【Porsche-Fahrer berichten #22】911 Carrera 4 GTS (991): Kauf, Ausstattung und Fahrbericht
公開日:2020.06.23
Aus dem Wunsch unserer Leserinnen und Leser, die ungefilterten Erfahrungen verschiedener Porsche-Besitzer zu teilen, entstand die Reihe „Porsche-Fahrer berichten“. In der 22. Ausgabe schildert „Manma“ seine Erfahrungen mit dem 911 Carrera 4 GTS – vom Kauf über die Ausstattung bis zum Fahrbericht.
〘Informationen zum Besitzer〙
・Vorgestelltes Fahrzeug: 911 Carrera 4 GTS, Vorfacelift der Baureihe 991 (Modelljahr 2015)
・Pseudonym: Manma
・Wohnort und Wohnsituation: Hokkaido / Wohnung
・Familie: vierköpfige Familie mit Ehefrau (Führerschein vorhanden, aber kaum Fahrpraxis), einem Sohn in der Oberstufe und einer Tochter in der Mittelstufe
・Bisherige Fahrzeuge:
Honda Prelude (BB4) → Honda Integra Type R (DB8) → Honda Odyssey (RB1) + NSX (NA1) → Audi A6 Avant (C6) → Audi S4 (B8) → BMW M3 Limousine (E90) → Porsche Panamera 4S (971) → Mercedes-AMG CLS 53 (C257). Zusätzlich zu Letzterem ist nun mit dem Carrera 4 GTS mein erster 911 bei uns eingezogen.
・Eine Botschaft an die Leser: Ich hoffe, dass meine Erfahrungen allen weiterhelfen, die über den Kauf eines 911 nachdenken.
1) Wie es zum Kauf kam
Vielleicht klingt es etwas anmaßend, aber wie ich bereits in „Porsche-Fahrer berichten #11“ geschrieben habe, gilt für meine Autowahl grundsätzlich: schnell, gut aussehend und eine schön beleuchtete Instrumententafel. In dieser Hinsicht erfüllen Porsche-Modelle meine Wünsche perfekt.
Aus verschiedenen Gründen gab ich meinen Panamera 4S (971) nach nur acht Monaten wieder ab. Doch anders als das Sprichwort „Aus den Augen, aus dem Sinn“ vermuten lässt, wurde mein Wunsch, wieder einen Porsche zu fahren, mit der Zeit immer stärker – man könnte es wohl „Porsche-Entzug“ nennen. Gleichzeitig war der Mercedes-AMG CLS 53 so ein großartiges Auto, dass mir der Gedanke, ihn zu verkaufen, gar nicht kam. Also beschloss ich kurzerhand, meinen Fuhrpark zu erweitern.
Zufällig sah ich in der Nachbarschaft ein Auto, bei dem es sich um meinen früheren Panamera gehandelt haben könnte. Auch das hat meine Entscheidung wohl beeinflusst … Ein Panamera, der sieht wirklich toll aus.

Da ich ein zusätzliches Auto suchte, wollte ich bei der Wahl keine Rücksicht darauf nehmen müssen, ob die Familie mitfährt. Es sollte ein reiner Sportwagen sein – nur für mich. Also stand mein Entschluss fest: Diesmal sollte es ein 911 werden.
Auch den aktuellen 992 hatte ich in Betracht gezogen. Doch meine bescheidenen Kenntnisse rund ums Auto und meine Rückschau gaben letztlich den Ausschlag für einen 991.1 mit Allradantrieb: Die Modellreihe war noch von Saugmotoren geprägt, luftgekühlte Modelle erschienen mir eher etwas für Liebhaber, und mein Interesse an Porsche war ursprünglich durch die Rückleuchten des 991 Carrera 4 geweckt worden. Deshalb suchte ich nach einem 911 der Baureihe 991.1 als Porsche Approved Gebrauchtwagen.
Bei meiner täglichen Suche nach Approved-Fahrzeugen fiel mir der GTS mit seinen schwarzen Exterieurdetails besonders ins Auge. Außerdem war die Suche nach einem GTS einfacher, weil Sport Chrono Paket und Sportabgasanlage serienmäßig an Bord sind. So konzentrierte ich mich nach und nach auf dieses Modell.
