Royu Driveway: Streckenführer und wichtige Tipps
Veröffentlicht: 2019.08.11
Mein Mann ist mindestens zweimal pro Woche auf dem Royu Driveway unterwegs. Auch ich habe es erst vor Kurzem endlich zum Aussichtspunkt am Royu Driveway geschafft und beginne nun, den Reiz dieser Strecke selbst zu entdecken. Deshalb stelle ich heute einen Beitrag meines Mannes vor: Er erklärt, worauf es beim Fahren auf dem Royu Driveway ankommt.
コンテンツ
Der Royu Driveway
Der Royu Driveway ist eine rund zehn Kilometer lange Mautstraße mit insgesamt etwa 37 Kurven unterschiedlicher Größe. Auf Japanisch wird der Name „Royu“ ausgesprochen. Manche sprechen die Vokale etwas länger aus, etwa „Rōyū“.
Die Straße wurde 1962 eröffnet. Eine Besonderheit: Obwohl sie mautpflichtig ist, liegen innerhalb des Gebiets auch Wohnviertel. Früher waren nachts viele Tuner und sportliche Fahrer unterwegs; Aufnahmen davon findet man noch heute auf YouTube. Inzwischen ist es deutlich ruhiger geworden. Die Straße ist meist wenig befahren und von Osaka und Kobe aus gut erreichbar.

Wichtig für Motorradfahrer: An Wochenenden und Feiertagen sind Motorräder auf dem Royu Driveway nicht zugelassen. Solche Einschränkungen gibt es auch auf anderen Straßen im Rokko-Gebirge. Es wäre höchste Zeit, diese Regelung einmal zu überdenken.
Ich bin seit rund 20 Jahren regelmäßig auf dem Royu Driveway unterwegs und fahre inzwischen sogar unter der Woche vor der Arbeit dort vorbei. Für alle, die zum ersten Mal hierherkommen, habe ich die Strecke und die wichtigsten Hinweise zusammengestellt.
Mautgebühren
Das Gebührensystem kann auf den ersten Blick etwas verwirrend sein. Für einen Pkw kostet die komplette Strecke 930 Yen. Wer am Hōden-Mauthausen abfährt, zahlt 420 Yen.
Wer vom Ashiya-Mauthausen bis zum beliebten Higashi-Rokko-Aussichtspunkt fährt, dort umkehrt und anschließend wieder am Ashiya-Mauthausen ausfährt, zahlt ebenfalls 420 Yen. Da das nicht unbedingt auf Anhieb klar ist, hier eine Übersicht.
Bitte daran denken: ETC und Kreditkarten werden nicht akzeptiert – Bargeld nicht vergessen.
Gebühren für die Hin- und Rückfahrt zum Higashi-Rokko-Aussichtspunkt
| Streckenabschnitt | Gebühr |
| ① Ashiya-Mauthausen ⇔ ⑨ Higashi-Rokko-Aussichtspunkt | 420 Yen |
| ⑪ Hōden-Mauthausen ⇔ ⑨ Higashi-Rokko-Aussichtspunkt | 420 Yen |
| ⑳ Arima-Mauthausen ⇔ ⑨ Higashi-Rokko-Aussichtspunkt | 530 Yen |
Streckenkarte
Für alle, die den Royu Driveway fahren möchten, habe ich eine Streckenkarte erstellt. Bei der Recherche nach Namen für die einzelnen Kurven bin ich allerdings nirgendwo fündig geworden. Deshalb habe ich mir kurzerhand selbst Namen für die verschiedenen Abschnitte und Kurven ausgedacht. (Ich hänge nicht an diesen Namen: Wenn euch bessere einfallen oder ihr die offiziellen Bezeichnungen kennt, schreibt sie gern in die Kommentare.)

Streckenkarte des Royu Driveway
① Ashiya-Mauthausen
Wer aus Richtung Ashiya kommt, startet hier auf den Royu Driveway. Auch die Anfahrt aus der Stadt führt über eine kurvige Straße, sie ist jedoch recht schmal und hat viele Fahrbahnstifte – besonders viel Fahrspaß kommt dabei nicht auf.
Die Mautstation funktioniert sowohl mit Rechts- als auch mit Linkslenkern. Da es keine Schranke gibt, kann man leicht einfach durchfahren. Vergesst also nicht, euer Ticket mitzunehmen.
Direkt hinter der Mautstation befindet sich ein Parkplatz. Dort stellen unter anderem Wanderer ihre Autos ab. Toiletten und Getränkeautomaten sind ebenfalls vorhanden.
Wenn ein langsameres Auto vor euch fährt, könnt ihr hier kurz pausieren und es vorbeiziehen lassen. Wartet, bis die Strecke frei ist, bevor ihr weiterfahrt.
② Akaiike-Kurve
An dieser sanften Kurve führt eine kleine Brücke über den Bach, der aus Akaiike herabfließt.
Im Winter kann die Brücke vereist sein – fahrt hier besonders vorsichtig.

