Porsche 718 Cayman im Fahrbericht: Was hat sich gegenüber dem 981 verändert?

車, PORSCHE, 718, Cayman
Tests & Fahrberichte

Endlich den 718 Cayman fahren

Vor Kurzem sollte bei unserem Porsche Zentrum, das uns schon lange betreut, der Lautsprecher in unserem luftgekühlten 911 ausgetauscht werden. Und tatsächlich bekam ich für die Dauer des Werkstattbesuchs einen „718 Cayman“ als Ersatzwagen – was für eine Überraschung!

Am Morgen brachte ich erst meine Töchter in ihre jeweiligen Kindergärten und fuhr dann zum Porsche Zentrum. Als ich hineinging, stand direkt vor mir ein leuchtend blauer 718 Cayman.

Sah wahnsinnig gut aus, aber ich dachte natürlich: „Das kann doch unmöglich der Ersatzwagen sein …“ (Natürlich nicht.)

Nach einem kurzen Gespräch mit unserem Ansprechpartner, Herrn H., erklärte er mir: „Diesmal ist es ein Cayman in der Basisversion, nur mit dem Sport Chrono Paket.“ Dann übergab er mir den Schlüssel. Wie beim Boxster gibt es auch beim Cayman zwei Tasten zum Öffnen der Kofferräume.

Der Cayman in GT-silbermetallic

Mit dem Schlüssel in der Hand ging ich zum Hinterausgang, wo der Cayman stand. „Welche Farbe der Ersatz-Cayman wohl hat? Vielleicht Weiß? Oder eine andere helle Farbe?“ fragte ich mich. Dann sah ich ihn: einen silbernen Cayman. Herr H. sagte: „Das ist GT-silbermetallic. Sieht klasse aus, oder?“

Wow, stimmt! Sieht wirklich wahnsinnig gut aus!

Wie so oft war der Himmel an diesem Tag trüb bewölkt (ich bin eben eine Regenmacherin und bringe auch Nebel mit). Bei schönem Wetter wäre ich gern auf dem Royu Driveway eine Runde gefahren, aber wegen Schnee und vereister Fahrbahn war das derzeit keine Option. Für einen Abstecher auf die schönen Landstraßen rund um Sanda (unser „Sanda-Burgring“, wie wir sie nennen: hier geht’s zum Bericht) fehlte die Zeit. Also beschlossen wir, erst einmal zum Ashiya-Strand zu fahren – dort lassen sich schöne Fotos machen.

Der erste Eindruck vom Cayman

Nachdem wir ein Stück gefahren waren, sagte mein Mann unvermittelt: „Ach so, das ist also der 718 Cayman. Der Motorsound unterscheidet sich wirklich deutlich von unserem Sauger im 981.“ Da hatte er recht: Der Klang war ganz anders als das spritzige, hohe Kreischen unseres 981 Boxster GTS und außerdem tiefer, als ich erwartet hatte.

„Findest du nicht auch, dass der Motorsound des 718 ein bisschen an einen luftgekühlten Porsche erinnert?“, fragte ich ihn.

Ja, stimmt. Es ist zwar nicht dieser rein mechanische Klang eines luftgekühlten Motors, aber der Auspuffsound hat etwas Luftgekühltes. Ich bin gerade erst mit unserem Luftgekühlten gefahren, deshalb fällt mir der Unterschied besonders auf. Auch mit einem Vierzylinder-Boxermotor und Turbo klingt der 718 anders als ein Subaru Impreza STI. Der Subaru wirkt pulsierender und klingt eher dumpf und knurrig. Beim Starten klingt der 981 eher wie „Wroooom!“, der 718 dagegen wie „Grrrrrr!“ – klanglich sind die beiden wirklich ganz verschieden.

Dann fuhr er fort:

Da der Cayman kein Cabriolet ist, wirkt er steifer und solider als der Boxster. Der 981 Boxster fühlt sich etwas geschmeidiger an. Auch der Fahrkomfort ist beim Cayman straffer. Er wirkt sogar ein wenig härter als der 981 Boxster GTS mit PASM im Sport-Plus-Modus, als würde er sich besonders fest auf die Straße stemmen. Sicher spielt auch die Weiterentwicklung des Fahrwerks eine Rolle. Für mich ist es so: Der Cayman ist „solide“, der Boxster „geschmeidig“.