2) Ausstattung und Optionen
Carraraweißmetallic, GTS Interieur-Paket (Karminrot), Sitzheizung vorn links und rechts, BOSE Surround Sound-System, Rückfahrkamera (möglicherweise nachgerüstet? Es ist nur eine Kamera vorhanden, keine Sensoren)
Bei der Suche nach einem Approved-Fahrzeug legte ich folgende Muss-Kriterien fest:
1. Außenfarbe in Weiß oder einem ähnlichen Farbton
2. Option: GTS Interieur-Paket (Farbe beliebig)
3. Originalräder: schwarz lackierte 20-Zoll-Räder im Design des 911 Turbo S mit Zentralverschluss
4. Rechtslenker
Schon 991.1, GTS und Allradantrieb zusammen sind eine seltene Kombination. Mit den vier zusätzlichen Kriterien war es daher nicht leicht, ein passendes Fahrzeug zu finden. Eines Tages entdeckte ich dann auf der Website eines Porsche-Zentrums in Tokio meinen heutigen Wagen, der erst am selben Tag neu eingestellt worden war. Ich bestellte ihn noch am selben Tag, ohne ihn zuvor persönlich gesehen zu haben.

Einen Preisnachlass gab es zwar nicht, doch dank des Entgegenkommens meines Ansprechpartners erhielt ich eine kostenlose Lackversiegelung, eine Folierung der Heckscheibe und einen Satz neuer Reifen.
Die Umrüstung des Tagfahrlichts per Codierung gab ich auf, nachdem mein Porsche Zentrum vor Ort davon abriet (beim Porsche Zentrum, bei dem ich das Auto gekauft hatte, schien Codieren kein besonderes Problem zu sein – offenbar handhaben die einzelnen Porsche Zentren das unterschiedlich)..
3) Der Weg zur Auslieferung
・Bestellung: Anfang Januar 2020 → Auslieferung: Ende Januar 2020
4) Meine Erfahrungen mit der Porsche-Performance
① Motor
Der frei saugende 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxermotor leistet 430 PS und entwickelt 440 Nm. Schon beim Start sorgt sein kraftvoller Klang unweigerlich für Gänsehaut (je nach Uhrzeit und Umgebung muss man allerdings ein wenig Rücksicht nehmen).
Beim Anfahren liefert der Motor, wie im Prospekt versprochen, auch bei niedrigen Drehzahlen ausreichend Drehmoment. So erreicht man beispielsweise nach dem Anfahren an einer Ampel ohne Mühe die gewünschte Reisegeschwindigkeit.
Selbst nach dem Umstieg aus dem CLS 53 in den 911 fehlt es mir weder an Durchzug noch an Leistung. Beim E90 M3 Limousine erinnere ich mich dagegen an das Gefühl, dass das Auto im unteren Drehzahlbereich trotz kräftigen Gasgebens nicht ganz so zügig vom Fleck kam (beim Doppelkupplungsgetriebe des M3 gab es keinen Kriechgang – könnte das damit zusammenhängen?).
Beim 911 reagiert das Gaspedal präzise und unmittelbar auf jede Eingabe – ob ich sanft oder kräftig beschleunige. Diesen Eindruck hatte ich auch beim Panamera 4S (971) und beim 992 Carrera 4S, den ich probegefahren bin. Offenbar ist das ein gemeinsames Merkmal der Porsche-Modelle.
Der Drehzahlmesser schnellt bei jedem Gasstoß flink nach oben, und die Kraft wird ohne spürbare Verluste auf die Straße gebracht. Das fühlt sich an, als wären Fahrer und Auto eins.
Der Motorsound wird ab 2.500 U/min kerniger und erinnert ab etwa 4.000 U/min mit seinem hellen, mitreißenden Klang an einen VTEC-Motor. Danach dreht der Motor mühelos weiter hoch (laut den veröffentlichten Angaben verändert sich der Klang bei 4.300 und 6.300 U/min; subjektiv nehme ich es wie oben beschrieben wahr).
Für mich gehört der klare, unverfälschte Klang bei hohen Drehzahlen zu den besonderen Reizen des Saugmotors und des GTS. Ich bin wirklich froh, sowohl den 911 als auch das GTS-Modell für mich entdeckt zu haben.

Das sind meine Eindrücke im Normal-Modus. Im Sport-Modus reagiert der Motor noch direkter, und der Klang gewinnt deutlich an Klarheit und Kraft (dazu trägt die zusammen mit dem Sport-Modus aktivierte Sportabgasanlage wesentlich bei). Als Laie fühlt es sich fast so an, als säße ich in einem Rennwagen.
Die Sportabgasanlage klingt so großartig, dass ich sie am liebsten ständig eingeschaltet lassen würde. Ehrlich gesagt hätte ich nicht erwartet, dass sich der Klang beim Ein- und Ausschalten so stark verändert.
