Ein unvergesslicher Wagen aus der Autobiografie meines Mannes: Wiedersehen mit dem Honda Legend Coupé (KA8)
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Wiedersehen mit dem Legend Coupé
Eines Tages entdeckte ich auf Instagram den Besitzer eines Legend Coupés, das ich so sehr liebte. Wir kamen ins Gespräch, und wie sich herausstellte, wohnte er ganz in der Nähe. Er besaß ein Legend Coupé Alpha Touring in nahezu originalem Zustand.
Wir verabredeten uns am Royu Driveway. Der Besitzer war noch Student. Wie ich erfuhr, gehörte der Wagen ursprünglich seinem Vater, und er hatte ihn von ihm übernommen. Außerdem war auch er leidenschaftlicher Autofahrer.
Es war, als würde ich meinem früheren Ich begegnen. Ich freute mich riesig, und wir waren so in unser Gespräch über Autos vertieft, dass wir völlig die Zeit vergaßen.

Das Legend Coupé, das ich diesmal sehen durfte, ist wie mein damaliger Wagen ein Alpha Touring.
Der Alpha Touring war die Topausstattung: mit 16-Zoll-Leichtmetallrädern, straffer abgestimmtem Fahrwerk, eigenständigem vertikalem Kühlergrill, Ledersitzen mit roten Ziernähten und roten Zeigern im Kombiinstrument. Außerdem kam der C32A Type II zum Einsatz, der rund 20 PS mehr leistete.

Der C32A ist ein verwandter Motor des C30A, der damals im NSX zum Einsatz kam. Beide haben die gleiche Zylinderbohrung, doch beim Legend ist der Hub etwas länger. So kommt der Motor auf 3,2 Liter Hubraum. Er ist ein SOHC ohne VTEC, hat aber hervorragende Anlagen: Er dreht leichtfüßig hoch und entwickelt bei hohen Drehzahlen jenen wunderbar mitreißenden, typisch Honda-ähnlichen Klang.

Dieses Legend Coupé ist ein Ersthandfahrzeug. Auch das zweistellige Kennzeichen spricht dafür. Legend Coupés mit Tieferlegung oder Zubehörfelgen sieht man häufiger, doch ein Exemplar, das noch immer die originalen Alpha-Touring-Räder trägt und so sorgfältig gepflegt wurde, ist selten.
Laut Besitzer haben die Ledersitze im Laufe der Jahre gelitten, und auch die Sitzverstellung auf der Beifahrerseite funktioniert nicht einwandfrei. Im Alltag fährt sich der Wagen aber ganz normal.

Ich liebe das Design einfach. Besonders das Heck, die geduckte, kompakte Silhouette aus der schrägen Frontansicht und die scharf gezeichnete Frontpartie – bis heute gehört dieses Design zu meinen absoluten Favoriten.
Nach 16 Jahren wieder am Steuer des Legend Coupé
Die in vier Schichten aufgetragene und viermal eingebrannte Lackierung glänzt noch immer. Als ich die Tür öffne, fällt mir sofort ihr Gewicht auf: Diese Tür ist wirklich schwer. Auch das AMG S 63 Coupé hat voluminöse, schwere Türen, aber beim Legend wirkt es, als stecke noch mehr Substanz darin.
Beim Schließen zieht der Zuziehmechanismus die Tür leise und automatisch ins Schloss. Die coupéspezifischen Sportsitze bieten guten Seitenhalt und sind für ein japanisches Auto aus dieser Zeit eher straff gepolstert.
Die Ledersitze in meinem damaligen Wagen waren, soweit ich mich erinnere, schon etwas härter. Bei diesem Exemplar fühlt sich das Leder noch geschmeidig an. Ein wirklich guter Sitz, in dem man kaum ermüdet.

Der Innenraum bietet jenen luxuriösen Komfort, für den Autos dieser Zeit bekannt sind. In der Mittelkonsole mit Echtholz von Tendo Mokko sitzt ein ungewöhnliches serienmäßiges Navigationssystem mit Trägheitsnavigation über einen Gasratensensor und GPS. Hinzu kommt ein Pure-Sound-System von Luxman. Für die damalige Zeit war das praktisch die Vollausstattung.
Kaum drehe ich den Schlüssel, springt der Motor an und ist deutlich zu hören. Genau darin unterschied sich der Legend von damaligen Modellen wie dem Toyota Celsior und anderen Luxuslimousinen. Manche empfanden den Wagen deshalb als nicht luxuriös genug.
Beim Alpha Touring lassen sich alle Sitze elektrisch verstellen; eine Memory-Funktion ist selbstverständlich ebenfalls an Bord. Als ich nach langer Zeit wieder auf dem Fahrersitz des Legend Coupé Platz nehme, fällt mir auf, wie angenehm die Sitzposition und wie gut die Übersicht ist. Das Auto lässt sich ausgesprochen leicht fahren.

Das Auto liegt zwar tief, doch die Karosserie lässt sich rundum gut überblicken. Weil das Armaturenbrett niedrig ist, hat man das Gefühl, den Wagen von oben zu steuern. Auch das Lenkrad lässt sich elektrisch präzise einstellen, sodass sich eine entspannte, optimale Sitzposition finden lässt.
Heute frage ich mich, ob diese Sitz- und Fahrposition nicht entscheidend dazu beigetragen hat, dass ich selbst auf langen Strecken kaum müde wurde.
Ich trete aufs Gas, der Wagen setzt sich in Bewegung. Das Viergang-Automatikgetriebe schaltet vom ersten in den zweiten Gang und lässt den Schaltvorgang spürbar werden – ein vertrautes Gefühl. Heute kaum vorstellbar, aber viele Automatikgetriebe jener Zeit schalteten so.
Bei diesem Exemplar fallen die Schaltstöße allerdings geringer aus als bei meinem damaligen Wagen. Die Gangwechsel sind sanfter, und auch Schlupf ist nicht zu spüren. Der Zustand scheint also noch immer sehr gut zu sein.
Als ich die Kurve bei Shakego durchfahre, spüre ich wieder, wie stark der Wagen über die Vorderräder schiebt. Genauer gesagt: Es ist nicht nur Untersteuern – der Wagen will grundsätzlich nicht besonders gern abbiegen. Er trägt deutlich stärker nach außen, als ich erwartet hatte.
Zunächst bin ich etwas irritiert, doch nach und nach kommen die Erinnerungen zurück, und ich gewöhne mich wieder ans Fahren.