Auch vom Beifahrersitz aus merkte ich: Der Cayman fährt straffer und vermittelt mehr Kontakt zur Straße als der Boxster.

Auf unebener Fahrbahn blieb allerdings ein leichtes Nachschwingen, ein „Wippen“, spürbar. „Der Fahrkomfort ist nicht ganz so gut, wie ich erwartet hatte. Vielleicht vergleiche ich ihn zu sehr mit dem Panamera und dem Cayenne, den ich neulich gefahren bin?“, sagte ich. Mein Mann antwortete:

Na ja … Direkte Schläge von der Straße gibt es nicht, deshalb ist das überhaupt nicht unangenehm. Aber bei niedriger Geschwindigkeit auf welligem Asphalt fällt ein leichtes Nachschwingen auf. Es ist eher ein langsam schwingendes Nachfedern und nicht das schnelle Nachschwingen, das man etwa von einem McLaren kennt.
Ob das einfach am Cayman liegt oder daran, dass dieser Wagen kein PASM (Porsche Active Suspension Management) als Sonderausstattung hat, kann ich schwer sagen.
Außerdem habe ich gehört, dass sich der Fahrkomfort beim 718 gegenüber dem 981 verbessert hat. Wenn ich mich an meine Fahrt im 981 Cayman GTS vor längerer Zeit erinnere, fand ich den 981 bei niedrigen Geschwindigkeiten aber angenehmer (vermutlich dank PASM). Bei höherem Tempo nehmen sich beide nichts. Berücksichtigt man aber den stärkeren Fahrbahnkontakt und das solide Fahrgefühl, dürfte der 718 insgesamt für viele das bessere, weiterentwickelte Auto sein.

So sah er es.

Nach einer Weile sagte ich: „Als ich zum ersten Mal Panamera und Cayenne fahren durfte, war ich nach zwei Sekunden schon völlig begeistert und dachte: Was ist das denn bitte für ein unglaubliches Auto! Beim Cayman hatte ich diesen überwältigenden Wow-Moment nicht. Dabei ist er doch ein fantastisches Auto …“ Mein Mann meinte:

Stimmt, ganz so überwältigend war es nicht. Aber wir fahren schließlich regelmäßig den 981 und sind an sein Fahrgefühl gewöhnt. Außerdem hat dieser Wagen erst 6.000 Kilometer auf dem Tacho, vielleicht muss sich das Fahrwerk noch etwas setzen. Die Lenkung ist aber typisch Porsche: Die Linie, die ich mir im Kopf vorstelle, trifft das Auto präzise. Selbst in ganz sanften Kurven spüre ich deutlich, wie alle vier Räder auf der Straße liegen.
Wer noch nie Porsche gefahren ist und zum ersten Mal in einem Cayman sitzt, wird sicher begeistert sein.
Was das Fahrwerk angeht, erinnert mich der Cayman unter den Autos, die ich bisher gefahren bin, am ehesten an den Ferrari 488. Natürlich sind die beiden nicht identisch, aber Fahrbahnkontakt, Komfort bei niedriger Geschwindigkeit und Stabilität hatten für mich auf Anhieb etwas Ähnliches.

Als wir später auf eine weniger befahrene Straße kamen, wechselten wir in den Modus „Sport“ und gaben kräftiger Gas. Da erwachte der Cayman förmlich zum Leben: Er beschleunigte rasant, und auch der Klang des Motors veränderte sich deutlich. (Das optionale Sportabgasanlage-Paket war nicht verbaut, daher war das „Blubbern“ des Auspuffs nur leise zu hören.)

Bei höheren Drehzahlen zeigt sich: Das ist ein echter Porsche.