Der Sport-Plus-Modus ist für mich dagegen eine Nummer zu viel: Die Schaltpunkte liegen bei deutlich höheren Drehzahlen, schon leichtes Verzögern oder ein kurzer Gasstoß führen zum Herunterschalten, und die Gasannahme ist so extrem direkt, dass sich die Kraft beinahe vom Gaspedal bis in meinen rechten Fuß zu übertragen scheint.
Die Beschreibung in der Betriebsanleitung, der Modus sei auf „die Nutzung auf der Rennstrecke ausgelegt …“, trifft es für mich absolut.
② PDK
Die Beschreibung des PDK im Prospekt des 991.1 Carrera und Carrera S unterscheidet sich kaum von der des GTS. Deshalb ist es nicht leicht, eine spezielle GTS-Funktion auszumachen. Im Vergleich mit dem Panamera und dem M3 finde ich das PDK im 911 jedoch spürbar geschmeidiger.
Im Sport- und Sport-Plus-Modus tritt die Schaltgeschwindigkeit noch deutlicher hervor als die sanfte Gangwechselcharakteristik. Besonders im Sport-Plus-Modus wechselt das Getriebe blitzschnell die Gänge.
Was den Klang angeht, kann ich dem Blogbetreiber nur zustimmen: Beim Gangwechsel gibt es tatsächlich ein „Paff!“. Für mich ist das schon aufregend genug, aber auch das „Pschsch!“ des 981 GTS würde ich gern einmal hören.
Nebenbei bemerkt: Für meinen Geschmack könnten die Schaltwippen schon bei einem kürzeren Druck schalten. Die Bedienung beim 992 Carrera und beim Panamera (971) kommt meiner Vorstellung von einem üblichen Schaltvorgang näher.
Die Gangwechsel allein über das Gaspedal zu steuern, habe ich allerdings noch nicht gelernt. Dafür brauche ich wohl noch etwas Zeit.
③ Lenkverhalten
Am stärksten spüre ich die Einheit mit dem Auto, wenn ich das Lenkrad einschlage.
Es fühlt sich an, als würden alle vier Reifen jederzeit mit der richtigen Gewichtsverteilung und optimalem Grip auf der Straße bleiben. Ob bergauf, bergab oder in Kurven: Der 911 klebt förmlich am Asphalt, als hielten ihn starke Magnete auf der Fahrbahn. Dieses Lenkverhalten bewegt sich in einer eigenen Liga.
Der Wagen bleibt jederzeit präzise und leichtfüßig. Bei jeder Lenkbewegung – ob an einer Kreuzung oder auf kurvigen Landstraßen – bin ich aufs Neue begeistert.

Im Sport-Plus-Modus wird alles noch einmal deutlich schärfer. Es fühlt sich an, als würde plötzlich ein Video im doppelten Tempo laufen: Die Landschaft, die ich vom Fahrersitz aus sehe, scheint in rasanten Sprüngen an mir vorbeizuziehen.
Mein Wagen hat übrigens ein PASM-Serienfahrwerk. Ich frage mich, wie sich die Kombination mit dem PASM-Sportfahrwerk – Serie beim 991.2 GTS – oder mit PDCC fahren würde. Auch die Möglichkeiten des Porsche-Fahrwerkskonzepts faszinieren mich. Eine Hinterachslenkung war beim 991.1 GTS nicht erhältlich.
④ Verbrauch
In der Stadt liegt der Verbrauch bei etwa 5–6 km/l, auf der Autobahn bei rund 10 km/l. Mein Eindruck ist, dass der 911 damit etwas mehr verbraucht als der Panamera 4S (971). Der Tankstutzen sitzt vorn. Hat ein gewisser Tankfüllstand vielleicht auch einen positiven Einfluss auf die Balance des Autos?
Seit dem Erdbeben in Ost-Hokkaido vor zwei Jahren achte ich darauf, den Tank nicht unter die Hälfte zu fahren. Trotzdem frage ich mich, ob sich das Fahrverhalten je nach Kraftstoffmenge verändert.

⑤ Fahrkomfort und Fahreindruck
Als ich einmal auf dem Beifahrersitz eines 997 Carrera 4S saß, hatte ich beim Beschleunigen aus mittlerer Geschwindigkeit das Gefühl, die Vorderräder würden leicht. Bei meinem 911 ist das nicht der Fall: Die Reifen fühlen sich in jeder Situation an, als würden sie fest auf der Straße haften. Zugleich ist das Fahrgefühl deutlich geschmeidiger und komfortabler, als ich erwartet hatte. Für einen Sportwagen fährt sich der 911 ausgesprochen angenehm.
