ordentlich kosten. Und beim Turbo rechne ich mit etwa 20 Millionen Yen … Mein Mann meinte:

„Als ich neulich den Konfigurator im Ausland ausprobiert habe, kamen allein für die Optionen am Ende rund drei Millionen Yen zusammen. Während man herumprobiert und denkt: ‚Das will ich auch noch, und das auch …‘, kommt irgendwann der Moment: ‚Moment mal – wenn ich das alles nehme, kann ich gleich den Turbo kaufen …‘ Und dann heißt es: ‚Wenn ich den Turbo schon mit Optionen bestücke, kann ich auch gleich den Turbo S nehmen!‘ So läuft das meistens. (lacht)“

So viel dazu. (lacht)

Schlüssel und Fahrzeugzugang

Bei den herkömmlichen Porsche-Modellen (mit optionalem Porsche Entry & Drive) läuft es so:

① Mit dem Schlüssel in der Tasche den Türgriff anfassen – schon wird das Fahrzeug entriegelt.
② Einsteigen und den Zündschlüssel einstecken und drehen. Bei Modellen ohne Zündschloss dreht man stattdessen den Schlüssel, um den Motor zu starten.
③ Den Wählhebel auf D stellen, die Parkbremse lösen (oder warten, bis sie sich automatisch löst) und losfahren.

Beim Taycan soll der Start noch einfacher und schneller gehen. Alex erklärte es so:

① Nähert man sich mit dem Schlüssel auf etwa sechs Meter, bereitet sich der Taycan auf die Fahrt vor. Bei einem Abstand von etwa zwei Metern fahren die Türgriffe automatisch aus.
② Tür öffnen und die Starttaste drücken (tatsächlich kann man sogar losfahren, ohne die Taste zu drücken) – und schon ist der Taycan fahrbereit.

Das klingt ziemlich clever! Bei all der Zukunftstechnik fragte ich mich, ob auch der Taycan-Schlüssel besonders futuristisch aussieht. Also bat ich darum, ihn mir zu zeigen …

Der sieht ja ganz gewöhnlich aus! (゚∀゚)!!

Spontan sagte ich ziemlich unverschämt: „Der ist ja ganz normal!“ Trotzdem war ich froh, dass Porsche am klassischen Zündschlüssel festhält.

Sicherheitsausstattung

Der ausgestellte Taycan Turbo war serienmäßig mit ACC (Abstandsregeltempostat) ausgestattet. Die ACC-Kamera ist die linke der beiden Kameras in der Frontschürze. Der beim neuen 911 eingeführte „Wet Mode“ ist beim Taycan übrigens nicht an Bord.

Auslieferung

Genaues stand noch nicht fest, aber Bestellungen wurden bereits entgegengenommen. Wer einen frühen Produktionsslot ergatterte, konnte möglicherweise gegen Ende des darauffolgenden Jahres mit der Auslieferung rechnen. Man sollte sich also wohl darauf einstellen, dass das Auto erst im Jahr darauf kommt.

Wartung

An die Wartung hatte ich gar nicht gedacht, bis Alex sie ansprach.

Der Taycan fährt nicht mit einem Benzinmotor – eine Einfahrzeit ist daher ebenso wenig nötig wie ein Ölwechsel. (lacht) Schon am Tag der Auslieferung können Sie richtig Gas geben. Für die Kundendienstabteilung des Händlers ist das vielleicht nicht ganz so erfreulich … tut mir leid!

Stimmt ja … keine Einfahrzeit, kein Ölwechsel – daran muss man sich erst einmal gewöhnen.

Fazit zum Taycan

Nachdem ich alle meine Fragen gestellt hatte, erzählte Alex voller Begeisterung vom Taycan:

„Andere Hersteller nehmen oft ein bestehendes Modell als Grundlage und überlegen dann: ‚Wie bekommen wir den Motor in diesen Bauraum?‘ Porsche dagegen hat den Taycan von Grund auf neu entwickelt. Ohne Kompromisse, mit ganzem Herzen und mit dem Stolz eines Sportwagenherstellers haben wir dieses Auto gebaut.
Deshalb können wir mit voller Überzeugung sagen: Der Taycan ist ein Elektroauto und trotzdem ganz klar ein Sportwagen.
Auch das Design des Taycan ist wirklich außergewöhnlich. Als ich neulich mit ihm durch eine spanische Stadt fuhr, drehten sich die Leute auf der Straße erstaunt um und riefen: ‚Was ist das denn für ein Auto?‘ Einige machten sogar Fotos. Dass der Wagen so viel Aufmerksamkeit auf sich zog, hat mich überrascht.
Als ich im Jahr davor mit einem 911 am selben Ort unterwegs war, hat sich niemand auch nur nach ihm umgedreht. (lacht)
Ich glaube, auch in Japan wird der Taycan die Blicke auf sich ziehen. In der Stadt sieht er einfach unglaublich gut aus.“

Das sagte Alex.

Ich bin zwar keine Expertin und kenne mich nicht mit allen Details aus. Doch als Porsche-Fan habe ich bei dieser Präsentation ganz unmittelbar gespürt, wie viel Porsche-Geist im Taycan steckt – und das hat mich sehr bewegt.

Vielen Dank an H. und Alex, die mich zu dieser Präsentation eingeladen haben!

Mina

ポルシェブログ「ポルシェがわが家にやってきた」管理人、3児の母。数年前までは、車に全く興味が無かったが、夫がポルシェを買ってきたことをきっかけにポルシェの素晴らしさを知り、ついには自分でMT車を購入するなどし、現在に至る。 ブログでは、クルマオタクの夫と、夫に洗脳されていく妻の日常を書いています。

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