Nach einer Weile im Sportmodus sagte mein Mann:

Im Normalmodus wirkt der Cayman im dichten Stadtverkehr bei niedrigen Geschwindigkeiten etwas träge. In Sport oder Sport Plus steigt die Leerlaufdrehzahl von 800 auf etwa 1.000 U/min, der Turbolader spricht schneller an und auch das PDK schaltet spontaner. Dadurch beschleunigt der Wagen deutlich bissiger und reagiert flink wie ein Wiesel.
Dazu kommen der drehfreudige Motor und das kräftige Drehmoment. Beim Fahren denkt man wirklich: „Der ist schnell!“ Es ist zwar nur der Cayman in der Basisversion, aber für mich ist er schnell genug. Dank des Turbos fühlt sich die Beschleunigung im Alltag sogar kräftiger an als beim 981 Boxster GTS mit Saugmotor.
Das Fahrwerk wirkt stabiler und vermittelt mehr Fahrbahnkontakt als beim Boxster, sodass man Kurven mit noch mehr Vertrauen nehmen kann. Ob das am unterschiedlichen Modell oder am Generationswechsel vom 981 zum 718 liegt, weiß ich nicht. Aber auf dem Royu Driveway wäre der Cayman vermutlich schneller als der Boxster.

718ケイマン スポーツモード

Innenraum und Fotos vom Cayman

Danach parkten wir den Wagen und legten erst einmal eine kleine Fotosession ein.

Als ich mir den Innenraum noch einmal genauer ansah, dachte ich: Ohne Sonderausstattung wirkt er ehrlich gesagt nicht unbedingt so hochwertig, wie man sich den Innenraum eines luxuriösen Sportwagens vielleicht vorstellt.

Auch mein Mann meinte:

Wer bei einem Sportwagen für mehr als sieben Millionen Yen einen luxuriösen Innenraum erwartet, könnte sich denken: „Wenigstens das Armaturenbrett dürfte hochwertiger wirken.“
Porsche ist zwar eine Premiummarke, aber der Luxus steckt hier vor allem in der Leistung – man sollte keinen pompösen, besonders glamourösen Innenraum erwarten. Wer den Cayman als luxuriöses Statussymbol kauft, könnte deshalb enttäuscht sein.

Was den Stauraum betrifft: Als Mittelmotor-Sportwagen hat der Cayman zwei Kofferräume – vorn und hinten. Der vordere ist ziemlich tief.

Mein Mann fotografierte den Wagen aus verschiedenen Perspektiven und rief plötzlich:

„Was ist denn das? Hier ist ja eine Abdeckung, die ich noch nie gesehen habe!“

Als ich nachsah, entdeckte ich links und rechts im hinteren Kofferraum etwas, das wie eine versteckte Klappe aussah (auch wenn es natürlich keine Geheimtür war).

Dahinter verbarg sich ein kleines Ablagefach. Vielleicht lässt sich dort Pflege- oder Waschausrüstung verstauen?

Beim Boxster sitzt an dieser Stelle der Ansatz des Stoffverdecks. Vielleicht gibt es beim Cayman, der kein aufklappbares Dach hat, deshalb zusätzlichen Stauraum.

Nach dem Fotografieren übernahm ich das Steuer. Wir fuhren auf die Hanshin-Autobahn und machten uns auf den Weg nach Osaka. Als Beifahrerin hatte ich nur gedacht: „Na klar, ein Porsche ist ein gutes Auto.“ Doch selbst am Steuer zu sitzen, ließ mich spüren, was diesen Wagen so unverkennbar zum „Porsche“ macht – und das beeindruckte mich sehr.

Die Lenkung reagiert präzise, das Auto setzt jeden Gasbefehl direkt um und die Bremsen packen kräftig zu. Auch die Stabilität auf der Autobahn und die Beschleunigung beim Einfädeln lassen keine Wünsche offen.

Einen Porsche muss man selbst fahren – erst dann zeigt er, was in ihm steckt!