③ Okuike-S-Kurve
Kurz hinter der Akaiike-Kurve folgt eine S-Kurve. Auch hier gibt es einen Abschnitt mit einer Brücke, auf der im Winter Glätte drohen kann. Danach erreicht ihr ein Wohngebiet – also Tempo reduzieren.
④ Okuike-Gerade
Hier gilt: Stellt euch diesen Abschnitt wie eine Boxengasse vor. Die Straße führt durch das Wohngebiet Okuike, wo es viele Fußgängerüberwege und Wanderer gibt.
Gerade in den frühen Morgenstunden ist schnelles Fahren eine erhebliche Belästigung für die Anwohner. Offenbar gehen weiterhin regelmäßig Beschwerden ein; gelegentlich fährt die Polizei nach Hinweisen aus der Nachbarschaft bis zum Aussichtspunkt hinauf.
Fahrt hier unbedingt langsam, mit einem hohen Gang und ohne den Motor hochzudrehen. Fahrer eines 991 GT3 RS können die Geschwindigkeitsbegrenzungsfunktion für die Boxengasse nutzen.
Außerdem sind hier gelegentlich mobile Geschwindigkeitskontrollen oder Motorräder der Polizei im Einsatz. Fahrt daher besonders vorsichtig und langsam.
⑤ Shakegō-Kurve
Man kann sagen: Hier beginnt die eigentliche Strecke des Royu Driveway. Die mittelschnelle Kurve knickt fast im rechten Winkel nach links ab. Mit einem Auto, das ein gutes Fahrwerk hat, ist sie ein echtes Vergnügen.
Der Name Shakegō geht auf die Ortsbezeichnung Koshimizu-Shakegōyama in der Stadt Nishinomiya zurück.
⑥ Shakegō-Gerade
Hinter der Shakegō-Kurve wartet eine lange, ansteigende Gerade mit einer sanften Rechtskurve. Unterwegs gibt es eine Ausweichbucht, in der ihr anhalten und Fotos machen könnt. Besonders im Herbst, wenn sich das Laub verfärbt, ist die Aussicht wunderschön.

⑦ Shakegō-Haarnadelkurve
Mit zunehmender Höhe folgt eine weite, sanft verlaufende Haarnadelkurve. Sie gehört zu den besonders schönen und angenehmen Kurven der Strecke – auch die Aussicht ist großartig.
⑧ Royu-Schleife
Eine annähernd kreisförmige Kurve mit einem Radius von etwa 90 Metern.
Auf halber Strecke liegt der Kanai-Tunnel. Gleich danach befindet sich die Einfahrt zum Aussichtspunkt – fahrt hier also unbedingt mit angepasster Geschwindigkeit.
⑨ Higashi-Rokko-Aussichtspunkt („Oyama“)
Der Aussichtspunkt wird umgangssprachlich auch „Oyama“ genannt. Wenn jemand sagt: „Heute fahre ich auf den Oyama“, bedeutet das, dass er zum Higashi-Rokko-Aussichtspunkt am Royu Driveway fährt.
Jeden Sonntag versammeln sich hier von etwa 8 bis 11 Uhr ganz ungezwungen Autoenthusiasten aus der Kansai-Region.
Am Aussichtspunkt gibt es das Ashiya RouteCafe, das nur an Wochenenden und Feiertagen geöffnet ist. Dort könnt ihr Kaffee und kleine Snacks genießen.

Der Aussichtspunkt ist auch als Drehort der japanischen TV-Serie „Hanzawa Naoki“ bekannt. Von hier aus überblickt man die Osaka-Ebene. Bei guter Sicht sind sogar der Kansai International Airport, die Berge von Wakayama und der Abeno Harukas zu erkennen. Nachts bietet sich ein besonders schöner Blick auf die beleuchtete Osaka-Ebene und Teile von Kobe.