Ich liebe die Heckansicht dieses Legend Coupé. Auch heute sieht es noch großartig aus.
Dieses vertraute Gefühl, wie ein schwerer Fronttriebler von vorn gezogen zu werden, kommt sofort wieder. Enge Kurven liegen ihm nicht besonders, doch weite Bögen machen richtig Spaß. Gibt man in der Kurve leicht Gas, bleibt die Front ruhig, und der Wagen zieht sanft hindurch. Genau dieses Fahrgefühl am Legend Coupé mochte ich so sehr.
Verglichen mit modernen Autos wirkt der Antriebsstrang zwar etwas rau, insgesamt fährt sich der Legend aber geschmeidig und angenehm eben. Auch die Karosserie neigt sich in Kurven stärker, doch mit der richtigen Lastverteilung lässt sich das gut kontrollieren. In meiner unscharfen Erinnerung war die Karosserie weniger verwindungssteif und der Fahrkomfort etwas rauer. Im Vergleich dazu fühlt sich dieser Wagen ausgesprochen solide an und fährt sich insgesamt sehr komfortabel.
Während ich fahre, kehren die Erinnerungen an damals lebhaft zurück: der Weg zur Universität und zur Arbeit, lange Solotouren, Ausfahrten mit Freunden, das Studium, der Club, meine damalige Beziehung und die Musik, die ich damals hörte.
Manchmal wird ein Auto beim Fahren zu einer Art Zeitmaschine, die Erinnerungen aus genau jener Lebensphase zurückbringt, die man längst vergessen glaubte.

Vor einer Kurve trete ich auf die Bremse. Das Pedalgefühl ist viel weicher, als man es von heutigen Autos kennt; die volle Wirkung setzt erst weiter unten ein. Zunächst frage ich mich: „Bremst der überhaupt richtig?“ Doch der Druckpunkt liegt einfach weiter hinten. Hat man sich daran gewöhnt, gibt es keinen Grund zur Sorge.
Ich lasse den Motor etwas höher drehen. Das Getriebe schaltet rasch zurück, und der Motor dreht wunderbar hoch. Genau das ist ein Honda-Motor: kultiviert und zugleich sportlich im Klang. Der V6 klingt unverkennbar nach Honda. Während ich an den vertrauten Sound denke, konzentriere ich mich ganz auf den Motor.
Die Leistung liegt bei 235 PS, das Drehmoment bei 29,5 kgf·m. Besonders der im Alpha Touring verbaute C32A Type II ist drehfreudig und leistet seine 235 PS bei 6.300 U/min. Es ist natürlich kein extrem schnelles Auto, aber auch bei der Fahrleistung fehlt es ihm an nichts.

Auf der Autobahn konnte ich den Wagen diesmal nicht ausprobieren. Doch schon auf den Geraden des Royu-Tunnels zeigt sich, wie gut die Voraussetzungen für hohe Geradeauslaufstabilität sind. Das dachte ich schon damals: Was die Autobahnstabilität angeht, gehörte der Legend unter den japanischen Autos zur absoluten Spitze. Das galt für den Vorgänger KA3 ebenso wie für den KA8 und seinen Nachfolger KA9. Bei hohem Tempo vermittelten sie ein außergewöhnliches Maß an Stabilität und Sicherheit.
Seitdem bin ich viele Import- und japanische Autos gefahren. Die Autobahnstabilität des Legend kann sich trotzdem wirklich sehen lassen.
Ein Legend bleibt ein Legend
Als die Probefahrt zu Ende ging, fühlte es sich an, als wäre ich gerade mit einer Zeitmaschine in die Gegenwart zurückgekehrt. Für einen Moment wusste ich nicht einmal genau, wie alt ich eigentlich war.
Das Legend Coupé fühlte sich nach all den Jahren genau so an, wie ich es in Erinnerung hatte. Es weckt den Wunsch, einfach immer weiterzufahren. Nicht besonders langsam, aber auch nicht schnell – ein leicht zügiges Tempo fühlt sich am stimmigsten an.
Auf der Suche nach dem besonderen Fahrgefühl des Legend Coupé bin ich auch ein S 63 Coupé, einen SL 500 und verschiedene andere große Coupés gefahren. Doch keines davon fährt sich so. Das Legend hat seinen ganz eigenen Charakter.
Ein Legend ist eben ein Legend.

Dem Besitzer bin ich sehr dankbar, dass er mir dieses seltene Exemplar gezeigt hat. Er sagt, „mit dem Legend möchte man immer weiterfahren und ständig neue Ausflüge unternehmen“. Das empfinde ich ganz genauso. Dieses Auto muss einfach etwas Besonderes haben.
Ersatzteile sind inzwischen schwer zu bekommen, und manche Reparaturen sind wohl nicht einfach. Trotzdem hoffe ich, dass er den Wagen noch lange in Ehren hält. Und insgeheim wünsche ich mir, dass wir eines Tages gemeinsam eine Tour mit unseren Porsche unternehmen können.

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