Allerdings werden Unebenheiten immer spürbar – unabhängig davon, ob es sich um Fahrbahnübergänge auf Brücken oder eine raue Straße handelt. Daher frage ich mich manchmal, ob sich Mitfahrende daran stören könnten.
Der 991.2 GTS hat serienmäßig das PASM-Sportfahrwerk. Ist es deshalb grundsätzlich härter abgestimmt? In diesem Blogbeitrag (Porsche 911 GTS vom 5. April 2020
(Fahrbericht zum 991 Facelift) – ein Bericht meiner Frau über den Alltagseinsatz) klingt es jedenfalls danach.
Der Sitz ist tief positioniert und man sitzt regelrecht darin. Dadurch sitze ich niedriger als die Fahrer der meisten anderen Autos. Die niedrige Sitzposition, mit Leitplanken oder den Reifen eines parallel fahrenden Autos direkt neben sich, ist typisch für einen Sportwagen und trägt für mich zum besonderen Fahrerlebnis bei.
Mein Wagen hat die serienmäßigen Sportsitze Plus. Bei Halt und Komfort erfüllen sie meine Erwartungen voll und ganz. Direkt nach der Auslieferung fand ich es etwas billig wirkend, dass sich die Sitze von Hand vor- und zurückschieben lassen. Da ich die Position aber kaum verändere, stört es mich inzwischen nicht mehr.
Die Wahl zwischen Sportsitz und Sportsitz Plus hängt ebenso vom persönlichen Geschmack und der Nutzung ab wie die Frage, ob sich die 14-Wege-Sitze mit besserem Seitenhalt und Easy-Entry-Funktion lohnen. Ich möchte mich weiter informieren und die verschiedenen Varianten bei Besuchen im Porsche Zentrum selbst ausprobieren.

Auch die serienmäßigen Bremsen verdienen Erwähnung: Die Bremsen des 911 packen so kräftig zu, dass das Lob „die besten Bremsen der Welt“ nachvollziehbar ist. Eine starke Bremsleistung sorgt beim Fahren unmittelbar für ein Gefühl der Sicherheit.
Laut Prospekt beträgt der Durchmesser der serienmäßigen Bremsscheiben vorn 340 mm und hinten 330 mm. Mit der Porsche Ceramic Composite Brake (PCCB) sind es 350 mm.
⑥ Reaktionen der Familie
Vielleicht hat meine Frau erkannt, dass ihre Worte bei mir ohnehin nichts bewirken. Vielleicht geht sie auch davon aus, dass man ein Auto jederzeit wieder verkaufen kann. Als ich ihr von meinem Kauf erzählte, tat sie jedenfalls gleichgültig und fragte nur: „Kannst du den Kredit auch wirklich abbezahlen? Na ja …“
Mein Sohn (wie viele junge Leute interessiert er sich kaum für Autos) meinte: „Papa kauft Autos, als würde ich einen Druckbleistift ersetzen.“ Was genau er damit sagen wollte, ist mir nicht ganz klar. Meine Tochter dagegen ließ mich wissen: „Das alte Auto (der Panamera 971) war schöner! Diese runden Scheinwerfer beim 911 mag ich nicht!“ Insgesamt muss ich zu Hause also einiges einstecken.
⑦ Was mir besonders gefällt
Die schönen Kurven des 911 beeindrucken mich immer wieder. Je nach Blickwinkel und Lichteinfall kann ich den Wagen einfach nur ansehen und bin sprachlos. Die schwarz lackierten Exterieurteile, die breiten hinteren Kotflügel und vor allem das durchgehende LED-Leuchtenband am Heck – beim 991 ein Merkmal der Allradmodelle – bringen die Schönheit des 911 besonders gut zur Geltung.
Den Schlüssel ins Zündschloss stecken, drehen und den Motor starten – anfangs fragte ich mich, ob ein Schlüssel in Form eines Autos wirklich gedreht werden muss. Inzwischen gehört diese kleine Zeremonie zu meinen Lieblingsmomenten.
Und wenn ich mit dem Schlüssel die Türen ver- oder entriegle, ertönt ein „Klack“ aus dem Auto. Auch das klingt für mich irgendwie sportlich.
Das Alcantara fühlt sich gut an, und auch die Carbon-Elemente des GTS Interieur-Pakets gefallen mir sehr.
Und dann ist da natürlich noch der Motorsound. Dass der Rennsportklang direkt hinter dem Fahrersitz entsteht, ist ein Erlebnis abseits des Alltags, das mich jedes Mal aufs Neue begeistert.
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