Das wurde mir wieder einmal klar. Ohne dass uns auch nur eine Kleinigkeit störte, waren wir im Nu in der Innenstadt von Osaka angekommen. Dort parkten wir den Cayman in einem Parkhaus. Anders als unser Panamera, der rund zwei Meter breit und über fünf Meter lang ist, passt der Cayman fast überall hinein, ohne dass man erst nachmessen muss. Was für eine Erleichterung! (lacht)

Allerdings hatte ich mich so sehr an den 360-Grad-Parkassistenten des Panamera gewöhnt, dass mir das Einparken im Cayman trotz seiner kompakteren Maße schwerfiel. Danach hieß es Abschied nehmen. Mein Mann nahm den Cayman am Abend mit nach Hause und fuhr dafür extra einen Umweg. Später sagte er:

Auch auf der Autobahn beschleunigt er richtig schnell – im Nu steht da eine 1 vor der Geschwindigkeit! Und bei der Stabilität gibt es absolut nichts zu beanstanden. Am Anfang war mir der Auspuffsound etwas fremd, aber je länger man fährt, desto mehr kommt man auf den Geschmack!

Fazit zum Porsche 718 Cayman

Zum Schluss noch die Gesamtbewertung meines Mannes zum 718 Cayman.

Der Cayman bietet ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis unter den Porsche-Modellen. Ab etwa sieben Millionen Yen bekommt man ein Auto, das sich ganz und gar wie ein Porsche fährt. Manche halten Cayman und Boxster für Porsche-Modelle zweiter Klasse oder sehen auf sie herab. Das ist völliger Unsinn. Beschleunigung, Kurvengeschwindigkeit und Bremsleistung werden dem Namen Porsche voll gerecht.
Für diese Fahrleistungen ist der Preis attraktiv. Aus meiner persönlichen Erfahrung gibt es viele Fälle, in denen der Cayman beim Fahren deutlich besser ist als wesentlich teurere Autos anderer Marken.
Wenn ich mir einen Cayman kaufen würde, dann entweder die Basisversion oder den kürzlich vorgestellten Cayman T. Ich würde PASM und das Sport Chrono Paket wählen und, wenn möglich, auch PCCB. Das Fahrwerk ohne PASM ist Geschmackssache, aber für alle, denen die Fahrdynamik besonders wichtig ist, kann es genau richtig sein. Wer mehr Wert auf Komfort legt, sollte PASM wählen.

Das kann ich gut nachvollziehen. Nach der Fahrt hatte ich das Gefühl, dass der Cayman seine Qualitäten erst nach und nach offenbart. Je länger man mit ihm unterwegs ist, desto öfter denkt man: „Ja, das ist ein Porsche“, „Was für eine Lenkung!“ oder „Unglaublich, dass dieses Auto nur ein Drittel so viel kostet wie ein Panamera Turbo!“ Und genau damit zieht er einen immer mehr in seinen Bann.

Nachdem ich nun den 718 Cayman fahren durfte, würde ich als Nächstes gern den 718 Boxster ausprobieren …

Einen ausführlichen Fahrbericht zum 718 Cayman findet ihr hier: „Porsche Owners File #8: Kauf, Sonderausstattung und Fahrbericht zum 718 Cayman“. Schaut gern auch dort vorbei.

【ポルシェオーナーズファイル #8】718ケイマン 購入・オプション・走行レビュー

Mina

ポルシェブログ「ポルシェがわが家にやってきた」管理人、3児の母。数年前までは、車に全く興味が無かったが、夫がポルシェを買ってきたことをきっかけにポルシェの素晴らしさを知り、ついには自分でMT車を購入するなどし、現在に至る。 ブログでは、クルマオタクの夫と、夫に洗脳されていく妻の日常を書いています。

Profile

Hiro

Ich bin Minas Ehemann. Ich fahre Autos nicht als Mode oder Statussymbol. Mir gefallen Wagen, die Spaß machen, als Industrieprodukt überzeugen und in denen man die Absicht der Macher spürt. Lange Touren sind meine Leidenschaft, und ein Auto zählt erst, wenn man es fährt. An freien Tagen reise ich mit unseren Wagen durch Japan. Im Blog schreibe ich vor allem Fahrberichte und Tourenberichte und kümmere mich um die Technik der Seite und ums Tuning.

Profile

Wenn Ihnen dieser Blog gefällt, folgen Sie ihm.

Kommentare schließen
  • Comment ( 0 )

  • Trackbacks are closed.

  1. No comments yet.