⑩ Hōden-S-Kurve
Hier reiht sich eine sanfte S-Kurve an die nächste. Wie leicht und flüssig sich diese Passage fahren lässt, verrät schon einiges über den Fahrspaß, den ein Auto bietet.
Am schönsten ist es, die Kurven entspannt zu durchfahren.
⑪ Hōden-Mauthausen
Von hier aus geht es links zum Rokko-Gebirge und rechts in Richtung der Stadtzentren von Nishinomiya und Takarazuka.
Wer am ① Ashiya-Mauthausen auffährt und hier wieder abfährt, zahlt mit einem Pkw 420 Yen.
⑫ Royu-Tunnel
Der längste Tunnel am Royu Driveway. Selbst an sonnigen Tagen ist die Fahrbahn im Tunnel oft nass – Vorsicht ist also geboten.
Und fast immer spritzt dabei etwas Wasser auf die Kotflügel des Autos.
⑬ Royu-Esse
Der Abschnitt erinnert mich an die Esses im Bergbereich des Mount Panorama Circuit – daher der Name. (lacht)
Hier folgen schmale Kurven mit deutlichen Höhenunterschieden aufeinander. Dazu kommen Fahrbahnstifte, deshalb ist eine behutsame Lenkung gefragt. Übertreibt es hier nicht.
⑭ Jūhatchō-Kurven
Zwei Kurven mit jeweils annähernd 90 Grad führen entlang des Berges Jūhatchō und anschließend zum Arima-Tunnel.
⑮ Arima-Kurve
Von oben betrachtet zeichnet diese weitläufige Kurve ein großes C. Sie lässt sich flüssig und entspannt durchfahren.
Unterwegs gibt es einen kleinen Aussichtspunkt, von dem aus ihr auf den Kurort Arima Onsen und in Richtung der Stadt Sanda blicken könnt. Auch Getränkeautomaten sind vorhanden. Hier treffen sich oft Fahrer, die besonders viel Freude am Fahren haben. Ein kleines Stück weiter liegt außerdem der Hokusettsu-Aussichtspunkt, eine noch kleinere Ausweichbucht.
⑯ Arima-Haarnadelkurve
Die Kurve ist überhöht, was die Auffahrt aus Richtung Arima etwas einschüchternd machen kann. Hier ist fahrerisches Können ebenso gefragt wie ein leistungsfähiges Auto.
⑰ Arima-Quadratkurve
Die Kurve ähnelt einem kleinen Karussell am Nürburgring, ist von oben betrachtet jedoch eher viereckig – daher der Name.
Am Kurveneingang liegt die etwas größere Ausweichbucht Kinsenji-See-Aussichtspunkt. Ich nutze sie gern als Fotostopp. Man könnte sie mit dem Parkplatz Goshonoiri am Hakone Turnpike vergleichen.

⑱ Kinkyō-Brücken-S-Kurve
Diese S-Kurve liegt nahe der Straßenbrücke Kinkyō. Durch die Höhenunterschiede macht sie besonders viel Spaß.
Die Kinkyō-Brücke erinnert ein wenig an die Hōzuki-Brücke am Hakone Turnpike, ist aber deutlich kleiner – man könnte sie als „Mini-Hōzuki-Brücke“ bezeichnen. Sie soll die einzige Straßenbrücke in Japan sein, bei der eine Aluminiumlegierung als tragender Baustoff verwendet wurde.
⑲ Zuihōji-Kurve
Auf dem Weg zum Arima-Mauthausen folgen mehrere sanfte Kurven. Sie lassen sich leicht und angenehm fahren. Bei dem blauen Schild mit der Aufschrift „Mauthausen in 200 m“ befindet sich eine Ausweichbucht.
⑳ Arima-Mauthausen
Von hier aus ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum Kurort Arima Onsen. Wer vom ① Ashiya-Mauthausen bis hierher fährt, zahlt mit einem Pkw für die einfache Fahrt 930 Yen.
Diese Regeln solltet ihr unbedingt beachten
Der Royu Driveway ist eine Straße, auf der das Fahren viel Freude macht – aber natürlich ist er keine Rennstrecke. Hier fahren auch Touristen, Linienbusse und Anwohner. Es versteht sich von selbst, dass ein einziger Fehler zu einem schweren Unfall führen kann. Lasst beim Fahren genügend Sicherheitsabstand und nehmt Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer. Wer schon einmal auf einer Rennstrecke gefahren ist, weiß: Auf öffentlichen Straßen unverantwortlich zu rasen, ist wirklich gefährlich.

Wie oben erwähnt, gilt das ganz besonders für die ④ Okuike-Gerade: Hier darf auf keinen Fall gerast werden. Bitte fahrt möglichst leise und langsam, um die Anwohner nicht zu stören.
Für Autoenthusiasten aus Kansai ist der Royu Driveway ein echter „heiliger Ort“. Damit dieser Treffpunkt auch in Zukunft erhalten bleibt, haltet euch bitte an die Regeln und nehmt Rücksicht aufeinander.
Hier geht es zur Google-Maps-Version.
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